Travia – die missverstandene Göttin?

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Travia – die missverstandene Göttin?

Beitragvon Hybertine » Sonntag 9. Oktober 2016, 17:02

Ich habe angefangen den Post „Gleichgeschlechtlicher Travia-Bund“ zu lesen und muss mich wundern wie hier Travia gesehen wird – sehr irdisch und leider gar nicht fantastisch. Und ziemlich stark auf Sex bezogen. Deswegen hier, meine Ansicht zum aventurischen Travia-Glauben:

Im DSA5 Regelwerk auf Seite 10 steht zur Göttin nicht viel, nur „Travia – Apsekte: Ehe, Gastfreundschaft, Treue – heilige Tiere/Gegenstände: Wildgans“
Dies reduziert die Göttin auf einige Kernaspekte, lässt aber den wichtigsten Teil aus: die Familie und das familiäre Zusammenleben. Der Göttin ist wichtig, dass jede Person einen sicheren Platz in dieser Welt hat und Menschen, die zu ihr gehören und ihr helfen, wenn es nötig wird – als Kind oder im hohen Alter oder wenn sie von Krankheit und Unglück getroffen wird. Travia ist die Göttin des sozialen Zusammenlebens!
In Aventurien gibt es keine Krankenversicherung oder Rente, es gibt keine Kindertagesstätten – aber es gibt die Großfamilie. Häufig leben mehrere Generationen zusammen in einem Haushalt und auch wo bei der Eheschließung den Gatten von beiden Seiten so viel Mitgift gegeben werden kann, so dass sie einen eigenen Hausstand gründen können, sind die Verwandten nie weit weg. Diejenigen, die in der Fremde leben und dort keine Bande knüpfen konnten, sind auf sich allein gestellt und haben ein sehr unsicheres Leben.

Der Göttin heilig ist die Familie: das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern, zwischen Geschwistern und anderen Verwandtschaftsgraden, und dabei zählt für sie Blutsverwandtschaft ebenso wie der Zusammenschluss nicht blutsverwandter Personen, wie beispielsweise in der Ehe, aber eben auch durch Adoption, Blutbrüderschaft oder Patenschaften. Alle freiwillig gegebenen Versprechen der gegenseitigen Unterstützung, Freundschaft und Treue haben den Segen der Göttin.

Der Göttin heilig sind der Haushalt und das gemeinsame Zusammenleben. Kompromisse, die man eingehen muss um den Hausfrieden zu erhalten, sind die Opfer, die ihr am höchsten stehen. Diese belohnt sie dann mit dem Gefühl zusammen zu gehören und immer willkommen zu sein.
Auch Knechte und Mägde auf Bauernhöfen oder Lehrlinge und Gesellen von Handwerkern, gehören zum Haushalt ihrer Dienstherren und sind während ihrer Dienstzeit ein Teil der Familie.
Das gemeinsame Mahl des gesamten Haushalts ist ein wichtiger Punkt um das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken. Gerade bei höheren Adeligen, deren Hofstaat so groß ist, das nach Klassen oder Tätigkeitsbereichen getrennt gespeist ist, fehlt dieses Band zum Teil.

Der Göttin heilig ist die Gastfreundschaft, womit man einer bekannten oder fremden Person für kurze Zeit den Schutz des Hauses gewährt, sie am gemeinsamen Mahl teilnehmen lässt und einen trockenen und warmen Platz zum Schlafen anbietet. Die Gastfreundschaft auszunutzen, indem man zu lange verweilt, bei Not nicht die eigenen Vorräte teilt oder nur auf Kosten anderer lebt ist ein Frevel an der Göttin.

Was Travia nicht wichtig ist, ist Sex, dafür ist Rahja zuständig. Auch Kinder zu zeugen und gebären gehört nicht in ihr Portfolio sondern in Tsas. Aber sobald die Kinder auf der Welt sind, hat sich jemand um sie zu kümmern. Das ist ihr wichtig. Wenn die Elternteile gemeinsam in einer Familie leben, ist klar wohin auch die Kinder gehören, aber anderenfalls kann es zu Streitereien oder Unsicherheit kommen. Diesen familiären Unfrieden zu vermeiden, ist was die Diener der Göttin versuchen, wenn sie von traviagefälliger Geburt (ehelich geborener Kinder im Gegensatz zu Bastarden) reden. Aber weder die Abwertung nicht ehelich geborener Kinder noch die Ächtung alleinerziehender Mütter oder Väter ist traviagefällig und wird von ihren Geweihten auch nicht gutgeheißen.
Das Konzept Kinder in die Welt zu setzen als Vorsorge für das eigene Alter kennt man natürlich auch in Aventurien, aber in einer Welt in der die Kindersterblichkeit durch Perraines Segen sehr niedrig ist, kennt man die „eheliche Pflicht“ zu Sex zum Zwecke einer großangelegten Kinderzeugung nicht.

Die Ehe – der Traviabund – hat ihren Fokus also nicht im sexuellen Bereich sondern im Zusammenleben. Ein Versprechen ausschließlich mit dem Ehepartner Sex zu haben, ist nicht automatisch im Ehegelöbnis enthalten oder auch nur üblich. Die Treue, die geschworen wird, ist das Zueinanderhalten in schwierigen Lebenssituationen "In guten wie in schlechten Zeiten", bei Adeligen in politischen Machtspielen, bei armen Leuten im Überlebenskampf. Ich möchte hier natürlich nicht behaupten, dass Eheleute nicht hauptsächlich miteinander ins Bett gehen, aber Ehe“bruch“ ist nicht sofort Frevel in Travias Sinne.

Dies ist natürlich nur meine Sichtweise auf die Göttin – Lowanger Dualisten würden mich hierfür wahrscheinlich steinigen.
Aber sie gefällt mir tausendmal besser, als mir unter Travia eine verbitterte alte Hausfrau vorzustellen, die den ganzen Tag am Herd steht, ihrem Mann verübelt, dass er zum Kartenspielen in die Kneipe zu geht, und über die freizügige Kleidung jüngerer und hübscherer Frauen nörgelt.
Natürlich gibt es auch solche Travia-Anhänger in Aventurien, aber sie sind nicht die einzige Auslegerichtung oder auch nur die hauptsächliche.

Schiller's "Bürgschaft" zeigt genauso traviagefälliges Verhalten wie Beethoven's "Fidelo". Der familiäre Zusammenschluss am Ende von "Stadtgespräch" kommt mir sehr traviagefällig vor. Und gerade bei fahrenden Professionen kann ich mir vorstellen, dass Travia sehr geschätzt wird.

Ich finde es ein bischen Schade, dass im Travia-Vademecum nicht einige Riten und Segen außerhalb von Eheschließung vorgestellt wurden, deshalb hier ein paar wenige Vorschläge:
Ergänzung bei der Zeremonie der Eheschließung:
• Bei der Wiederverheiratung einer Witwe oder eines Witwers mit Kindern verspricht der neue Ehepartner den Kindern Schutz und Fürsorge; falls die Kinder alt genug sind, sind sie auch beteiligt
• Schwiegertochter oder Schwiegersohn werden offiziell von den Schwiegereltern in die Familie aufgenommen - manchmal gegenseitig, manchmal auf Wohnung/Hausstand bezogen, in der das Paar nach der Eheschließung leben wird.
Aufnahme in den Haushalt oder Verabschiedung
• bei Geburt, Adoption, Ehe, Tod, ...;
• auf kürzere Zeit bei Mägden und Knechten (1 Jahr und 1 Tag, längere Dienstzeiten) oder Lehrlingen (3 Jahre, 7 Jahre, …)
• Verabschiedung eines Kindes in den Haushalt des Lehrmeisters, Verabschiedung eines Gesellen nach der Lehre/auf der Walz, …
• Besucher willkommen heißen und verabschieden
z.B. Begegnung vor der Tür mit Brot und Salz oder Begrüßung-Trunk; Ritual bei Überschreitung der Türschwelle; Segenswünsche und Gebete;
Segen eines neuen Hauses / Erneuerung des Haussegens:
• Stein der Türschwelle segnen, Segensformel hineinritzen, Reliquie darunterlegen
• Heiligenstatue oder Bild im Mauerwerk
• Schriftzug mit Haussegen fest im Mauerwerk oder über den Türbalken geschrieben
http://www.mashupamericans.com/family/7 ... -new-home/
https://en.wikipedia.org/wiki/House_blessing
uvm.
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Re: Travia – die missverstandene Göttin?

Beitragvon zakkarus » Sonntag 9. Oktober 2016, 20:34

Travia - und Peraine - sind Dorf-Götter. Innerhalb von größeren Orten, bzw. Städten gehen diese Göttinnen unter. Daher findet man bei Travia dörfliche Bräuche "aus der guten alten Zeit". Auf dem Dorfe ist eine gepflegte Familie wichtiger als uneheliche Kinder.

So finden sich zum Traviamond nicht nur viele Ernte- und regionale Dorffeste, sondern auch fröhliche Weinfeste und Warenmessen. Der Tag der Heimkehr fällt ebenso in diesen Monat wie der Tag der Treue (der einzige Tag wo im MR die Rahjatempel geschlossen sind!). Es ist auch der einzige Kult der für die Armen und Schwachen da ist - und dabei selten genügend Dukaten besitzt obwohl der Kult mit den meisten "Mitgliedern" (jedenfalls auf dem Lande).
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Re: Travia – die missverstandene Göttin?

Beitragvon AlAnkhra » Sonntag 9. Oktober 2016, 22:48

zakkarus hat geschrieben:Es ist auch der einzige Kult der für die Armen und Schwachen da ist

Ich glaube Perainegweihte würde da durchaus widersprechen. Einige Tsa- vllt auch Borongeweihte sicher auch... ;)
Wenn die Klügeren immer nachgeben, passiert nur das, was die Dummen wollen.

Bisher wusste ich nicht, was ich mit einem Lottogewinn machen soll. Dann kam DSA5 raus...
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Re: Travia – die missverstandene Göttin?

Beitragvon Addearheart » Montag 10. Oktober 2016, 01:22

AlAnkhra hat geschrieben:
zakkarus hat geschrieben:Es ist auch der einzige Kult der für die Armen und Schwachen da ist

Ich glaube Perainegweihte würde da durchaus widersprechen. Einige Tsa- vllt auch Borongeweihte sicher auch... ;)


nicht nur diese Kirchen ... eigentlich jede Kirche hat eine Fraktion, die sich den Armen und Schwachen annimmt. Praiosgeweihte oder Rondrageweihte im Sinne von der Adel muss sich um seine Untergebene kümmern, selbst Halbgötter wie Kor sehen die Schlacht um das Wohl derer, die sich nicht selbst um sich kümmern können als durchaus erstrebenswert an.

Zurück zum OT: wie bei allen Kirchen gilt, es gibt solche und solche. Es wird fanatische Traviaanhänger geben, die jegliche Art von "Familie" außerhalb von Mutter - Vater - Kind verdammen und es wird Geweihte geben, die das ganze laxer sehen.
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Re: Travia – die missverstandene Göttin?

Beitragvon Infernal Acid » Montag 10. Oktober 2016, 10:02

Hybertine hat geschrieben:Aber weder die Abwertung nicht ehelich geborener Kinder noch die Ächtung alleinerziehender Mütter oder Väter ist traviagefällig und wird von ihren Geweihten auch nicht gutgeheißen.

Ich würde hierzu noch anmerken, dass man zwischen dem Wunsch der Göttin und dem real gelebten Glauben unterscheiden sollte.
Es ist ja durchaus so, dass die Abwertung von Menschen wegen begangenen Sünden auch im Christentum von Jesus selbst nicht vorgesehen ist, dennoch auch öfters mal sogar von Priestern begangen wird.
Selbst in Aventurien geniessen die Priester der Götter (=Geweihte) hohe Freiheiten in ihren persönlichen Auslegungen. Interessanterweise stellen die Götter ja praktisch nie den Karmafluss für Abweichler ein, selbst wenn es zur Spaltung der Kirche kommt, solange man noch einigermassen die Prinzipien der Göttin vertritt.

PS: ansonsten eine schöne Übersicht, wie man Travia von typischen Fruchtbarkeitsgöttinen abgrenzen kann.
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Re: Travia – die missverstandene Göttin?

Beitragvon Hybertine » Montag 10. Oktober 2016, 17:03

Oh, Zakkarus, Du zitierst hier genau die ländlich-viktorianischen Vorstellungen, die viele Leute im DSA-Spiel auf Travia abschieben. ;-)
Und zwar genau so, dass ich einem Großteil jeder Deiner Aussagen zustimmen muss, und dennoch der Gesamtaussage heftig widerspreche:

zakkarus hat geschrieben:Travia - und Peraine - sind Dorf-Götter.

Ich stimme vollständig zu, dass in weniger dicht besiedelten Gebieten, eine tiefere oder ernstghaftiger Travia-Verehrung stattfindet: Meiner Meinung nach liegt das aber daran, dass die Gastfreundschaft dort wichtiger ist, wo man nur alle paar Tagesmärsche auf eine Ansiedlung trifft, und wo nicht jedes Dort eine Gastwirtschaft aufweisen kann und Reisende in Köhler-Hütten und Bauernställen unter kommen müssen.
Peraine und Landwirtschaft: No-Brainer.
Das heißt aber nicht, dass die anderen Götter nicht ALLE ihren Platz haben: Ist der Dorfbrunnen denn nicht Efferd-geweiht? Ruft man nicht Phex um Glück an?

zakkarus hat geschrieben:Innerhalb von größeren Orten, bzw. Städten gehen diese Göttinnen unter.

Da stimme ich nur halb zu: Der Peraine-Aspekt der Landwirtschaft ist in Städten weniger wichtig, solange es keine Hungersnot gibt; der der Heilung ist dort vielleicht sogar noch wichtiger als auf dem Land.
Für Travia - die Göttin des sozialen Zusammenlebens - gibt es in Städten vielleicht sogar noch mehr zu tun als auf dem Land, schließlich leben dort viel mehr Menschen auf viel engerem Raum zusammen.

zakkarus hat geschrieben:Daher findet man bei Travia dörfliche Bräuche "aus der guten alten Zeit".

Das hört sich an wie oberbayrische Dirndl-Folkloristik für Touristen aus unserer irdischen kurzlebigen Zeit!
Jede Stadt und jede Region - jeder Gott und jede Glaubensauslegung hat ihre Bräuche und Traditionen.
Auf dem Dorf gibt es nicht mehr Traditionen als in der Stadt.
Es gibt auch nicht durchgehend ältere Traditione als in der Stadt - besonders weil Städte es einfacher haben ihre Geschichte über Jahrhunderte zurückzuverfolgen.
Und das einzige was Travia mehr mit Tradition und Brauchtum in Verbindung bringt als andere Gottheiten, sind Familientraditionen und Ahnenkulte.

zakkarus hat geschrieben:Auf dem Dorfe ist eine gepflegte Familie wichtiger als uneheliche Kinder.

Warum auf dem Dorf? Ich glaube die Unterscheidung sollte dort liegen, wo es viel zu vererben gibt, und uneheliche Kinder das rechtlich durcheinander bringen.
Aber auch hier widersprichst du nicht, dass Sex irrelevant ist, nur was mit den Kindern und den Familien passiert, stellst Du heraus.
Übrigens sollte es in Aventurien durch die weite und nicht geächtete Verbreitung von Rahjalieb sehr viel weniger uneheliche Kinder geben als in unserer irdischen Vergangenheit, das "wohin mit den Kindern"-Problem also entsprechend geringer häufig auftreten.

zakkarus hat geschrieben:So finden sich zum Traviamond nicht nur viele Ernte- und regionale Dorffeste, sondern auch fröhliche Weinfeste und Warenmessen.

Warum das Erntefest Travia zugeordnet sein soll, ist mir ein Rätsel. Hat hier jemand etwas durcheinander gebracht und alle anderen abgeschrieben? ;-)
Ansonsten frage ich mich, was dieser Satz herausstreichen soll. Hesindes Große Feste findes alle 3 Monate statt und nicht nur im Hesinde, der Madatag ist im Praios, der Tag der Helden (Rondra) ist wieder im Travia.

zakkarus hat geschrieben:Der Tag der Heimkehr fällt ebenso in diesen Monat wie der Tag der Treue (der einzige Tag wo im MR die Rahjatempel geschlossen sind!).

Beides aus dem Travia-Portfolio.
Aber geschlossene Rahja-Tempel weisen wieder einmal darauf hin, wie unwichtig Sex für Travia ist, und dass zur Treue die ganze Familie gehört und auch auf den Freundeskreis bezogen werden kann. Wie häufig ist es denn bei uns üblich, sich zum Hochzeitstag einen Romantischen Abend oder sogar Kurzurlaub zu gönnen - und was wäre in Aventurien dafür passender als ein gemeinsamer Besuch im Rahjatempel?

zakkarus hat geschrieben:Es ist auch der einzige Kult der für die Armen und Schwachen da ist - und dabei selten genügend Dukaten besitzt obwohl der Kult mit den meisten "Mitgliedern" (jedenfalls auf dem Lande).

Und wieder sind wir bei der "Sozialen Göttin"
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Re: Travia – die missverstandene Göttin?

Beitragvon zakkarus » Montag 10. Oktober 2016, 21:50

Lese einfach mal alle Travia-Tempel-Beschreibungen in Abenteuern im Mittelreich. Armenküche in heruntergekommenden Behausungen; willkommen am ärmlichen aber freundlichen Herdfeuer.
Was ich "zitierte" war das Travia-Bild wie ich es in Abenteuern "erlebt" bzw. gelesen habe; selbst "Schatten über Travias Haus" ist da keine Ausnahme.

Dorfgötter - weil dort meist einen Schrein oder Tempel, sonst keine andere Gottheit. Natürlich kennen und ehren die Mittelländischen alle ZWÖLF. Nur die restlcihen ZWÖLF sind so fern, daß selbst Tra- oder Per-Geweihte Borondienste verrichten.
Ja, auch in Thorwal hat Travia einen hohen Stellenwert, aber kaum in Meridiana oder ein tulamidischen Ländern.

Wer also in Aventurien "mißversteht" diese Göttin? Es kommt auf die Region an - und da unser Bild von Aventurien sehr Mittelländisch geprägt ist, mag ein falsches, recht einseitiges Bild der großen gütigen Frau Mutter entstehen. Jedoch war sie die Göttin die ihr erstes eigenes Abenteuer bekam und deren Geweihte aufgestuft wurde.

Sozial? - ja gehört nicht zu den geboten der Göttin jeden einen Platz am Feuer zu bieten, selbst wenn's der Feind wäre? Das friedliche Herdfeuer ist heilig, wehe dem der dieses göttliche Gebot mißachtet! ... so war's mal irgendwann vor DSA5.

293 BF Der Kaiser verbannt die Traviagew. aus der Stadt - weil sie seinen lockeren Lebensstil anprangerten.
822 BF bekehrte Badilak Huren und Lustknaben zum traviagefälligen Leben.
969 BF gingen Traivagläubige auf den "Marsch nach Gareth", weil sie Hunger leideten.
(Das ist der Traviakult in der Geschichte. Sonst eher sehr still.)

Nebenbei, der Hesindemond hat nur 14 bekannte Fest- oder Feiertage, selbst Firun hat paar mehr. ;)
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Re: Travia – die missverstandene Göttin?

Beitragvon Hybertine » Dienstag 11. Oktober 2016, 20:39

Hey Zakkarus, vielen Dank für das Streitgespräch! Aber ich glaube unsere Meinungen liegen gar nicht so weit auseinander. Lass mich das doch mal ...

An alle anderen! Ihr könnt mich gerne überblättern - oder euch amüsieren an welchen Details ich mich aufhängen kann ;-)


zakkarus hat geschrieben:Lese einfach mal alle Travia-Tempel-Beschreibungen in Abenteuern im Mittelreich. Armenküche in heruntergekommenden Behausungen; willkommen am ärmlichen aber freundlichen Herdfeuer.
Was ich "zitierte" war das Travia-Bild wie ich es in Abenteuern "erlebt" bzw. gelesen habe; selbst "Schatten über Travias Haus" ist da keine Ausnahme.

Stimme ich zu ;-)

zakkarus hat geschrieben:Dorfgötter - weil dort meist einen Schrein oder Tempel, sonst keine andere Gottheit.

Stimme ich nicht zu: selbst meine Oma hat mehrere Heiligen und Marienbilder und Statuen im Haus. Überall (in Süddeutschland und wer weiß wo noch :? ) gibt es Wegkreuze, Gipfelkreuze, Brückenheilige und Wegkapellen und Heiligenhäuschen - wir achten nur nicht mehr darauf: Ein Schrein muss nicht immer groß sein.
Wenn Du von nur einem festen Geweihten im Dorf oder ein oder mehreren Wander-Geweihten redest, oder auch dann stimme ich schon wieder zu.

zakkarus hat geschrieben:Natürlich kennen und ehren die Mittelländischen alle ZWÖLF.

Stimme ich zu

zakkarus hat geschrieben:Nur die restlcihen ZWÖLF sind so fern,

Stimme ich nicht zu: Die Sonne geht auf, der Regen fällt, es werden Ställe und Plüge neu gebaut oder ausgebessert, Tod und Geburt ...

zakkarus hat geschrieben:daß selbst Tra- oder Per-Geweihte Borondienste verrichten.

Stimme ich zu - aber auch die örliche Praiosgeweihte oder die Rondrageweihte von der Burg oben oder ...

zakkarus hat geschrieben:Ja, auch in Thorwal hat Travia einen hohen Stellenwert, aber kaum in Meridiana oder ein tulamidischen Ländern.

Stimme ich zu ... Stimme ich zu (Boronkulte und Naturreligionen) ... Stimme ich halb zu (im Rastullah-Raum)

zakkarus hat geschrieben:Wer also in Aventurien "mißversteht" diese Göttin? Es kommt auf die Region an - und da unser Bild von Aventurien sehr Mittelländisch geprägt ist, mag ein falsches, recht einseitiges Bild der großen gütigen Frau Mutter entstehen. Jedoch war sie die Göttin die ihr erstes eigenes Abenteuer bekam und deren Geweihte aufgestuft wurde.

Keine Ahnung, denn ...
... ich habe eigenlicht nicht die Aventurier, sondern uns Erdlinge gemeint, die wir uns voller christlich-historischer Kulturkenntnis auf 3 Sätze Götterbeschreibung im der allerersten Aventurienbeschreibung stürzen und davon nicht mehr abweichen. Ich rufe hier nicht dazu auf, die bisherigen Veröffentlichungen für falsch zu erklären. Stattdessen wünsche ich mir eine vielfältigere Religionsdarstellung.

zakkarus hat geschrieben:Sozial? - ja gehört nicht zu den geboten der Göttin jeden einen Platz am Feuer zu bieten, selbst wenn's der Feind wäre? Das friedliche Herdfeuer ist heilig, wehe dem der dieses göttliche Gebot mißachtet! ... so war's mal irgendwann vor DSA5.

Stimme ich voll zu: Und das ist sozial - auch wenn es ein Gebot der Göttin ist.

zakkarus hat geschrieben:293 BF Der Kaiser verbannt die Traviagew. aus der Stadt - weil sie seinen lockeren Lebensstil anprangerten.
822 BF bekehrte Badilak Huren und Lustknaben zum traviagefälligen Leben.
969 BF gingen Traivagläubige auf den "Marsch nach Gareth", weil sie Hunger leideten.
(Das ist der Traviakult in der Geschichte. Sonst eher sehr still.)

Da vertraue ich Dir, habe ich nicht alles nachgelesen.
Können wir uns da nicht noch ein paar coole 8-) Sachen ausdenken die nicht so einseitig sind ?? (blinzel, zwinker, ... in die Runde)

"Religionsstreit in Festum - Auf dem großen Markt wurde die derbdreiste Erotikdarstellung einer Schaustellergruppe von einem Geweihten der Rahjakirche wegen Verunglimpfung der Göttin aufs heftigte angeprangert. Die Situation wurde weiter angheizt durch die spöttischen Anmerkungen einer Travia-Geweihten, dass nicht alle Geschlechtsakte "überderische Himmel-voller-Geigen Karma-Erlebnisse seien". Das Streitgespräch schaukelte sich so weit auf, dass der nicht mehr ganz jugendliche Rahjageweihte von Atemproblemen und Herzstechen geplagt in den nahen Perainetempel gebracht wurde." (Idee frei verfügbar nach Creative Commens Licence ;-) )

zakkarus hat geschrieben:Nebenbei, der Hesindemond hat nur 14 bekannte Fest- oder Feiertage, selbst Firun hat paar mehr. ;)
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Re: Travia – die missverstandene Göttin?

Beitragvon zakkarus » Mittwoch 12. Oktober 2016, 22:04

Unomomento ... Wer mißversteht die Göttin - wir primitiven Erdlinge oder die götterverehrenden Aventurier?

Wenn du uns Erdlinge meinst - unsere Kultur wurde seit gut 1700 Jahren so vom Christentum beherrscht das kein "Platz" für Mythen um Götterhimmel (wie in Alt-Griechenland, Alt-Germanien, unter Rom etc. ... hoppla, wie bei den Hindus) da ist, bzw. uns die Vorstellung dafür fehlt.
Daher nehmen wir auch - leider schlechte - Beispiele aus der europäischen Geschichte, weswegen anscheinend bei vielen Spielgruppen Praios verhaßt - böse fanatische irdische Inquisition - ist, dagegen ist Rahja = Venus und alles ist im Butter ...?

Travia ist keine Unbekannte: "Frigg ist die Göttin der Ehe und des heiligen Herdes; sie ist das Vorbild der germanischen Hausfrau mit allen ihren Rechten und Pflichten. An ihrem Gürtel trägt sie den Schlüsselbund, der ihr Gewalt über den ganzen Hausstand gibt." Ja, als Berlinerin bei 25 Grad im Schatten sollte man sie sich nicht vorstellen. :lol:

Selbst in den Romanen wird wenig (bzw. gar nicht) darauf eingegangen in wie weit der Glaube im Alltag vertreten ist. Hausaltäre gibt es anscheinend nicht (zu römisch oder japanisch?). Vielleicht liegt es daran das mit den einst 1985 in die Welt eingreifenden (aktiv) griechischen ZWÖLF begonnenen, aber später eher zu einem christlichen entwickelten Götterbild (passiv) abgeschlossen wurde und uns deswegen so schwerer fällt ein Bild zu finden.
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Re: Travia – die missverstandene Göttin?

Beitragvon Joeboe » Freitag 14. Oktober 2016, 12:46

Hybertine hat geschrieben:In Aventurien gibt es [...] keine Kindertagesstätten

Dieser Aspekt wird gerade in Städten häufig von Tsa-Tempeln übernommen - auf dem Land gebe ich Dir wiederum recht, da ist es die Großfamilie.
"Die Heimat eines Königs ist da, wo die Königin sein Schwert vergräbt." (Buskur aus Senan)
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