Fragen und Unklarheiten rund um den Reiterkampf

Regelfragen kommen hier rein.

Fragen und Unklarheiten rund um den Reiterkampf

Beitragvon Albinosheep » Mittwoch 12. April 2017, 10:33

Liebe Community,

neulich wollten wir in unserer Runde tatsächlich mal mit einem SC zu Pferd einen Reiterkampf durchführen. Leider haben sich dabei einige Fragen aufgeworfen, die auch in den Threads zum Reiterkampf (z.B. Reiterkampf und Pferdefragen) nicht wirklich beantworten können.
Da es noch zahlreiche Fragen zu diesem Themenkomplex gibt, wollte ich die Fragen hier kurz sammeln und auch in der Fehlersammlung von Wiki-Aventurica des Regelwerks anschließend posten, da sie dort fehlen.

Habe ich Unklarheiten vergessen?
  1. Kann man mit einer freien Aktion beliebig die Gangart wechseln bzw. auch von Galopp zu Stand und von Stand zu Galopp wechseln, oder nur "Stufenweise"?
      Vermutlich beliebig.
  2. Kann ich mit der freien Aktion und der Aktion des Pferds, wenn ich mit einer freien Aktion die Gangart auswähle, mich bereits jeweils entsprechend weit bewegen (wichtig für Niederreiten/Sturmangriff)?
  3. Bis wohin läuft man nun genau, wenn man Niederreiten bzw. Sturmangriff nutzt? Muss man in beiden Fällen wenden?
  4. RAW stehen keine Möglichkeiten zur Verfügung, einen Kämpfer mit Niederreiten bzw. Sturmangriffen zu bekämpfen, da dieser immer wieder die beiden Manöver nutzen könnte. Sollten nicht zumindest misslungene Attacken einen Passierschlag nach sich ziehen?
  5. Sollte der Sturmangriff mit dem Pferd nicht analog zum normalen Sturmangriff um 2 erschwert sein? Die Reiten-Probe ist da keine Schwierigkeit für geübte Kämpfer und dann wäre es einheitlich.
  6. Kann man regulär mit Beidhändigen Kampf einsetzen?
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Re: Fragen und Unklarheiten rund um den Reiterkampf

Beitragvon Grumbrak » Mittwoch 12. April 2017, 15:24

Da es RAW nur rudimentäre Regeln zum Reiterkampf gibt, nutze ich hier meine Real life (das mit den Bäumen und draußen) Erfahrungen, als Reiter (ohne RAW):

1. Kann man, nennt sich im Westernreiten "sliding stop" und sieht nicht nur eindrucksvoll aus, ist es auch... ich verweise an youtube . :)

2. Würde ich so sehen.

3. Ja man muss wenden. Reichweite würde ich analog zu Flugangriff händeln: Halbe GS weiter.

4. Passierschlag macht Sinn, nach einem Ausweichen vllt. auch normaler Angriff? Oder Angriff auf das Pferd? Ich würde das erstmal (Bis Kompendium II kommt - da ist es hoffentlich genauer erklärt) mit Hausregeln spielen.

5.

6. Du musst nicht beide Hände am Zügel haben, aber wie willst du einene Gegner mit beiden Händen angreifen? Zumindest auf der falschen Seite (also Angriff mit der linken Hand nach Rechts und vis versa) ist das nicht möglich, dazu müsste man sich ganz schön aus dem Sattel beugen... Grundsätzlich würde ich z.b. erlauben einen links stehenden Gegner mit der linken Hand anzugreifen und einen rechts stehenden mit rechts... GGf. dann Schildstoß, etc.
Wobei ich kann auch mit rechts nach links schlagen (gefährlich nah am Bein des Reiters stehender Feind)... Mit links sollte es auch gehen (ich bin nicht beidhändig begabt)^^. Hm keine Ahnung RAW geht es vermutlich, ich find es aber in der Vorstellung kaum möglich, zumal das Reiten dann sehr erschwert ist (von vier klassischen Reithilfen-Hilfen: (Stimme), Gewicht, Beine und Zügel hättest du dann nur Beine, die Gewichtshilfe würde dem Pferd schon wiedersprüchliche Befehle geben, Zügel sind locker und Beine beim rauslehnen auch nicht eindeutige Befehle)... ARGS... Schlussendlich: Praktisch möglich, aber schwierig, RAW hab ich keine Ahnung... jemand mit genauer Regelkenntnis?
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Re: Fragen und Unklarheiten rund um den Reiterkampf

Beitragvon Albinosheep » Samstag 15. April 2017, 10:11

Ich habe die Unklarheiten und Balancingaspekte in die Erratasammlung des Regelwerks auf der Wiki-Aventurica online gestellt.
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Re: Fragen und Unklarheiten rund um den Reiterkampf

Beitragvon Verdemis » Sonntag 30. April 2017, 09:34

Ich hätte zu dem Thema auch noch ein paar Fragen :)

1. Pferd und Reiter bilden vermutlich eine Einheit, das bedeutet Pferd und Reiter zusammen haben nur eine Aktionen und eine freie Aktion?
2. Gelten die Angriffe des Pferds wie Mächtiger Schlag auch als Befehl? Also kann ein Reiter sein Pferd mit gelungener Reiten Probe gezielt zutreten lassen?
3. Der Sturmangriff zu Pferd kann ja nur im Galopp ausgeführt werden. Könnte ein Kämpfer mit seiner freien Aktion dann in den Galopp wechseln und mit der normalen Aktion den Angriff Strumangriff befehlen?

LG
Sascha :)
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Re: Fragen und Unklarheiten rund um den Reiterkampf

Beitragvon Balduin » Montag 19. Juni 2017, 17:41

Ich habe eine weitere Frage. Im Regelwerk S. 240 (2. Auflage) steht:

Ein Reiter gilt gegen Fußkämpfer als in vorteilhafter
Position.


Wer zählt alles als "Fußkämpfer"?
1. Auch ein Oger (Größenkategorie: groß)?
2. Auch ein riesiger Drache, sofern er gerade seine Füße zur Fortbewegung nutzt?
3. Auch ein Heshthot, der keine sichtbaren Beine hat und wohl eher schwebt?
4. Auch ein Mensch, der den Status "liegend" hat?

Ich würde es bislang so interpretieren (und im Sinne der Logik eines berittenen Kampfes auch gutheißen), wenn derjenige als Fußkämpfer gilt, der ungeachtet seiner Größe aktuell "zu Fuß kämpft". Also 1 und 2, jedoch nicht 3 und 4. Wie seht ihr das?
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Re: Fragen und Unklarheiten rund um den Reiterkampf

Beitragvon Fayne » Montag 19. Juni 2017, 18:09

Warum sollte ein menschlicher Reiter gegenüber einem riesigen Drachen in einer vorteilhaften Position sein, wenn er auf einem Pferd sitzt? Warum gegenüber einem Heshthot nicht? Ich wage mal zu bewezeifeln, dass die vorteihafte Position des Reiters daraus resultiert, dass der andere Füße besitzt und die sich auf dem Boden befinden (was wäre dann, wenn der zu Fuß gehende Gegner im Moment seines Angriffs oder seiner Verteidigung hüpft?).
Für mich resultiert die vorteihafte Position daraus, dass man oben sitzt und von oben herab kämpft. Außerdem ist dem Angreifer ein geringerer Teil des Körpers zugänglich, ein Teil wird ja durch das Pferd verdeckt.

Dementsprechend macht für mich nur folgendes Sinn:
1. Nein
2. Nein
3. Ja

Der wahre Knackpunkt ist der vierte Punkt.
Fangen wir erstmal mit einem anderen Beispiel an. Ist der Reiter in einer vorteilhaften Position gegenüber einem Eichhörnchen? Ich denke: Ja, sofern der Reiter den deutlich kleineren Gegner mit seiner Waffe mühelos erreichen kann auf jeden Fall. Wie sieht es jetzt aber beispielsweise mit einem Kurzschwert aus? Damit kann man das Eichhörnchen auf den Boden logischerweise nicht treffen. Andererseits kann auch das Eichhörnchen nicht angreifen, außer es begibt sich in Angriffsreichweite, was wiederrum aber auch dem Reiter einen Angriff erlauben würde. In dem Fall würde sich für mich der Reiter aber wieder in einer vorteilhaften Position befinden, da das Eichhörnchen sich in seine Reichweite begeben muss.

Jetzt zum Liegenden: Grundsätzlich gilt das gleiche wie beim Eichhörnchen, nur dass der Liegende sich nicht ohne aufzustehen in Angriffsreichweite bewegen kann.
Was bleibt ist jedoch die Frage: Sollte der Liegende neben den Nachteilen des Status liegend auch noch den Nachteil durch eine vorteilhafte Position des Gegners haben? Meiner Meinung nach ja. Der Status liegend soll ein Nachteil sein, warum diesen Nachteil dadurch abschwächen, dass potentielle Boni des Gegners aufgehoben werden.

Zusammenfassend:
Gegen alles, was exakt eine Größenkategorie kleiner als die des Reittieres ist, ist man in vorteilhafter Position.
Gegen noch kleinere Gegner ist man dann in vorteilhafter Position, wenn man entweder den Gegner mit der Waffe problemlos erreichen kann (mit einem Speer etwa) oder der Gegner selbst im Nahkampf angreift.
Status wie liegend sollten dies über diese Elemente hinaus nicht beeinflussen.
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Re: Fragen und Unklarheiten rund um den Reiterkampf

Beitragvon Balduin » Montag 19. Juni 2017, 18:36

Gegen alles, was exakt eine Größenkategorie kleiner als die des Reittieres ist, ist man in vorteilhafter Position.


Das ist aber nicht durch die Regeln gedeckt. Dort steht: "Ein Reiter gilt gegen Fußkämpfer als in vorteilhafter Position." Es gibt keinerlei Einschränkungen auf bestimmte Größenkategorien.

Und das würde auch wenig Sinn ergeben, auch wenn man es intuitiv anders erwartet. Wir stellen uns mal den Kampf gegen einen großen Oger vor: Natürlich ist die Position eines Reiters gegen diesen nicht besonders "vorteilhaft", da sie sich etwa auf Augenhöhe begegnen. Was wäre aber, wenn der Reiter stattdessen vom Pferd absteigen und zu Fuß gegen den Oger kämpfen würde? Dann wäre seine Position noch schlechter. Der Bonus "vorteilhafte Position" bildet in diesem Fall also ab, dass der Reiter immerhin nicht aus so schlechter Position kämpft wie als Fußkämpfer, denn sonst wäre es noch schlimmer. Dabei ist es egal, ob er gegen einen Menschen, einen Oger oder gar einen riesigen Drachen kämpft. Auf dem Pferd ist jeweils besser als zu Fuß.
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Re: Fragen und Unklarheiten rund um den Reiterkampf

Beitragvon Fayne » Montag 19. Juni 2017, 18:53

Dass meine Aussagen nicht durch Regeln abgedeckt sind, hielt ich für offensichtlich. Der minimalistische Regeltext ist ja schon vollständig zitiert worden.

Das was du beschreibst klingt für mich eben einfach nicht plausibel. Für den Drachen spielt es keine Rolle, ob er mit seinen Pranken einen Menschen oder einen Menschen auf einem Pferd zermatschen will (außer das Pferd befindet sich im Galopp, aber darum geht es hier ja nicht). Für den Oger macht es keinen Unterschied, ob er seinen rausgerissenen kleinen Baum jetzt gegen das kleine Menschlein schwingt oder Pferd und daraufsitzenden Menschen gemeinsam trifft. Den kleinen Mensch alleine zu treffen ist da eher sogar schwerer.
Solange ich nicht abhauen will oder meine Schnelligkeiten ausnutzen will, um zuzuschlagen und wieder zu verschwinden, würde ich persönlich tatsächlich sogar den Kampf zu Fuß gegen solche Gegner bevorzugen, da man stationär wendiger ist.

Aber letztlich ist es natürlich die einfachere Regel "Fußkämpfer" allgemein als "nicht berittener Kämpfer" zu interpretieren. Dem Balancing wird es vermutlich auch nicht schaden, Reiter laufen ja nicht wirklich Gefahr, OP zu sein.
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Re: Fragen und Unklarheiten rund um den Reiterkampf

Beitragvon Tengwean » Montag 19. Juni 2017, 19:02

Man könnte in Situation 1&2 vielleicht "Verbesserte Position" statt "Vorteilhafte Position" sagen, denn zumindest wird der Angriff auf größere Gegner leichter, wenn man näher an Kopf/Oberkörper ist. Ob die PA leichter ist, keine Ahnung.

Gruß
T
Nicht alles,was Gold ist,funkelt,
Nicht jeder,der wandert,verlorn,
Das Alte wird nicht verdunkelt;
Noch Wurzeln der Tiefe erfrorn.
Aus Asche wird Feuer geschlagen,
Aus Schatten geht Licht hervor;
Heil wird geborsten Schwert;
Und König,der die Krone verlor
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Re: Fragen und Unklarheiten rund um den Reiterkampf

Beitragvon Grumbrak » Dienstag 20. Juni 2017, 06:47

Man sollte davon wegkommen RAW zu nutzen und sich stattdessen folgende Frage beantworten: Was wollten die Ersteller mit dieser Regel bezwecken und woran haben sie Gedacht (RAI / GMV).

Es darf davon ausgegangen werden, dass der Ersteller der Regeln an Kampf von Menschen zu Fuß gegen Menschen zu Pferd ausgegangen sind. Leider hat keiner an Mensch zu Pferd gegen Oger, Goblin auf Schwein gegen Menschen. oder den noch viel obskurseren Fall: Oger auf Pferd (Tralloper(?), Nashorn, Drachen) gegen Menschen...

Hier sollte der GMV gnadenlos walten und jede Gruppe ihrem Meister vertrauen, dass er eine "faire" Lösung für alle findet. Dann sollte man vielleicht des Spielflusses wegen nicht diskutieren, ob nicht eine Erschwernis von +2 doch angemessener ist, als +1, sondern ein wenig seinem Gefühl vertrauen.

Spielt man mit Trefferzonen kann der Berittene tendenziell mehr Oberkörper / Kopf vom Oger treffen, als die Beine.
Fayne hat geschrieben:Dementsprechend macht für mich nur folgendes Sinn:
1. Nein
2. Nein
3. Ja

Sehe ich genauso.

4. Mein Vorschalg als Meister: Der Gegner liegt, ist ebenso treffbar, wie ein stehender Kämpfer (Vorteilhafte Position), aber durch das "liegen" nur ein Kleines Ziel!
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