Hilfestellungen beim spielen

Hilfestellungen beim spielen

Beitragvon lostiniceland » Mittwoch 29. April 2015, 19:58

Als Einsteiger in Battletech bin ich aktuell auf der Suche nach Hilfestellungen die das Spielen vereinfachen, bzw. flüssiger gestalten.

Würfel anlegen
Meine erste Frage betrifft das "Würfel anlegen". Ich habe schon öfter davon gelesen das es benutzt wird, aber nirgendwo eine Erläuterung gefunden welchem Zweck es erfüllt oder wie es funktioniert.
Bild
In diesem Bild aus Total Warfare liegt bei jedem Mech ein Würfel, wozu? Sollte das Bild gegen das Copyright verstoßen lösche ich es wieder (da Ulisses aber der Verleger ist habe ich es gewagt es hier zu verwenden).

Fire Declaration Sheets
Das verwalten des Spielablaufes kann bei vielen Mech recht mühselig werden: wer schießt auf wen und wann. Ich habe von so genannten Fire Declaration Sheets gelesen, aber auch hierzu könnte ich keine weiteren Informationen finden.

Wenn es noch mehr Tipps für eine Anfängergruppe gibt bin ich auf jeden Fall dankbar.




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Re: Hilfestellungen beim spielen

Beitragvon Michael Mingers » Donnerstag 30. April 2015, 08:20

Das Würfelanlegen symbolisiert, welchen Modifikator der Mech für den Kontrahenten verursacht. Bist du mit der Maschine fünf Felder weit gesprungen, legst du eine 3 daneben. +2 zum Treffen durch die Zahl der Hexe, die er sich bewegt hat, +1 fürs Springen = der Mech ist um +3 schwieriger zu treffen.
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Re: Hilfestellungen beim spielen

Beitragvon BoyOfSummer » Donnerstag 30. April 2015, 08:35

Zu den Anlegewürfeln:

Wenn man mit mehreren Mechs/Fahrzeugen je Seite spielt, kommt es schon mal vor - zumindest bei meinen fortgeschrittenen Alter - dass man wenn's darauf ankommt (=Schießen/Nahkampf) Schwierigkeiten hat, sich zu erinnern, wie weit sich eine Einheit bewegt hat. Bei mir käme auch noch hinzu, _wie_ man sich bewegt hat.

Anlegewürfeln repräsentieren die Treffer-Modifikatoren, die gegnerische Einheiten auf die Einheit mit dem Würfel haben.

Also: eine Einheit hat sich laufend 7 Felder bewegt und steht auf der freien Pläne ==> Treffer-Modifikator ist 3 ==> Anlegewürfel zeigt 3. Wäre die Einheit gesprungen jeweils 4.

Stünde die Einheit stattdessen z.B. im Wald beginnen sich die Geister zu scheiden: wird die Deckung durch den Wald mit angezeigt oder nicht. Die meisten Spieler, die Anlegewürfel nutzen, rechnen Treffer-Modifikatoren, die auf Gelände-Eigenheiten beruhen, mit ein, wenn diese Eigenheiten allgemein sind. Also Deckung durch Wald, in dem eine Einheit steht, wird mit eingerechnet, teilweise Deckung aber nicht (denn wann hat man schon von allen anderen Feldern der Karte tweilweise Deckung?).

Einige Würfelanleger versuchen auch, die Treffer-Modifikatoen, die eigene Einheiten aufgrund ihrer Bewegungsart (gehen/laufen/springen) haben, durch Würfel anzuzeigen.

Dazu werden entweder zwei verschiedenartige (Farbe/Form/Größe) Würfel je Einheit genommen - einer zeigt den Treffer-Modifikator gegnerischer Einheiten auf diese Einheit, der andere den Malus, den die Einheit selber hat.

Alternativ werden verschiedenfarbige Würfel zum Anlgen genutzt; dann zeigt die Augenzahl den gegnerischen, die Farbe den eigenen Modifikator an. Beispiel:
_B_lau = _b_ewegungslos
_G_rün = _g_ehen
_Rot_ = _r_ennen
_S_chwarz = _s_pringen

Es gäbe auch noch
_W_eiß = _warten_ oder _Rot_ = _r_umstehen
_Gelb_ = _g_ehen
_L_ila = _l_aufen

Manchmal sind die Farben auch vollkommen frei gewählt.

Da man meistens W6 als Anlegewürfel nutzt, die ja keine Null als Augenzahl haben, wird meistens die 6 als Null genommen.


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Re: Hilfestellungen beim spielen

Beitragvon lostiniceland » Donnerstag 30. April 2015, 09:28

Vielen dank für eure Antworten. Das werden wir auf jeden Fall einführen.


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Re: Hilfestellungen beim spielen

Beitragvon dirty harry » Donnerstag 30. April 2015, 13:33

Zu Feuerdeklarationssheets:

Im Grunde genommen handelt es sich hierbei um ein einfaches Tabellenblatt. Der Detailierungsgrad und was alles auf dem Blatt vermerkt wird, ist unterschiedlich. Der entscheidende Punkt ist allgemein, dass bei größeren Spielen mit Abhandlungsphasen von 20 Minuten oder mehr zum Schluss die Frage aufkommen kann, ob der eine Panzer oder der andere Mech schon zu Beginn der Runde auf wen geschossen hat oder ob das doch schon letzte Runde der Fall war. Das Blatt soll helfen die Feuerabhandlung zu dokumentieren und zu kanalisieren. Es hilft außerdem bei windigen Spielern zu verhindern, dass die kurzerhand das Feuer während einer laufenden Runde umdeklarieren, weil ihr ursprüngliches Ziel durch einen glücklichen Treffer bereits vor ihrer Feuerabhandlung ausgeschaltet wurde und sie ihr wertvolles Waffenfeuer nicht auf eine bereits tote Maschine verschwenden wollen. So ein Verhalten kann am Tisch sehr hässliche Folgen haben.

Was zeigt das Blatt also an?
Es gibt hier - wie schon angedeutet - mehrere Lösungsvarianten.
1. Ansatz: für jede auf dem Feld befindliche Einheit wird ein eigenes Feuerdeklarationssheet geführt. In dem Fall notiert man die zugehörige Einheit auf dem Kopf des Bogens.
2. Ansatz: für diejenigen, die das für Papierverschwendung halten reicht ein Bogen auch für mehrere Maschinen. In dem Fall muss aber vor jeder Feuerdeklaration dazugeschrieben werden, um welche Einheit es sich handelt.
Die Zeilen auf dem Blatt stehen dann für gewöhnlich für den rundenweisen Einsatz. Im Falle von ein Sheet für eine Maschine steht jede Zeile für eine Runde Einsatz. Werden mehrere Einheiten mit einem Sheet verwaltet, empfiehlt es sich mit einem dicken Strich die einzelnen Runden abzugrenzen. Die einzelne Zeile sollte dann verwerken, welche Einheit mit welchen ihr zur Verfügung stehenden Waffen welches Ziel (oder auch Ziele) angreift (oder angreifen wollte). Bereits in den Bereich 'optional' fällt die zusätzliche Notierung der errechneten Trefferwürfe und der Hitze, die die Einheit aufgestaut hat. Je mehr Informationen auf dem Blatt stehen, um so mehr können sie aber auch verwirren. Nach meiner Erfahrung ist es eher wichtig zu notieren, wer mit was während der Runde auf wen feuert. Bei unsichereren Spielern macht es durchaus Sinn, mit diesen den endgültigen Trefferwert durchzugehen, um zu sehen, dass auch nichts vergessen wurde (was auch erfahrenen Spielern mal passieren kann...).
Hat man die Feuerabhandlung dieser Runde und dieser Einheit hinter sich gebracht, macht man einen Haken an die passende Zeile und weiß damit auch, dass diese Einheit schon gefeuert hat. Nächste Runde geht es mit einer neuen Zeile von vorne los.
Da der Waffeneinsatz schriftlich deklariert wurde, kann auch bei strittigen Fällen nachverfolgt werden, worauf eigentlich angelegt wurde.

Feuerdeklarationssheets findet man am ehesten bei größeren Spielen oder auf Conventions, wenn sich nicht alle gegenseitig kennen oder das Spiel wegen seiner Größe unübersichtlich zu werden droht. Bei kleineren Lanze-gegen-Lanze-Spielen ist es eher selten und unter Umständen sogar behindernd (immerhin muss alles erst mal aufgeschrieben werden).


Zu Anlegewürfeln:

In einigen wenigen Fällen kann ein Mech tatsächlich eine 6 anliegen haben (Sprung über 7 Felder in einen dichten Wald hinein). Normalerweise ist eine derartige Bewegung jedoch so auffällig, dass man sie im Kopf behalten hat und sich denken kann, dass dieser Springteufel nicht stehen geblieben ist (zumal in diesem Fall der Wald ebenfalls in den Anlegewert hineindeklariert wurde und auch ein stehender Mech damit bereits eine 2 anliegen hätte). Wer dennoch skeptisch ist, kann für diese Extremfälle einen W10 anlegen. Der einzige mir bekannte Mech, der tatsächlich eine höhere Zahl als eine 6 anlegen könnte, ist die Spider -8R aus dem TRO 3085 - ein Mech unter über 3100 Mechs und Varianten. Auch dieser eine Mech fährt also mit einem W10 als Anlegewürfel besser. Für den gesamten Rest ist ein W6 ausreichend.
In Bezug auf die Größe sollte man kleine W6 vorziehen, jedoch welche, bei denen man die Zahlen auf dem Würfel auch gut ablesen kann. Wenn man einen grünmarmorierten Würfel mit schwarzen Punkten auf einer Waldkarte platziert, kann man nachher nicht nur den Anlegewert, sondern den Würfel suchen. Nicht lachen, das hatten wir schon mal...
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Re: Hilfestellungen beim spielen

Beitragvon Frabby » Sonntag 3. Mai 2015, 20:25

Zu den Anlegewürfeln: Ich kenne es nur so, daß damit ausschließlich der Bewegungsmodifikator angezeigt wird - denn nur der ist nicht durch einen einfachen Blick auf das Spielfeld ersichtlich. Geländemodifikationen wie z.B. der dichte Wald, in dem ein Ziel steht, würde ich aus Prinzip niemals in die Augen des Anlegewürfels einrechnen.

Optional kann man mithilfe der Farbe anzeigen, welchen Bewegungsmodus (Gehen/Rennen/Springen) eine Einheit genutzt hat. Das kann als Erinnerung hilfreich sein, wenn es um die eigenen Treffermodifikatoren dieser Einheit geht oder die Frage wieviel Hitze sie aufgebaut hat.
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Re: Hilfestellungen beim spielen

Beitragvon BoyOfSummer » Montag 4. Mai 2015, 09:25

Frabby hat geschrieben:Zu den Anlegewürfeln: Ich kenne es nur so, daß damit ausschließlich der Bewegungsmodifikator angezeigt wird - denn nur der ist nicht durch einen einfachen Blick auf das Spielfeld ersichtlich. Geländemodifikationen wie z.B. der dichte Wald, in dem ein Ziel steht, würde ich aus Prinzip niemals in die Augen des Anlegewürfels einrechnen.

Diese Diskussion hatte ich schon online und live... ;-)

Nicht jeder kennt jede Karte auswendig. Wenn man also vermeiden möchte, dass andauernd irgendwelche Mechs angehoben werden müssen um das darunterliegende Gelände-Feature erkenn zu können, ist die Einberechnung der allgemeingültigen Gelände-Feature in die Anzeige der Anlegewürfel m.E. sehr sinnvoll.

Aber wie ich oben schon schrieb: hier scheiden sich die Geister, am wichtigsten ist nur, dass man sich _vor_ einem Spiel darauf verständigt, wie die Werte der Anlegewürfel zu verstehen sind.

Ich verwende auch deswegen gerne durchsichtige Bases.


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Re: Hilfestellungen beim spielen

Beitragvon Desiderius Findeisen » Mittwoch 6. Mai 2015, 15:18

Manche zeigen durch die Platzierung des Würfels auch die Stellung des Torsos an.
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Re: Hilfestellungen beim spielen

Beitragvon dirty harry » Mittwoch 6. Mai 2015, 23:04

Desiderius Findeisen hat geschrieben:Manche zeigen durch die Platzierung des Würfels auch die Stellung des Torsos an.


Das habe ich zwar schon gehört, dass man das damit versucht, aber in der Realität (zumindest auf Hexfeldkarten) scheitert dieser Tip gerne mal daran, dass eine andere Einheit genau dort steht, wo man den Würfel hinlegen will. Wenn es z.B. in einer Innenstadt richtig eng zugeht und im eigenen Feld vielleicht auch noch ein Panzer und Infanterie stehen, dann kann man schon froh sein, wenn man die Würfel (der Panzer als Einheit mit Ausrichtung hat schließlich ebenfalls einen) überhaupt noch gescheit angelegt bekommt.
In meiner Spielpraxis hat es sich ohnehin als vergleichsweise unbedeutend herausgestellt die Torsodrehung exakt darzustellen. Kommt zwar vor, vor allem bei Feuer auf zwei Ziele oder von zwei Zielen aus auf den Mech, aber es ist selten. Und dann ist es meist einfacher den steuernden Spieler zu fragen, wohin seine Torsowaffen feuerten um die Torsoausrichtung zu bestimmen.
Oder man hat Figuren mit drehbarem Torso, die die Sache sowieso erleichtern. ;) (Wenn auch nicht beim Bau, da ist es schon was für Fortgeschrittene...)
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Hilfestellungen beim spielen

Beitragvon lostiniceland » Sonntag 24. Mai 2015, 21:45

Nochmals vielen Dank.
Der Vollständigkeit halber hier noch eine Referenz auf das deutsche Tactical Operations: auf Seite 28 wird das Vorgehen zum anlegen detailliert beschrieben.
Gut finde ich die Idee die Würfel vor die Einheit zu legen. Somit kann auch die ursprüngliche Ausrichtung nach einer Torsodrehung wiederhergestellt werden.
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