Bornland-Wahl

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Re: Bornland-Wahl

Beitragvon Delta » Donnerstag 27. Juli 2017, 12:07

Leomar hat geschrieben:Richtig, die Beschreibungen haben die Kandidaten in einer Weise beschrieben, dass das Ergebnis nicht sonderlich überrascht. Spannender wäre es vielleicht geworden, wenn jeder Kandidat einmal aus Sicht eines Anhängers und einmal aus Sicht eines Konkurrenten beschrieben worden wäre.


Ich würde das weniger auf die Beschreibung als auf die Auswahl schieben. Wenn es keinen sinnvollen Gegenkandidaten gibt dann gewinnt halt der Amtsinhaber, das ist in der Realität ja auch nicht anders, und die Konkurrenz war eben wirklich schwach, allein von den objektiven Fakten her.
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Re: Bornland-Wahl

Beitragvon Leomar » Donnerstag 27. Juli 2017, 21:25

Das ist grundlegend nicht verkehrt, allerdings nur ein Teil der Wahrheit. In der Realität sind nicht allein objektive Fakten entscheidend, allein schon, weil sie meist weder bekannt noch tatsächlich objektiv sind. Zunehmend, wenn auch imho leider, sind Beliebtheit und persönliche Sympathie von großer Bedeutung. Außerdem spielen immer wieder Partikularinteressen eine wichtige bis entscheidende Rolle.

Die Fakten nicht derart offen zu nennen oder ihnen zumindest immer wieder andere Ansichten, bis hin zur Verleumdung gegenüber zustellen, wäre nicht nur realistischer gewesen, sondern hätte das Ergebnis auch nicht derart vorhersehbar gemacht:

Nadjescha von Leufurtens Rolle im Kampf um das Bornland heruntergespielt, ihre Fehler betont werden können; gewiss hat auch sie Entscheidungen mit zum Teil zumindest regional oder persönlich schrecklichen Folgen. Im Gegensatz dazu wäre dann die Rolle anderer Kandidaten in all ihrer (vermeintlichen) Glanz und Glorie hervorgehoben worden. Ihre fehlende kriegerische Anmut und der Mangel an entschlossenem Heldentum hätten detaillierter beschrieben und auch übertrieben werden können, bis die Heldin wie eine feige, inkompetente Hochstaplerin erscheint, die einfach nur Glück und einen guten Namen hatte, während andere die wahren Heldentaten begingen. Wer weiß, wie sie Graf Linjan von Elenau an ihre Seite gezwungen und den „Gebietiger der Gebietiger“, trotz exzellenter Aussichten, von einer Konkurrenzkandidatur abgehalten hat? Ist sie am Ende gar eine Hexe? Das muss nicht wahr sein, das muss nur geglaubt werden oder zumindest an dem Bild der Heldin kratzen; wenn nur mit genug Dreck geworfen wird, bleibt bestimmt etwas hängen.

Dagegen wird dann Alderich von Notmark zum heiligen Phönix aus der Asche, dem geläuterten Wunder, der wahre Held, der für Stärke und Entschlossenheit steht. Zudem ist er der Held des einfachen Mannes, der dem wachsenden Einfluss der Kaufleute am entschiedensten entgegentreten und die Schuldsklaverei beenden wird. Gleichsam ist er jedoch auch die einzig rechte Wahl des Adels, denn er wird endlich entschlossen die Altlasten des bornischen Bruderkriegs aufräumen und für Gerechtigkeit sorgen. Focht und gewann Alderich denn nicht zahlreiche Duelle, um die Ehre seiner Familie wiederherzustellen? Sind dies denn nicht genug Beweise für die göttliche Gunst, welche er geniest und hat er sich damit nicht positiv von der von Leufurten gen Alveran abgehoben, diese inkompetente Plansche ohne jede Anmut und fern des Heldentums?

Joost von Salderkeim, Prinz von Salderkeim, entstammt nicht nur einem angesehenen Adelshaus, er ist zudem ein Meister zahlreicher Künste (die z.B. in der offiziellen Beschreibung leider gar nicht ausgeführt wurden), wahrlich ein Kind der Hesinde und des Phex. So ist er zudem mit Alin Stoerrebrandt verheiratet. Allein er besitzt die Kompetenz, den Willen und das Geschick, das Bornland aus dem Elend zu befreien, zu ungekannter Größe, Einfluss und Reichtum zu erheben; etwas, dass Graf Hanning Alatzer weder wollte noch vermochte. Er ist die einzig rationale Entscheidung zum Wohle des ganzen Landes. Make Bornland great again!

Als direkte Nachfahrin der großen Thesia von Ilmenstein fließt in Gewinja von Ilmensteins Adern das Blut, aus dem Helden gemacht sind. Der Götter Gunst und große Fähigkeiten sind ihr bereits in die Wiege gelegt und sollen nun zur vollen Blüte gelangen. Außerdem ist sie sich ihrer Verantwortung als Herrscherin bewusst, ehrt und bewahrt alte Traditionen. Unter ihr wird das Bornland gewiss kein zweites Horasreich, weder Orks noch Thorwaler oder gar das Mittelreich werden unter ihr daran etwas ändern können. Das Bornland ist ein großes Land, ein stolzes Land mit hervorragenden Menschen und unübertrefflicher Kultur, die, das wissen doch alle, droht durch fremde Einflüsse verwässert, durch eigennützige, verderbliche, wenn nicht gar feindliche Kräfte hinfort gespült zu werden. So verwundert nicht, dass sie auch eins ist mit den Kräften und Mysterien des Landes. Mit Hilfe der größten Zauberin des Landes, Zelda aus dem Hause Ilmenstein, wird Gewinja von Ilmenstein die verborgene Finsternis aufspüren und gnadenlos beseitigen. Dies sind Gefahren, vor welchen allein Gewinja von Ilmenstein das Bornland schützen kann, während alle anderen Kandidaten blind oder bereits befallen sind. Gewinja von Ilmenstein ist die einzige Wahl, wenn das Bornland nicht der Finsternis anheimfallen soll.

Jucho von Elkinnen ist der Adelsmarschall, den das Volk und das Land brauchen. Als langjähriger Landesvogt besitzt Jucho von Elkinnen eine umfangreiche politische Erfahrung; er weiß, wo der Fuchs langläuft und ihm macht niemand so schnell etwas vor. Dennoch hat er sich stets seine Unabhängigkeit bewahrt. Während der alteingesessene Klüngel bloß zum Schein eine Wahl veranstaltet, nach der Wahl nicht mehr weiß, was er vor der Wahl gesagt hat, und ohnehin untereinander alle verbunden sind, stellt Jucho von Elkinnen die große Ausnahme dar. Er ist nicht von Geld- und Machtgier zerfressen, wie die anderen Kandidaten. Nicht beworben, nein, aufgestellt wurde er zur Wahl, erneut mehr willens, das Wohl des Landes über alles andere zu stellen. Wählt Jucho von Elkinnen, um der Korruption endlich ein Ende zu machen, dem Land und der Jugend eine Zukunft zu geben.
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Re: Bornland-Wahl

Beitragvon Delta » Donnerstag 27. Juli 2017, 21:48

Leomar hat geschrieben:Das ist grundlegend nicht verkehrt, allerdings nur ein Teil der Wahrheit. In der Realität sind nicht allein objektive Fakten entscheidend, allein schon, weil sie meist weder bekannt noch tatsächlich objektiv sind.


Die Fakten hier sind aber bekannt und simpel. Das ist ja keine Wahl bei der Bauer Alrik auf dem Feld abstimmt.

Alderich von Notmark ist ein verhasster Kerl der am Arsch der Welt einsam und allein und der aktuell vielleicht wirtschaftlich schwächsten Grafschaft Aventuriens sitzt, und das weiß jeder der Adligen der dort abstimmt.

Joost ist mit einer Stoerrebrand verheiratet. Wiedermal, objektiv, simpel, weiß jeder dort.

Gewinja von Ilemnstein kennt keiner. Klar, kann man als Heldin aufbauschen, wäre die einzige Kandidaten der ich mit entsprechend Unterstützung und Spin eine Chance eingeräumt hätte, aber dazu müsste sie halt irgendwer kennen. Wenn man den NSC in der TR-Kampagne etabliert und sie vielleicht irgendwie eine "Heldentat" vollbringen hätte lassen, ja gut, aber so ist das halt einfach nur ein "Oh, wir haben einen leeren Platz auf der Liste und uns fällt absolut niemand ein... ach eine neue Ilmensteinerin wär doch cool"

Jucho ist dann endgültig albern, jeder der Anwesenden weiß dass er nicht gewählt werden will und dass er nur antreten muss weil er ein Goblinfreund ist. Wer hätte auch nur das geringste Interesse daran das in irgendeiner Weise positiv zu spinnen?

Man hätte die Wahl spannend machen können, aber dazu reichen nicht die paar Absätze die du da geschrieben hast, dazu hätte man diese NSCs etablieren müssen, eine Grundlage für eine Gegenkandidatur schaffen müssen. Das wurde nicht gemacht, obwohl die politische Entwicklung des Bornlandes nicht zuletzt eines der Kernthemen der hochaktuellen Abenteuer war. Das Potential wurde in der Kampagne verschenkt, nicht bei der Kandidatenbeschreibung, da war das Kind schon lange im Brunnen.
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Re: Bornland-Wahl

Beitragvon Leomar » Donnerstag 27. Juli 2017, 22:37

Delta hat geschrieben:...Die Fakten hier sind aber bekannt und simpel. Das ist ja keine Wahl bei der Bauer Alrik auf dem Feld abstimmt...


Wenn wirklich alle Fakten bekannt, simpel und noch dazu derart leicht zu bewerten gewesen sind, ist die Wahl eher lächerlich, da das Ergebnis recht leicht vorhersehbar war. Da stellt sich doch ganz deutlich die Frage, weshalb manch einer überhaupt angetreten ist.
Für eine spannendere Wahl müsste vorausgesetzt werden, dass eben nicht alles bekannt und simpel ist. Zudem darf nicht vergessen werden, dass faktisch Spieler, Leser usw. abgestimmt haben und keine bornländischen Adeligen.


Delta hat geschrieben:...Man hätte die Wahl spannend machen können, aber dazu reichen nicht die paar Absätze die du da geschrieben hast, dazu hätte man diese NSCs etablieren müssen, eine Grundlage für eine Gegenkandidatur schaffen müssen. Das wurde nicht gemacht, obwohl die politische Entwicklung des Bornlandes nicht zuletzt eines der Kernthemen der hochaktuellen Abenteuer war. Das Potential wurde in der Kampagne verschenkt, nicht bei der Kandidatenbeschreibung, da war das Kind schon lange im Brunnen.


Keine Sorge, die paar Sätze sollten nur grob eine mögliche Richtung verdeutlichen und keine vollständige Kampagne ersetzen ;)

Ja, es wäre gut und sinnvoll gewesen, einige Kandidaten bereits vorher einzuführen und ihre Position zu stärken, statt Personen aus dem Nichts zu erfinden oder klare Verlierer antreten zu lassen. Allerdings hätten vor allem die neu erfundenen NSCs mit einer besseren Hintergrundgeschichte versehen werden können; nicht alles muss bereits zuvor zwingend in Kampagnen und Romanen beschrieben worden sein. Ich habe die jüngsten Kampagnen zum Bornland bisher noch nicht gespielt, dennoch waren die offiziellen Beschreibungen recht eindeutig; auf Platz 1 der Beschreibung befindet sich eine praktisch durchweg perfekte Heldin mit vielen einflussreichen Freunden und danach nur noch mangelhafte bis lächerliche Kandidaten, die vielfach auch genau so beschrieben werden.
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Re: Bornland-Wahl

Beitragvon Engor » Freitag 28. Juli 2017, 08:29

Naja, so ganz unbekannt waren die die Kandidaten ja auch nicht, vor allem nicht, wenn man die neue Kampagne kennt. Und letztlich ist es ja sogar in der realen Politik nicht selten so, dass es bei Wahlen, vor allem bei regional begrenzten, ein breites Spektrum gibt, von den altbekannten üblichen Verdächtigen bis hin zu den Außenseitern ohne großes Profil.
Außerdem darf man nicht vergessen, dass es schwierig ist, den Vorgang mit einer normalen Wahl zu vergleichen. Es war ja eine Spielerwahl. Die Wahlmotivation dürfe doch recht unterschiedlich sein: Nimmt man das Ergebnis, dürften viele nach Sympathie entschieden haben. Sicher aber haben in so einem Fall viele auch im Kopf, welche Geschichten sich um die betreffende Figur entwickeln lassen, zumindest ging es mir so, mich hätte eben interessiert, was passiert, wenn ein Typ wie Alderich die Wahl gewinnt.
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Re: Bornland-Wahl

Beitragvon Leomar » Freitag 28. Juli 2017, 09:45

Auch die Wahl eines Jucho von Elkinnen wäre sinnvoll für all jene gewesen, welche sich eben keinen starken Adelsmarschall wünschen, sondern mehr Entscheidungen auf untergeordneter Ebene oder vielleicht auch jemanden, den sie leichter beeinflussen können.
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Re: Bornland-Wahl

Beitragvon Delta » Freitag 28. Juli 2017, 09:58

...und wenn man sich mehr belehnte Goblins im Bornland wünscht.
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Re: Bornland-Wahl

Beitragvon Leomar » Freitag 28. Juli 2017, 11:33

Der Kerl wirkt derart unkoordiniert und durchsetzungsschwach, da hätten sich bestenfalls ein paar Goblins etwas Lametta anhängen und von und zu Leiterin des Slums im Kaff xyz nennen dürfen. Andererseits wären ein, zwei Orte, in welchen Goblins nicht wie der letzte Abschaum behandelt werden, auch interessant.
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