DSA 5 und ich

Alles, was in die obige Kategorien nicht passt (Wettbewerbe, Computerspiele, Absurdes)

DSA 5 und ich

Beitragvon Anon » Dienstag 3. Januar 2017, 00:17

Hallo liebe Foristen.

Ich kann natürlich nicht sagen in wie weit es jemanden interessiert (noch kann ich sagen, ob dies das richtige Unterforum ist, sollte dem nicht so sein, so möchte ich um Verzeihung bitten), aber ich wollte, in erster Linie für mich, einmal meine Gedanken zu DSA5 aufschreiben. Denn DSA5 und ich haben ein recht seltsames Verhältnis miteinander. Dann dachte ich, daß es mir möglicherweise helfen könnte, wenn ich das ganze nicht nur mal "richtig" durchdenke, sondern vielleicht hier im Forum poste. Denn immerhin wäre es ja möglich, daß jemand zwischen mir und DSA5 vermitteln kann. Immerhin möchte ich DSA5 mögen. Wirklich wirklich gern. Ich schaffe es nur nicht. Daher dieser Post, vielleicht hilft er mir selbst, indem ich vielleicht etwas deutlicher sehen werde was genau mir mißfällt, zum anderen gehe ich davon aus, daß sich, bei dem Ganzen ja etwas gedacht wurde, auch wenn es sich mir nicht erschließt. Und wenn, so dachte ich mir weiter, mir gesagt werden würde, was der Hintergedanke bei dem einen oder anderen war, so wäre es ja durchaus möglich, daß sich meine Meinung ändert und ich all die Bücher, welche ich von DSA5 erworben habe, doch noch so zu lieben lerne, wie ich es mit wünschen würde. Es ist ja auch durchaus möglich, daß ich an der einen oder anderen Stelle einfach etwas falsch verstanden habe.
Da ich niemand bin, der regelmäßig Rezensionen schreibt oder auch nur regelmäßig in entsprechenden Foren unterwegs ist, bitte ich etwaige Fehler zu verzeihen. Da aber eine Kritik nie sonderlich sinnvoll ist, so meine Empfindung, wenn man nicht weiß "aus welcher Ecke" derjenige kommt, welcher sie schreibt, hier ein wenig über meine "Rollenspielkarriere". Wer daran kein Interesse hat, oder der Meinung ist, daß solcherlei Informationen keinen Mehrwert bieten, der mag den nächsten Teil gern überspringen.

Die älteste Box, welche ich in meiner Sammlung finden kann, ist die Abenteuer Basis Box von 1988. Ich kann mich aber ehrlich gesagt nicht an DSA2 erinnern und denke mal, daß diese später erst in meinen Besitz gekommen ist. Die erste Box, mit der ich tatsächlich gespielt habe ist das Abenteuer Basis Spiel von DSA3. Und mit meinen DSA3 Boxen hatte ich damals verdammt viel Spaß. Sowohl am Spieltisch, als auch beim gemütlichen schmöckern. Und wie oft ich die Nordland-Trilogie am Rechner durchgespielt habe kann ich gar nicht mehr sagen. Ich mag die Welt des Schwarzen Auges. Insbesondere im Bestiarium Aventuricum und den Magieboxen lese ich bis heute immer noch sehr gern. Gerade im ersteren bereitet es mir bis heute große Freude, einfach eine Seite aufzuschlagen, etwas über "Springchamäleons" (tatsächlich gerade zufällig aufgeschlagen) zu lesen und mir zu denken "die wären eigentlich mal eine Begegnung in einem Abenteuer wert". Auch diverse andere Systeme wurden getestet. D&D (welche Version weiß ich gar nicht mehr), Marvel Super Heros, Indiana Jones (auf Englisch in jungen Jahren eine ziemliche Herausforderung), Cthulhu und ich meine mich zu erinnern, daß sogar jemand Shadowrun Zuhause hatte. Aber wir kamen immer wieder auf DSA zurück. Irgend etwas macht DSA also verdammt richtig, wenn es mit Cyberpunk, Horror, Superhelden und unserem Lieblingsarchäologen nicht nur mithalten kann, sondern all diese interessanten Schauplätze und Systeme sogar übertreffen kann.
Aufgehört habe ich mit DSA zu der Zeit, als DSA4 herausgekommen war. Wir hatten uns noch so eine Einsteigerbox geholt, ich finde sie gerade weder in Netz noch in meinem Bücherregal, mit 4 Archetypen, welche auf Karten gedruckt waren. Kurz einmal ausprobiert und dann nie wieder angefaßt. Nicht weil uns das Spiel damit keinen Spaß gemacht hätte, sondern weil dann einfach andere Dinge mehr Zeit in Anspruch nahmen. So gingen dann viele Jahre ins Land, ohne daß ich ein P&P Spiel gespielt habe. Soviel zu meiner frühen Geschichte als Rollenspieler. Kommen wir in die Jetztzeit.

Vor kurzem packte mich dann der Gedanke wieder, ich sollte mal wieder ein P&P spielen. Genaugenommen zu Zeiten der DSA5 Beta. Irgendwo hier hatte ich dazu auch ein paar Fragen gestellt, ebenso zum Grundregelwerk. Aus Neugier hatte ich mir auch Wege der Helden und Wege der Alchemie gekauft. Die Basisregeln lagen ja dem Spiel Drankensang bei. Und ich muß sagen – ich war begeistert. Etwas wie Wege der Helden hätte ich mir für DSA3 gewünscht. Eine komplette Sammlung aller Professionen. Und, für mich als DSA3 Spieler, so viele Neue. Auch wenn ich damals viel Gegenteiliges gelesen habe, für mich war dieses Werk ein Musterbeispiel an Übersichtlichkeit, auch wenn natürlich die Erschaffung eines Helden ein Wahnwitz an Arbeit war. Ich hatte jedenfalls, auch wenn es nur mit gratis Soloabenteuern ausprobiert wurde, meine Freude an dem Buch. Als ich die Heldensoftware entdeckte stieg der Ausstoß an Helden, welche ich ausprobiert habe noch einmal um ein vielfaches.

Aber der Erste wirkliche Neukantakt mit P&P war das nicht, Solo mag zwar schön sein, aber es gilt "am Tisch". Das hatte ich mit D&D5. Und ich konnte damit nicht sehr viel anfangen. Als ich mich, beispielsweise mit der Begründung, nichts über die Religion der Welt zu wissen, weigerte einen Mönch (oder wie dort gesagt "Healer") zu spielen wurde ich seltsam beäugt. Auch im Spiel selbst hatte ich keine große Freude – im Kampf hatte jeder x-Mal einen Angriff den man einmal pro Kampf nutzen kann, dann X einmal am Tag und so weiter. Fühlte sich an wie ein MMORPG an einem Tisch. Und ich fühlte mich ein wenig wie früher bei anderen Systemen. Ich wollte zurück zu DSA. Nicht, daß ich den D&D Spielern etwas böses will, es ist nur einfach nicht meine Welt. Umgekehrt sorgte ich für Augenrollen als ich von meinem nach DSA4 erstellten Zuckerbächer/Jäger/Gelehrten erzählte. In die Richtung "was willst du denn damit reißen". Einzig mein gutes altes "Bestiarium Aventuricum" konnte punkten – den Vorteil zu den gefühlt 6 "Monster Manuals" konnte keiner bestreiten.

Aber zu DSA5. Zu Anfang war ich ein wenig irritiert durch die neue Berechnung von AT und PA. Vor allem wenn so etwas wegen "Vereinfachung" verändert wird, gleichzeitig aber mit Seelenkraft ein Wert eingeführt wird, welcher den Grad der Komplexität der alten Basiswerte um ein Vielfaches übersteigt. Seis drum, ich kann rechnen und höhere Mathematik ist das alles nicht. Auch, daß ich von einer Spielanleitung ungern Geduzt werde nehme ich hin, wobei ich das nicht ganz verstehe. Bunte Bilder und Duzen scheint mir auf ein jüngeres Publikum abzuzielen; der bedeutend höhere Preis allerdings scheint mir da aber für jüngere eher ein Kontraproduktiv zu sein, schließlich gibt es PC Spiele für einen Appel und n' Ei. Aber das nur nebenbei. Zudem sehen die Elfen sehr menschlich aus, was mich dann schon ein wenig mehr stört. Hatten die nicht mal recht große Augen? Ich meine, das unterscheidet sie doch von den ganzen 08/15 Elfen da draußen. Nun ja. Das aber weder Ulrich Kiesow noch der Phantastische Realismus Erwähnung finden, daß war dann doch etwas befremdlich für mich. Erfreut hat mich allerdings die Einführung von verschiedenen Erfahrungsstufen von Helden. Das mag ich gern, da ich, persönlich, gern ein einfaches Landei spiele, einen Bauern in jungen Jahren, einen Handwerker auf der Walz, einen Zauberer, der aus bestimmten Gründen extrem früh seine Prüfung ablegen mußte und viel zu unvorbereitet auf die Welt losgelassen wurde oder einen Straßenjungen, wie aus Oliver Twist. Leute , die erst zu Helden werden, die in ihre Rolle hineinwachsen.
Ernüchternd war allerdings das Ergebnis meiner Versuche, solche Charaktere tatsächlich zu erstellen. Der Magier fühlte sich nicht an wie jemand der früh seine Prüfung abgelegt hat sondern eher wie jemand, der rein gar nichts auf die Kette bekommt (und wie ich gelesen habe ist das auch auf weit höheren Stufen noch der Fall) und bei den Anderen wußte ich gar nicht wohin mit den AP. Wenn ich mich Recht entsinne "mußte" mein Straßenjunge dinge wie Rechtskunde steigern, nur damit ich die AP irgendwie "loswerde". Ein freies Generierungssystem mit mit variablen Startpunkten ist toll, aber was nutzt es mir, wenn ich nicht erstellen kann, was ich erstellen will? Den einen nicht, weil es vorn und hinten Mangelt, die Anderen nicht, weil ich das Gefühl habe in AP zu schwimmen? Vielleicht mache ich hier ja etwas falsch, aber das war schon reichlich enttäuschend in meinen Augen. Oder ist es nicht vorgesehen, solcherlei Charaktere zu basteln?
Ich hoffte auf das Aventurische Kompendium. Da sollte alles zu profanen Tätigkeiten drinstehen. Da würde ich meine AP raushauen können. Mein Vorsatz war es sowieso, von DSA5 alles zu erwerben, zumindest alles was Regeln beinhaltet und Regionen beschreibt, da es mich bis heute stört, keine vollständige DSA3 Sammlung zu besitzen. Wenn ich mich recht entsinne, kam danach das Aventurische Bestiarium. Selten war ich so enttäuscht von einer Rollenspielproduktion. 40 Monster und 30 Tiere? Und dann wirkte das Ganze auf mich auch noch unglaublich zusammengewürfelt. Ich hatte das DSA Monster Manual 1 in der Hand. Und ich hoffe, daß dem nicht so ist, daß da noch was anderes kommt. Wie ist da der Plan für die Zukunft? War das nur als Querschnitt gedacht oder geht das so weiter? Wenn schon nichts in Richtung "Bestiarium Aventuricum" geplant ist, ist denn dann das nächste Monster/Tierbuch wenigstens Thematisch sinnvoll geordnet? Mir wäre es lieber, es kämen einzelne Bänder von "Aventurische Dämonen" über "Aventurische Hunde" bis zu "Aventurisches Nutzvieh" raus, als ein zweiter Teil vom Bestiarium, welcher wie der Erste ist. Wenn das Buch so war wie es ist um möglichst schnell ein paar Gegner für DSA5 zu haben, seis drum, aber wenn sich das so fortsetzen sollte... Und da ist auch die Regelwiki kein Ersatz.
Den Meisterschirm, der danach erschien, wollte ich mir sparen. Hab ja einen, war mein Gedanke. Aber – Regeln zu Kneipenschlägereien waren da mit bei. Sehr ärgerlich und meine Sturheit setzte sich gegen meinen Vorsatz durch. Nicht, weil ich zu geizig wäre, ich hatte das Gefühl, daß gerade Leuten wie mir, welche kein Problem damit haben einen alten Schirm zu nehmen, daß Ganze durch eine Regelerweiterung schmackhaft gemacht werden sollte.
Ich weiß zwar nicht genau, ob die Reihenfolge in der Veröffentlichung genauso war, aber als nächstes hatte ich den Almanach zwischen. Ein schönes Buch, daß mir Spaß gemacht hat. Immerhin war ich jahrelang "draußen" (wir kamen damals nicht mal bis Borbarad) und konnte mir so einen guten Überblick über das "neue" Aventurien verschaffen. Ich hab das Buch gern gelesen. Auch die Idee, Figuren in der Welt nach Wichtigkeit zu unterteilen gefällt mir sehr gut. So kann man "offiziell" bleiben wo es wichtig ist und abweichen wo es "geht", ohne es sich unmöglich zu machen, ofizielle Abenteuer zu spielen. Das Buch ist rund, daran gibt es, in meinen Augen, auch nix zu meckern. Und dann das von mir lang erwartete Kompendium. Von diesem Buch erhoffte ich es mir, meine geplanten Charaktere so ausgestalten zu können, daß ich die AP nicht in Dinge versenken muß, welche nicht zu den Charakteren passen. Und bekam stattdessen Berufsgeheimnisse zu Schokolade, Sonderfährtigkeiten zum Opernsingen und zu Ölmalerei und Regeln dazu, wie man Fässer rollt und Geländer herunterrutscht. Ich hatte gehört, daß es in DSA4 zu allem eine Sonderregel geben soll und das DSA5 schlanker werden sollte, ich frage mich gerade ernsthaft – wie unfaßbar verregelt muß DSA4 denn bitte gewesen sein? Eine solche Menge an kleinteiligen Regeln hatte ich nicht erwartet. Ich weiß, man muß damit nicht spielen, aber ich habs, ganz ehrlich, eigentlich gekauft um damit zu spielen. Zumal es den Hinweis, daß ich Regeln nicht nutzen und abändern kann auch bei DSA3 schon gab. Ist also nichts neues. Das erhoffte Ergebnis trat bei mir leider nicht ein, eher im Gegenteil. Eigentlich freute ich mich auf den Band, da ich es mir erhoffte meine Charaktere damit bauen zu können. Leider konnte ich nichts finden was mich groß vom Hocker gehauen hätte. Mir fiel nur das Erste mal auf, was für mich zu einem der größten Probleme von DSA5 gehört.
Und wenn mir hier jemand helfen könnte, dann wäre ich schon wieder sehr viel näher an dem, was ich mir eigentlich von mir und DSA5 wünsche – nämlich das wir miteinander auskommen.... Wie soll ich bitte als Meister den Überblick über all diese Anwendungsgebiete behalten? Ich meine, man stelle sich die folgende Situation vor, welche wohl so unüblich nicht ist. Ein Spieler hat ein Tier geschossen, er will einen Teil des Tieres zubereiten und den Rest mitnehmen. In DSA3 würde ich nun auf Kochen würfeln und gut is'. In 5 wäre das entsprechend Lebensmittelbearbeitung. Ich muß dann als Meister erst mal wissen, daß es die folgenden Anwendungsgebiete gibt: Ausnehmen, Backen, Braten & Sieden, Brauen, Haltbarmachung. Damit hätte ich zunächst einmal drei Proben, eine fürs Ausnehmen, eine um einen Teil zu Braten und eine um den anderen Teil haltbar zu machen. Diese sind dann zum Teil erschwert oder eben nicht. Meine ganz ernst gemeinte Frage – wie soll ich mir das merken? Ich kann mir ja höchstens eine Liste ausdrucken und dann immer nachsehen, ob ich Proben erschweren muß oder nicht. Bei jedem einzelnen Talent und einer Liste die immer länger wird. Für jede einzelne Probe. Immer. Zumal es für mich als Spieler sehr frustrierend wäre, eine vielleicht wichtige Probe zu schaffen um dann, eine Publikation später, zu merken, daß die Probe mißlungen wäre, hätte der Meister zu dieser Zeit bereits um dieses Anwendungsgebiet gewußt. Wie regelt ihr das? Das bereitet mir wirklich Kopfzerbrechen.
Als ich das nächste mal im Laden stand, lagen vor mir die die streitenden Königreiche und die Rüstkammer. Relativ desillusioniert griff ich nach dem Regionalband, obschon mich die Region nicht sonderlich interessierte. Und ich war begeistert. Der Band ist toll, von Vorne bis zu der Stelle, an welcher erklärt wird,
+ SPOILER
wieso sich die Königreiche hassen (muß das wirklich auch noch Magie sein?)
, aber gut, das kann ich ausblenden, ansonsten ist das ein Spitzenwerk. Ich hatte beim Lesen richtig Lust, einmal in der Region zu spielen. So viel Freude hatte ich schon lang an keiner Publikation mehr. Großes Lob, wirklich. Aber (es war klar, daß ein "Aber" kommt, oder?) Rüstkammer und Kartenset? Riecht für mich nach DLC bei Computerspielen. Sollte eigentlich drin sein, wird aber gegen Geld ausgelagert. Kaufe ich nicht. Das soll aber den Band selbst nicht schlecht machen. Nur diese Art der Veröffentlichung ist nicht meins. Vielleicht bin ich da ja altmodisch, aber ich mochte an den alten Boxen, daß ich dann auch alles hatte, was dazu gehört. Wie am PC, ein Preis, ein Spiel. Gerne eine Erweiterung von einem guten Spiel. Aber 32 Seiten Waffenwerte? Das ist nicht "Beyond the Dark Portal", das riecht nach "Horse Armor". Fand ich schade.

Dennoch absolut erfreut über meinen Kauf ging ich wenige Tage später wieder in den Laden um mir die Rüstkammer zu kaufen, die Aventurische, versteht sich. Was mir dann bewies, daß ich die der Streitenden Königreiche wohl niemals nachkaufen werde. Wenn ich beim Bestiarium schon dachte, daß ich keine 2 Seiten für ein Skelett brauche, dann wunderts mich bei der Rüstkammer noch mehr, auch ganz ohne Vergleich zu Kaiser Retos Waffenkammer. Für einen guten Witz bin ich ja immer zu haben und hätte die Unterhose sicherlich mit einem Lächeln genommen, wenn nicht der Rest des Bandes voll wäre von Kartenspielen, Geldtaschen, Lampen, einem Nudelholz, Papier(?) und solcherlei. Wer weiß denn nicht, was eine Lampe oder ein Brecheisen tut? Fällt es Leuten heute ohne ein Bild schwer sich Papier vorzustellen? Ich meine, ich hab gerade ein Buch in der Hand. Wer braucht dafür teils eine Seite Beschreibung? Wer braucht diese ganzen Minieffekte? Als ich das gelesen hatte, da hatte ich ernsthaft Lust, mir mehr von DSA4 zu besorgen, weil wenn diese ganzen Effekte ein Verschlankung des Systems sind, dann muß DSA4 ja wirklich groteske Züge angenommen haben. Vor einigen Tagen habe ich mir dann noch den Magieband zugelegt. Den hab ich noch nicht durch, scheint sich aber einzureihen, in meine bisherigen Erfahrungen. Unglaublich viele Minieffekte und reichlich kompliziert. Aber vielleicht irre ich. Drückt mir die Daumen.

Das klingt jetzt wahrscheinlich alles unheimlich negativ, aber ich wüßte wirklich nicht, wie man das alles ins Spiel einbauen sollte. Schon gar nicht sinnvoll. Wer merkt sich denn Sachen wie, daß man mit einem Nudelholz auf die letzte Teilprobe bei Lebensmittelbearbeitung einen Bonus von +1 bekommt? Aber nur unter Verwendung des Anwendungsgebiets Backen. Wenn ich Backen nicht habe, sind die Teilproben dann -3/-3/-2? Oder weiß ich dann nicht wie ich das Nudelholz benutze? Vielleicht muß man ja durch DSA4 gegangen sein, um das ganze System als „Schlank“ zu empfinden, aber mir persönlich ist das zu kompliziert. Und das hatte ich noch nie bei einem Spiel. Es gab Teilaspekte mit denen ich mich schwer tat, ja, wie die Decker bei Shadowrun, aber das gesamte Spiel?
Für mich fühlt sich DSA5 ein wenig so an wie D&D5. Alle nach Möglichkeit gleich stark. Ich mag das nicht. Wie soll denn ein Bauernlümmel so stark sein wie ein Krieger oder Magier? Da müssen ja AP überbleiben. Die dann woanders reinwandern. Und dann ist es kein Bauer mehr. Dann habe ich die Möglichkeit einen solchen zu erschaffen nur theoretisch. Und da die Regeln die Welt abbilden gibt es dann keine Bauern. Zumindest keine echten, "nur" Bauern. Ich möchte Aventurien mit Bauern. Die ganze Vereinfachung scheint nur dahin zu Zielen, daß es eine Balance zwischen verschiedenen SCs gibt, nicht für ein schnelles einfaches Spiel. Und ganz nebenbei scheint, zumindest mir, dabei der Hintergrund und der phantastische Realismus unter die Räder gekommen zu sein.
Bevor nun, was wohl auch verständlich ist, die Leute sagen, daß ich all dies schreibe um DSA5 schlecht zu machen – das mag so klingen, ist aber nicht meine Absicht. Ich bin hier mittlerweile auf Seite 4 bei Open Office und die Mühe würde ich mir nicht machen, wenn mir nicht wirklich viel an DSA liegen würde. Ich bin auch sicherlich kein Mensch, der gern Geld ausgibt um sich dann im Internet negativ darüber auszulassen. Dafür ist mir mein Geld und meine Zeit zu schade. Ich hoffe ehrlich, daß mir jemand sagen kann, wieso und warum das alles so sinnig und gut ist. Allein schon um vor mir selbst zu rechtfertigen, daß ich auch die nächste DSA Produktion kaufen soll. Denn die Lichtblicke sind da. Almanach und die streitenden Königreiche sind spitze. Auch die Regelwiki ist eine tolle Sache. Und viele Leute scheinen ja begeistert zu sein, von DSA5.
Ich möchte auch gern dazugehören.
Ehrlich.
Vor allem, da ich mit einigen Anfängern wieder zu spielen begonnen habe. Nicht DSA. Aber, wie früher, zieht es mich zurück nach Aventurien. Schließlich bin ich noch nie Borbarad begegnet. Das würde ich gern nachholen. Ich weiß nur noch nicht, ob mit DSA3 oder DSA5, und diese Entscheidung wird die Gruppe mir überlassen.

PS:
Ich hab das ganze jetzt in einem Schwung runtergeschrieben und möchte daher, für wahrscheinliche Orthographiefehler um Entschuldigung bitten. Aber ich mußte mir die Zeit für diesen Text wirklich "aus den Rippen" schneiden. Daher auch eine wahrscheinliche Ungeordnetheit meiner Gedanken. Ich hoffe, man versteht, was ich meine. Ebenso hoffe ich, um dies noch einmal zu betonen, daß niemand diesen Post in den falschen Hals bekommt. Wie gesagt - ich würde dieses Spiel sehr gerne mögen; ich bitte darum diesen Text so zu lesen.
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Re: DSA 5 und ich

Beitragvon Leomar » Dienstag 3. Januar 2017, 01:26

Hallo Anon,

da es mittlerweile recht spät geworden ist, möchte ich mich kurz fassen: Ja. Ja, zu beinahe allem, was du hier geschrieben hast.
In vielen Punkten konnte ich sehr genau entdecken, was auch mir bei DSA5 immer wieder aufgefallen und vor allem leider negativ aufgefallen ist (Was ist mit der Magie geschehen? Wer braucht Regeln für die Verwendung eines Bratspießes? Was soll das für eine Veröffentlichungspolitik sein; wo ist die Struktur, wer soll hier etwas finden und warum ist das nicht im Hauptband, sondern kostet extra? Wieso ist unter dem Kredo der Vereinfachung so viel Sinnvolles gestrichen worden, teilweise sogar ersatzlos gestrichen, doch dann ohne erkennbaren Mehrwert aufwändigste Sonderregeln ohne erkennbaren Mehrwert eingeführt? Warum wirbt DSA5 einerseits mit einer vermeintlich großen Freiheit und macht dennoch immer wieder Anstalten, ein Klassensystem einzuführen? Warum muss der Bauer unbedingt so fähig wie der Krieger sein und warum kann er Magier auf einmal nichts mehr? Was soll dieses massive Aufblähen der Berufsgeheimnisse, bis niemand mehr weiß, wofür ein Talent eigentlich noch gut ist? ...).
Gleichsam kann ich bezüglich DSA4 beruhigen, Regeln wie jene zum Bratspieß
+ SPOILER
"Bratspieß: Fingerfertigkeit erhält bei der zweiten Teilprobe auf Lebensmittelbearbeitung (Braten & Sieden) bei Verwendung eines Bratspießes einen Bonus von +1, wenn es darum geht, Essen über einem Feuer zu braten."
, wirst du in DSA4 definitiv und glücklicherweise nicht finden. Das noch recht bunte DSA4-Basisbuch bietet eine recht gute Übersicht, sowohl über die zahlreichen und meiner Ansicht nach meist positiven Erweiterungen zu DSA3, z.B. Kampfsonderfertigkeiten oder spontane Modifikationen für Zauber, wie ebenso über die eher unnötigen Regelauswüchse, z.B. die leicht zu ignorierenden Ausdauerregeln. Insbesondere einem ehemaligen DSA3-Spieler sollte nicht schwerfallen, DSA4 auf die individuellen Bedürfnisse anzupassen und dennoch von den zahlreichen Vorzügen zu profitieren; gefallen z.B. die ausladenden Beschwörungsregeln nach DSA4 nicht, können problemlos die sehr einfachen DSA3-Regeln übernommen oder eine Zwischenlösung auf haben Weg gefunden werden. Das Buch "Wege der Helden" ist weniger bunt und zeigt dafür deutlicher die Struktur von DSA4, wie sie auch in den übrigen Bänden zu finden ist. Kernregen für praktisch alle Bereiche sind in DSA4: Basisbuch, Wege der Helden, Wege des Schwerts, Wege der Magie, Liber Cantiones und Wege der Götter. Sollten die äquivalenten Bände aus DSA3 nicht vorhanden sein oder Interessen an den Neuerungen bestehen, empfehle ich noch die Geographia Aventurica und das Zoo-Botanica Aventurica, vielleicht noch den Regionalband für die Lieblingsregion. Andere Bände, z.B. Wege der Alchimie oder der Vorgänger "Stäbe, Ringe, Dschinnenlampen", sind für Detailfreunde, d.h. Freunde sinnvoller Detailregeln (nicht Detailversessene, die nach der FF-Erleichterung der ersten Teilprobe beim Zähneputzen mit einem tulamidischen Zahnstöckchen fragen und im Ausrüstungsband gerne Ergänzungsregel sowie Bilder für vierzehn regionale Varianten auf zwanzig Seiten hätten), interessant oder, insbesondere die an der Grenze zu DSA5 erschienene Bände wie z.B. Elementare Gewalten, gar das imho unsägliche Liber Liturgium, leider recht fehlerhaft oder schlicht überflüssig. Außerdem konnte ich bereits am Ende von DSA4 den Trend zu aufgeblähten Regelwerken erkennen, viele wiederholende Bilder, große Schrift, kaum Inhalt.
Glücklicherweise ist meine Runde damals von DSA3 direkt auf DSA4 umgestiegen, muss folglich nicht allein mit den noch leicht verfügbaren pdf-Dateien spielen oder krampfhaft nach Restbeständen der Bücher suchen, und wird voraussichtlich auch bei DSA4 bleiben, aus DSA5 lediglich interessante Elemente konvertieren und für DSA4 übernehmen.


Ich weiß, auch mein Beitrag war keine Liebeserklärung an DSA5, aber vielleicht konnte dieser kurze Eindruck dennoch weiterhelfen.

Edit:
Vorteile von DSA5, die mir spontan einfallen, sind:
  • Generierung direkt über AP (leider auch nahezu ohne Hilfe, wie ein Charakter auszusehen hat, und weit von den bekannten Charakteren entfernt)
  • Neue Inhalte wie z.B. Zauberbarden, Skalden usw. (aktuell noch in den Kinderschuhen und unter den Schwächen DSA5s leidend)
  • Einige sinnvolle Vereinfachungen (denen zahlreiche überflüssige Verkomplizierungen gegenüberstehen)
  • Zahlreiche neue Gegenstände und Sonderregeln (die vielfach kein Mensch benötigt)
  • Reduktion der massiven Bevorzugung bestimmter Charakterkonzepte (hin zu einer noch massiveren Benachteiligung dieser Konzepte)
  • ...
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Re: DSA 5 und ich

Beitragvon bluedragon7 » Dienstag 3. Januar 2017, 14:52

Da ich einen ähnlichen Wettstreit in mir führe hier einige Ansätze:
Das Problem der zuvielen AP für manche Konzepte und zu wenige für andere lässt sich recht leicht wie folgt lösen:
Jeder hat bei Generierung 900 AP plus die AP die seine Rasse, Kultur und Profession (incl Vorraussetzungen wie Zauberer und Tradition beim Magier) kosten.
Ja, das ist nicht für jeden gleich viel, aber genau deswegen ein Ansatz der dem Threadersteller helfen kann.

Zu den ganzen Mini-Boni:
Die wirken in der Tat so als habe jemand der selber keine Detailregeln nutzt sich gesagt "Ein Teil der Spielerschaft will detaillierte Regeln, also müssen wir sowas anbieten, optional"
Dadurch daß man alle Erschwernisse/Erleichterungen jetzt gedrittelt hat bleibt für etwas was nur +1 Bonus nach früheren Editionen gegeben hat nur die Teilproben Erleichterung
Alternativ könnte man sagen man bekommt einen virtuellen Fertigkeitspunkt den man aber nicht übrig behalten kann.

Für Sachen die sich im Hintergrund geändert haben ist der Ansatz daß DSA5 nur Post-Sternenfall spielt schon mal ganz gut, aber eine einfache Möglichkeit z. B. die Liturgien wieder seltener und dafür stärker zu machen habe ich aktuell auch nicht weswegen ich alle Abenteuer Prä-Sternenfall auch noch mit DSA4 zuende spielen werde.
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Re: DSA 5 und ich

Beitragvon Beörn » Dienstag 3. Januar 2017, 18:23

Negativ fällt mir vor allem die Zerstückelung der Regeln beim Charakterbau auf: "Welche Zaubertricks gibt's denn? Ah ok im Regelwerk stehen welche, natürlich auch in AMI. Oh halt, in den streitenden Königreichen stehen auch regeln, ob da auch Zaubertricks dabei sind? …". Und dass bei nur einem Regionalband. Ohne Regel-Wiki ist man da verloren und dies funktioniert leider (noch) nicht gut genug. Sollte es mal anständig funktionieren (Suchfunktion die auch irgendwas findet, Zauber tabellarisch (und dann auch nach Tradition filterbar …), Referenzen innerhalb des Wikis, usw …) ist das Problem auch nicht mehr vorhanden (zumindest für uns, da unsere Gruppe eher pen'n'tablet spielt). (Soll kein Regel-Wiki-Rant sein, ist ne gute Sache und hilft jetzt auch schon viel, fehlt nur eben noch einiges)

Zu der Problematik "wer kann sich das alles merken":
Ich finde DSA5 ist so aufgebaut, dass man sich nicht alles merken muss. Kommt natürlich auch wieder auf den Spielstil an, aber ich als SL gebe in dem Fall die Verantwortung an meine Spieler weiter. Das bedeutet wenn der Spieler das Tier ausnehmen, braten und haltbar machen will, frage ich den Spieler was er dafür würfeln muss. Sollte keiner der Anwesenden die Regeln kennen wird schnell improvisiert (drei einfache Proben auf Lebensmittelbearbeitung) und der Spieler bekommt den Auftrag die Regeln zu suchen (nach dem Spiel oder wenn er mal nicht dran ist).
Dies ist glaub ich auch die Grundidee hinter DSA5: Wenn ich Jagen will kann ich schnell auf Tierkunde "improvisieren" oder aber die detaillierten Jagdregeln verwenden. Also biete ich alle Details an, aber keiner muss sie verwenden. Auch bin ich der Meinung das man als SL nicht alles wissen kann (zumindest nicht ohne jahrelanges spielen), da kommen mir die Fokusregeln schon sehr gelegen. Meine NSC's verwenden aktuell nur die Basisregeln, die Spieler können sich aber mit den Fokusregeln austoben.
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Re: DSA 5 und ich

Beitragvon Leomar » Dienstag 3. Januar 2017, 20:13

Beörn hat geschrieben:...Ohne Regel-Wiki ist man da verloren und dies funktioniert leider (noch) nicht gut genug...


Aktuell vermisse ich das Update, welches laut Ankündigung spätestens 7 Tage nach Erscheinen von AMI erscheinen sollte.


Beörn hat geschrieben:...da unsere Gruppe eher pen'n'tablet spielt...


PC-Unterstützung ist möglich, wird von unserer Gruppe jedoch nicht favorisiert. Die Wiki ist toll, aber darf keine Entschuldigung oder Ersatz für ein inhaltlich strukturiertes und zumindest halbwegs übersichtliches Regelwerk werden.


Beörn hat geschrieben:...Das bedeutet wenn der Spieler das Tier ausnehmen, braten und haltbar machen will, frage ich den Spieler was er dafür würfeln muss. Sollte keiner der Anwesenden die Regeln kennen wird schnell improvisiert (drei einfache Proben auf Lebensmittelbearbeitung) und der Spieler bekommt den Auftrag die Regeln zu suchen (nach dem Spiel oder wenn er mal nicht dran ist)...


Allein diese extreme Zerstücklung der Talente in Anwendungsgebiete und Berufsgeheimnisse nervt mich ungemein. Ich möchte für so etwas nicht dreimal auf Lebensmittelbearbeitung würfeln müssen, ich möchte prinzipiell nicht mehrfach hintereinander auf dasselbe Talent proben müssen, besonders wenn es bloß um das Mittagessen der Gruppe geht. Vor allem möchte ich wissen, was mit einem Talent möglich ist. Zwar sind die Namen der Talente recht eindeutig, doch wie oft kommt da plötzlich ein Berufsgeheimnis oder ähnliches um die Ecke und verbietet etwas. Siehe dir als Beispiel nur mal das Talent "Heilkunde Krankheiten" an. Außerdem möchte ich Spielern keinen Suchauftrag geben müssen. Ja, in jedem RPG kann mal etwas gesucht werden, besonders wenn die Gruppe dieses RPG noch nicht lange spielt, doch die Übersichtlichkeit lässt aktuell sehr zu wünschen übrig.


Beörn hat geschrieben:...Dies ist glaub ich auch die Grundidee hinter DSA5: Wenn ich Jagen will kann ich schnell auf Tierkunde "improvisieren" oder aber die detaillierten Jagdregeln verwenden...


Speziell diesbezüglich vermisse ich die Metatalente aus DSA3 und DSA4. Warum werden diese nicht als Fokusregeln angeboten? Nun darf ich entweder die komplette Jagd unsinnigerweise mit einer einzigen Tierkundeprobe ablegen (Schleichen, Verstecken, Fallenstellen, Umgang mit Schusswaffen usw. ist dann plötzlich nicht mehr wichtig) oder mich krampfhaft durch völlig aufgeblähte Jagdregeln wühlen, die wieder dutzende Proben zugleich von mir verlangen. Egal, dann gehen die SCs eben einkaufen ;)


Edit: Korrektur -> Metatalente kamen bereits in DSA3 vor.
Zuletzt geändert von Leomar am Mittwoch 4. Januar 2017, 10:47, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: DSA 5 und ich

Beitragvon Beörn » Dienstag 3. Januar 2017, 22:06

Da hast du mir ja meinen Post zerrissen xD

Ich kann dir aber bei allen Punkten, außer dem des fehlenden AMI im Wiki zustimmen. Sehe das mit der Verspätung nicht ganz so kritisch, da die Feiertage einfach im Weg waren/sind. Bleibt hoffentlich ein Einzelfall.

Ich bin gedanklich immer nah daran doch auf DSA4.1 zu wechseln, hab aber den großen Teil der DSA4.1 Zeit pausiert daher wäre es auch kein einfacher umstieg für mich bzw. uns (alle anderen sind pen'n'paper Neulinge).

Soll nicht heißen das DSA5 uns keinen Spaß macht, ganz im Gegenteil. Wir finden auch nicht das uns DSA5 (große) Steine in den Weg legt. Die Regeln stören uns am Spieltisch seltenst, aber außerhalb ist es problematisch. Wir haben auch heute eine Hausregel eingeführt die magischen Dinge (SF, Zauber/Liturgien, etc.) verbilligt, da wir das Gefühl haben dass die magischen einfach nicht "rund" genug zu bauen sind.

Dinge die ich z. B. gut an DSA5 finde:
  • AP zum Generieren
  • KaP Regeneration
  • Schicksalspunkte
  • weniger Talente (hat auch Nachteile: profane Helden sind billiger, unübersichtliche Anwendungsgebiete)

Das schlimmste an DSA5 ist meiner Meinung nach die Zersplitterung, die auch auf Regionalbände übergreift. Die Entscheidung dazu kann ich nachvollziehen, denn ohne die Regeln einen Helden aus dem vorgestellten Gebiet spielen zu können stimmt einen natürlich auch Traurig, wenn man gefallen an dem Setting gefunden hat. Auf AMII zu warten um den nostrischen Druiden spielen zu können verdirbt die Freude darauf. Die Frage welcher der bessere Weg für mich persönlich wäre kann ich beantworten nur, ob das die gesamte Spielerschaft und der amerikanische Markt genau so sieht kann ich nicht beantworten. Wichtig für mich ist aber generell das Ulisses nicht die nächste Firma wird die an DSA pleite geht. Da muss man Entscheidungen die für den Verlag besser sind akzeptieren. Möglicherweise sind wir auch von den Wegen-Bänden zu sehr verwöhnt. Soviel zu meinem persönlichen Top 1 Minuspunkt: Der Zersplitterung.

Gegenüber den anderen Problemen bin ich positiver eingestellt, die kann man Hausregeln (sollte zwar nicht das Ziel eines Regelwerks sein …). Dafür kann man die aktuellen Abenteuer spielen, die Heldenwerke gefallen mir z. B. sehr gut. Zudem gibt es auch positive Entwicklungen. Die Generierung mit AP lässt mich über viele andere Probleme hinweg sehen. Man muss auch bedenken das es ein sehr junges System, im Gegensatz zu DSA4.1 ist. Dies ist kein riesiges Problem, wenn man die Pdf's hat und die Errata eingepflegt werden (werde mir aber definitiv keine gedruckte Fassung kaufen).
Beörn
 
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Re: DSA 5 und ich

Beitragvon Anon » Mittwoch 4. Januar 2017, 00:16

Zunächst einmal lieben Dank an Euch alle für die Antworten.

Leomar hat geschrieben: Das noch recht bunte DSA4-Basisbuch bietet eine recht gute Übersicht, sowohl über die zahlreichen und meiner Ansicht nach meist positiven Erweiterungen zu DSA3, z.B. Kampfsonderfertigkeiten oder spontane Modifikationen für Zauber, wie ebenso über die eher unnötigen Regelauswüchse, z.B. die leicht zu ignorierenden Ausdauerregeln. Insbesondere einem ehemaligen DSA3-Spieler sollte nicht schwerfallen, DSA4 auf die individuellen Bedürfnisse anzupassen und dennoch von den zahlreichen Vorzügen zu profitieren; gefallen z.B. die ausladenden Beschwörungsregeln nach DSA4 nicht, können problemlos die sehr einfachen DSA3-Regeln übernommen oder eine Zwischenlösung auf haben Weg gefunden werden.


VIelen Dank, ich denke dann werde ich vielleicht demnächst mal sehen, was bei uns in der Stadt noch an DSA4 zu erhalten ist und ein wenig wildern. :-)


Leomar hat geschrieben:Vorteile von DSA5, die mir spontan einfallen, sind:
  • Generierung direkt über AP (leider auch nahezu ohne Hilfe, wie ein Charakter auszusehen hat, und weit von den bekannten Charakteren entfernt)
  • Neue Inhalte wie z.B. Zauberbarden, Skalden usw. (aktuell noch in den Kinderschuhen und unter den Schwächen DSA5s leidend)
  • Einige sinnvolle Vereinfachungen (denen zahlreiche überflüssige Verkomplizierungen gegenüberstehen)
  • Zahlreiche neue Gegenstände und Sonderregeln (die vielfach kein Mensch benötigt)
  • Reduktion der massiven Bevorzugung bestimmter Charakterkonzepte (hin zu einer noch massiveren Benachteiligung dieser Konzepte)
  • ...


So ähnlich sehe ich das Ganze auch, für alles, was vermeintlich besser ist, gibt es viele Kleinigkeiten welche schlechter sind. Im Moment sehe ich DSA3 als das einfachere, schnellere und (im guten Sinne) simplere System an. Ich hatte ein wenig gehofft, daß mir jemand erklären könnte wozu die Miniboni und Sonderregeln gut sind, denn weder Boni, noch Sonderregeln finde ich per se schlecht. Die Einführung des Sozialstatus in Fürsten, Händler, Intriganten z.B. fand ich super, aber lang ists her. Da ich DSA5 aber selbst noch nicht testen konnte (und ich meine Spieler nach ihrer dritten P&P Sitzung nicht als Spieltester nutzen will) kann ich nicht sagen, wie sich diese Kleinigkeiten auf das Spiel auswirken. Ich kann nur vermuten und ich vermute ehrlich gesagt, daß Berufsgeheimnisse und Soderfertigkeiten für alles das Spiel eher bremsen, ebenso wie Regeln für alles (ich weiß, ich kann sie weglassen. Aber dann brauche ich das Buch nicht. Und ich möchte das Buch brauchen). Vor allem wenn es einem so schwer gemacht wird die Regeln in einem Buch zu finden, denn so toll die Regelwiki auch ist, am Spieltisch mag ich nicht im Internet surfen. Das macht man den Tag über schon mehr als genug.
+ SPOILER
Ganz nebenbei habe ich beispielsweise heute in "Aventurische Magie" Zauberstile nachschlagen wollen. Viellicht hatte ich hier Pech, es war der einzige Versuch von mir, etwas im Index nachzuschlagen. Aber dort stand geschrieben "Seite 6, 67,68ff". Und da wurden sie in der Übersicht zwar auch genannt, aber dann kamen ersteinmal Regeln für "Abgebrochene Ausbildung", "Weiterbildung", "Zauberprofile" "Gildenprägung" und "Zauberwerkstatt" bis dann, auf Seite 85, die Zauberstile zu finden waren. Ein Index ist toll, keine Frage, sowas haben meine alten Schinken nicht. Aber wenn man einen Index hat, dann sollte er nicht 17 Seiten daneben liegen. Wobei ich wahrscheinlich das Glück hatte den einen Fehler zu finden, der in diesem Index ist, von daher, nichts für ungut. ;)


bluedragon7 hat geschrieben:Jeder hat bei Generierung 900 AP plus die AP die seine Rasse, Kultur und Profession (incl Vorraussetzungen wie Zauberer und Tradition beim Magier) kosten.
Ja, das ist nicht für jeden gleich viel, aber genau deswegen ein Ansatz der dem Threadersteller helfen kann.


Eine gute Idee. Das werde ich mal versuchen. Aber wenn man schon bei der Generierung nachhelfen muß, dann ist doch gewaltig etwas schief gelaufen, oder? Was noch schlimmer ist - ich mag die Idee hinter dem Kaufsystem eigentlich. Auch die verschiedenen Kompetenzen gefallen mir sehr gut, vor allem, da sie mit dem Einstiegsalter verknüpft sind. Für DSA3 habe ich mir immer etwas gewünscht wie "Ein normaler Bauer, Mitte 30, hat ca. Stufe 10". Für mich ist so ein System also ein absoluter Mehrwert. Wenn es mir denn dann möglich wäre es entsprechend zu nutzen. Mit Deinem Kniff hebele ich die Problematik aus, das System nicht nutzen zu können, nehme ihm aber zugleich den Mehrwert welchen ich aus einem solchen System ziehen würde.

bluedragon7 hat geschrieben:Zu den ganzen Mini-Boni:
Die wirken in der Tat so als habe jemand der selber keine Detailregeln nutzt sich gesagt "Ein Teil der Spielerschaft will detaillierte Regeln, also müssen wir sowas anbieten, optional"
Dadurch daß man alle Erschwernisse/Erleichterungen jetzt gedrittelt hat bleibt für etwas was nur +1 Bonus nach früheren Editionen gegeben hat nur die Teilproben Erleichterung
Alternativ könnte man sagen man bekommt einen virtuellen Fertigkeitspunkt den man aber nicht übrig behalten kann.


Detailregeln sind was tolles, wenn sie das Spiel bereichern. Daher auch meine Frage, ob sie das Eurer Erfahrung nach tun. Mir machten sie nicht den Eindruck. Und scheinbar bin ich da ja nicht der Einzige.

bluedragon7 hat geschrieben:Für Sachen die sich im Hintergrund geändert haben ist der Ansatz daß DSA5 nur Post-Sternenfall spielt schon mal ganz gut, aber eine einfache Möglichkeit z. B. die Liturgien wieder seltener und dafür stärker zu machen habe ich aktuell auch nicht weswegen ich alle Abenteuer Prä-Sternenfall auch noch mit DSA4 zuende spielen werde.


Au weia, daran hatte ich noch gar nicht gedacht. Da ich die Geschichte bei DSA zu den absoluten Stärken zähle, hatte ich eigentlich vor, "ganz am Anfang" zu beginnen. Hatte mir extra ein paar alte Abenteuer nachgekauft, damit meine Spieler das Schiff der verlorenen Seelen, die Erkundung des Orklands und die Schlacht der 1000 Oger (wenn ich das noch irgendwo auftreiben kann) miterleben können. Sind die Regeländerungen so in die Geschichte verwoben, daß sich die alten Schinken damit nicht mehr spielen lassen (also mit entsprechenden Änderungen)? Ich habe noch keines der neuen Abenteuer gekauft und den Teil über den Sternenfall immer nur überflogen, da das für uns erst fernste Zukunft wäre. :oops:

Beörn hat geschrieben:Negativ fällt mir vor allem die Zerstückelung der Regeln beim Charakterbau auf: "Welche Zaubertricks gibt's denn? Ah ok im Regelwerk stehen welche, natürlich auch in AMI. Oh halt, in den streitenden Königreichen stehen auch regeln, ob da auch Zaubertricks dabei sind? …".


Ging mir ganz genau so. Eigentlich wollte ich nach dem Kompendium erneut versuchen meine Charaktere zu basteln, hab es dann aber mangels (für sie) interessanter Neuerungen aufgegeben. Auch weil ich wenig Lust hatte, in zwei Bänden gleichzeitig zu blättern.

Beörn hat geschrieben:Zu der Problematik "wer kann sich das alles merken":
Ich finde DSA5 ist so aufgebaut, dass man sich nicht alles merken muss. Kommt natürlich auch wieder auf den Spielstil an, aber ich als SL gebe in dem Fall die Verantwortung an meine Spieler weiter. Das bedeutet wenn der Spieler das Tier ausnehmen, braten und haltbar machen will, frage ich den Spieler was er dafür würfeln muss. Sollte keiner der Anwesenden die Regeln kennen wird schnell improvisiert (drei einfache Proben auf Lebensmittelbearbeitung) und der Spieler bekommt den Auftrag die Regeln zu suchen (nach dem Spiel oder wenn er mal nicht dran ist).


Kommt für mich nicht in Frage. Ich spiele mit völligen P&P Anfängern, denen will ich nun wirklich nicht zumuten die Regeln im Kopf zu haben. Die betreiben ein so schönes Charakterspiel, daß es mir eine Freude ist ihnen dabei zuzusehen, da möchte ich auch niemanden "rausziehen" um Regeln nachzuschlagen. Und wenn ich denen vorher sage, "Lies mal bitte alles genau durch für deinen Charakter und hab das nächstes mal drauf" und denen dann mit drei Büchern komme und sage "und da kommt noch ne ganze Menge mehr demnächst" dann sagen die mir "Dann spiel du mal schön alleine". Ich lese diese Sachen gern, mir macht das nichts aus und meine Spieler lernen das Ganze auch schnell, aber sich in die Materie einarbeiten ist mein Job. Dafür darf ich bestimmen was gespielt wird. Schließlich mach ich mir die Arbeit. :twisted:


Beörn hat geschrieben:Dies ist glaub ich auch die Grundidee hinter DSA5: Wenn ich Jagen will kann ich schnell auf Tierkunde "improvisieren" oder aber die detaillierten Jagdregeln verwenden. Also biete ich alle Details an, aber keiner muss sie verwenden. Auch bin ich der Meinung das man als SL nicht alles wissen kann (zumindest nicht ohne jahrelanges spielen), da kommen mir die Fokusregeln schon sehr gelegen. Meine NSC's verwenden aktuell nur die Basisregeln, die Spieler können sich aber mit den Fokusregeln austoben.


Ich fürchte, das funktioniert, bei uns in der Gruppe zumindest, nur in der Theorie. Ich mag detaillierte regeln sehr gern, aber wenn ich mir das bei der Jagd z.B. ansehe, dann ist das relativ komplex für relativ wenig Ergebnis. Im Extremfall wird eine der ganzen Proben um -3 erleichtert und der Zeitraum der Jagt wird 6 Stunden kürzer. Bei Ansitzjagd +25%Zeit, bei Fischen und bei Fallenjagd wieder ganz anders. Da es Jagen selbst ja nicht mehr gibt, zumindest nicht auf Seite 200 des Grundregelwerks, auf welche mich das Kompendium verweist,
+ SPOILER
Bei Tierkunde steht da was darüber, daß dieses Talent bei der Jagd hilfreich sein kann. Aber bei den Anwendungsgebieten steht nix von Jagen. Ganz davon abgesehen, daß das Kompendium von "Grundregeln zur Jagd" spricht. Davon steht da mal gar nix, außer Frösche, Schnecken und Regenwürmer sammeln.
bleibt mir also diese Regel, oder improvisieren. Und diese Regel müßte ich Schritt für Schritt aus dem Buch abarbeiten. Oder kann mir gerade jemand aus dem Kopf sagen, wie eine Ansitzjagd auf Wildtiere, in einem guten Jagdgebiet, bei Regen mit einem Jagdspieß aussehen würde? Also lasse ich auf Spurensuche, vielleicht Tierkunde, zum Bestimmen der Spuren, dann auf Schleichen (oder Verstecken), dann ganz normal auf Fernkampf würfeln, je nach dem wie die Probe gelingt gehts schnell oder nicht. Danach kann ich den Spielern aber nicht mehr erklären, wo der Mehrwert darin besteht, +25% Zeit bei Ansitzjagd draufzurechnen. Ich sehe den Mehrwert ja selber nicht. Gerade deswegen tu ich mich ja so schwer mit den Büchern. Detailliert ist toll, aber der Unterschied zwischen "würfle auf Tierkunde" und den Regeln aus dem Kompendium ist von 0 auf 200, wobei 100 als Mitte sich doch so sehr anbieten würde.
Und es geht ja nicht nur darum, sich das Ganze zu merken. Auch die Abgrenzung von einigen Anwendungsgebieten stelle ich mir am Spieltisch schwierig vor. Wenn ein Spieler z.B. etwas verkaufen will, muß er dann "Handel" nehmen? Hier finde ich im Kompendium nur die Anwendungsgebiete "Buchführung", "Feilschen" und "Geldwechsel". Selbiges in den Grundregeln. Ist "Handel" ohne eine gefüllte Klammer dahinter nun das Talent der Wahl? Oder doch eher "Überreden (Aufschwatzen)"? Und kann ich, nach dem Aufschwatzen noch auf "Handel(Feilschen)" würfeln? Und wenn "Überreden (Aufschwatzen)" gehen sollte, wieso dann nicht "Überreden (Manipulieren)" oder, je nach Geschlecht, "Überreden (Schmeicheln)"? Und wenn letzteres erlaubt ist, wieso dann nicht "Betören" ohne eine Klammer dahinter... Ist ein extrem überspitztes Beispiel, das ist mir bewußt. Aber ich bin an diesen Stellen dann wirklich am schwimmen. :( Zumal ich tatsächlich, in all meiner Naivität dachte, Handeln wäre hier das passendste Talent. Jetzt scheint mir persönlich "Überreden (Aufschwatzen)" passender. Für einen Handel. Auch daher meine Frage wie Ihr damit umgeht. Vielleicht bin ich ja sehr veraltet, aber mir waren da klar abgegrenzte Talente lieber, als die Anwendungsgebiete. Vor allem wenn ich mir jetzt vorstelle ich würde tatsächlich mir regelfesten Spielern spielen, welche sowas dann am Tisch ausdiskutieren wollen würden. Diese hätten ja die Regeln auf Ihrer Seite.

Beörn hat geschrieben:
Ich bin gedanklich immer nah daran doch auf DSA4.1 zu wechseln, hab aber den großen Teil der DSA4.1 Zeit pausiert daher wäre es auch kein einfacher umstieg für mich bzw. uns (alle anderen sind pen'n'paper Neulinge).


Dann haben wir ja etwas gemeinsam. :D Deine Spieler haben keine Probleme damit, sich die Regeln zur Jagd zu merken? Ich frage nur, weil Du sagtest, Du könnest sie fragen, was sie würfeln müssten. Ich glaube, daß würde bei mir anders aussehen, wegen Mangel an Interesse an solch komplexen Regeln. Zumal das, sowohl meiner, also auch ihrer Meinung nach, mein Job ist.

Beörn hat geschrieben:Dinge die ich z. B. gut an DSA5 finde:

AP zum Generieren
KaP Regeneration
Schicksalspunkte
weniger Talente (hat auch Nachteile: profane Helden sind billiger, unübersichtliche Anwendungsgebiete)


Zu Deinem letzten Punkt - ich hätte lieber mehr Talente und weniger Anwendungsgebiete. Regelst Du das am Spieltisch dann mit Handwedeln, wenn Du die Anwendungsgebiete nicht kennst? Und wenn Du sowas an Deine Spieler auslagerst, wissen die dann, daß ihnen ein Anwendungsgebiet fehlt, weil sie die Übersicht haben und sagen Dir dann, daß die Probe um 3 Erschwert sein sollte? Weil irgendwer muß ja im Kopf haben, welche Anwendungsgebiete existieren, oder eine Liste führen. Vielleicht liegt es ja daran, daß ich DSA3 besser kenne, aber solche Probleme mit Regeln, Regelsuche, "Welches Talent nutze ich jetzt am besten" hatte ich früher eigentlich nicht. Auch bei anderen Systemen nicht. Und gerade weil DSA5 ein junges System ist, mach mir das Sorge. Ich habe hier jetzt gerade 6 Bücher liegen und sehe schon den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Ich "fürchte" mich vor einer wachsenden Anzahl an Anwendungsgebieten. Daher hier die Frage - ist bekannt ob die Liste der Anwendungsgebiete je abgeschlossen sein wird?

Beörn hat geschrieben:Wichtig für mich ist aber generell das Ulisses nicht die nächste Firma wird die an DSA pleite geht. Da muss man Entscheidungen die für den Verlag besser sind akzeptieren. Möglicherweise sind wir auch von den Wegen-Bänden zu sehr verwöhnt.


Selbstverständlich ist jedwede Entscheidung des Verlags zu akzeptieren. Und die Pleite sollte man niemandem wünschen, nichts läge mir ferner. Gerade weil ich ja der festen Überzeugung bin, daß Leute am Werk sind, welche das Beste für DSA wollen und sich diese Leute bei ihren Änderungen und Regeln Gedanken gemacht haben stelle ich hier ja zur Diskussion, was mich wundert, stört und verwirrt. Weil ich durchaus Situationen kenne, in welchen mir ein Licht aufging, nachdem mir die Sinnhaftigkeit von Dingen näher gebracht wurde. Ich sehe sogar ein, daß Menschen durchaus Spaß an solch komplexen Regeln wie jenen zur Jagd ihre Freude haben können. Und die gönne ich ihnen auch. Wenn mir das System aber nur die Wahl läßt, zwischen einem Tierkundewurf und diesen Jagdregeln (beispielhaft gesagt), dann bleibe ich bei DSA3 und kaufe mir nur noch die Regionalbände (und wenn die an den Ersten heranreichen, dann freue ich mich jetzt schon massiv darauf diese zu lesen.)
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Re: DSA 5 und ich

Beitragvon Morgel » Mittwoch 4. Januar 2017, 11:16

Moin,
Dein Post ist ja lustig. Ich dachte anfangs, gleich taucht irgendwo noch ein Bewerbungsfoto auf. Aber nachdem Deine DSA - Vita zum Ende kam, sind ja tatsächlich einige interessante Themen aufgetaucht. Wenn auch etwas sarkastisch verpackt :-)
Meine DSA 5 pros:
- verringerte Parade, schnellere Kämpfe-
- Schips
- System der QS. Mal ehrlich, der Erfolg einer Probe lässt sich wesentlich besser in 6 Stufen qualifizieren, als in 18...
- Generierung mit AP
- Probenerschwernisse/-erleichterungen auf Eigenschaften, nicht auf FW
- Magische Analyse über Magiekunde
- Aufwertung von Monstern
- insgesamt: dass Aventurien gefährlicher geworden zu sein scheint
- der Metaplot Sternenfall (soweit das bislang zu beurteilen und abzusehen ist

Meine DSA 5 contras:
- Magienerf
- kleinteilige Regelboni (+ 1 FP oder -1 auf die xte Teilprobe)
- "Gleichstellung" aller Charaktere bei Erschaffung, kein differenziertes Machtlevel (und für mich zählt nicht das Argument, man könne mit unterschiedlichen AP starten, das ist im Sinne der Fairness untereinander in vielen Gruppen ein Problem)
- insgesamt ist mir das "Powerlevel" einen Tick zu gering.
- Teilweise zu viele "Kuriositäten", deren Entstehung ich mir nicht erklären kann (wurde schon angesprochen, Bratspieß Regeln, Schokoladenwasauchimmer und so ein Quatsch)


noch offen:
- Regeneration bei Geweihten. Ich bin gespannt wie sich das im Spiel "anfühlt", kann ich noch nicht abschließend bewerten
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Re: DSA 5 und ich

Beitragvon ScraNagar » Mittwoch 4. Januar 2017, 11:52

Danke Anon für diesen ausführlichen Überblick.

Ich hatte bei D5A gehofft, dass damit endlich unsere Hausregeln bei DSA 4 ( wir spielen eher Action DSA 4.2 ) :D von Board geworfen werden können und wir endlich nach den original Regeln spielen könnten, da das Spiel wie in der BETA vorgestellt "vereinfacht" wird. Ich habe dann schön in meinen Gruppen Werbung für D5A gemacht und mir dann sofort alle Bände bis zum Magieband I gekauft! Ich wurde natürlich bestraft, da es ein Grundregelwerk Version 2 herauskam und die Regeln nicht wiederholt werden. Ich saß letztens mit einem unserer Spieler zusammen und wir haben uns dann mal in Ruhe die Magiebegabten angeschaut, dazu mussten wir 3 Bände parallel vergleichen, um einen Überblick zu bekommen. Es war einfach nur nervig und extrem frustrierend...

Wir haben es all die Jahre so gehandhabt:
Fast jeder Spieler hatte alle Wege Bände ( damit diese an jedem Standort zur Verfügung waren )
Jeder Spieler, der spezielle Charaktere spielt wie Elfen oder Zwerge, hat die passenden Regionalbände
Jeder Spieler, der die Geschichte liebte, hat sich die Geschichtsbände gekauft
Jeder Spieler ( wie ich zum Beispiel ), der die Welt genial findet hat sich alle Bände geholt.
-> Aktuell ist es eher eine farce sowohl als Spieler als auch als Spielleiter...

Das aller schlimmste an allem finde ich, dass auf kosten der Übersicht einfach weiter gemacht wurde und in unseren Gruppen sich bezüglich "vereinfachte" Regeln nur noch Witze gerissen werden. Selbst unser neuster Spieler, ein erfahrener Shadowrun Spieler, konnte seinen Helden nur zur hälfte mit Hilfe der Basisbuch Anleitung erstellen, das geht gar nicht!

Ich mag diese Aufmachungen und die Gestaltung, da wäre es vor allem beim Magieband fundamental gewesen, alles was bisher an Magie vorhanden war zusammenzutragen. Das schuldet man der Community, die extrem aktiv Hotfixes herausbringt...

Wir sind nun auch soweit, dass wir in einer Gruppe nach D5A spielen und in der anderen bei unserem "gehotfixten" System von DSA 4.1 erstmal bleiben.

Ich habe genau das gleiche Problem Anan. Ich liebe DSA und hätte mir sehr gewünscht, dass es eine leichte und vollständige Version davon gegeben hätte und sämtliche Erweiterungen ( Quasi Expertenregeln ) dann in den jeweiligen anderen Bänden vorhanden wären. Jetzt schauen ich im Forum, was für intelligente Lösungen die Spielerschafft zusammenträgt, um dieses AP Problem bezüglich magiebegabten und klerikalen Helden in den Griff zu bekommen -.-

Vielen Dank an alle, die sich echt Mühe geben, um D5A in einem schönen Licht zu präsentieren, aber das fühlt sich nicht so an.

Friede sei mit Euch und ein erfolgreiches neues Jahr euch allen!
Wunder kann es immer geben :)
„Wer nichts weiß, muss alles glauben.“
Marie von Ebner-Eschenbach
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Re: DSA 5 und ich

Beitragvon Leomar » Mittwoch 4. Januar 2017, 11:52

Beörn hat geschrieben:Da hast du mir ja meinen Post zerrissen xD...


Ich wollte nichts aus dem Zusammenhang reißen, wüsste aber auch nicht genau, wie ich sonst deutlich machen soll, auf welchen Teil deines Posts ich mich gerade beziehe.


Beörn hat geschrieben:Ich kann dir aber bei allen Punkten, außer dem des fehlenden AMI im Wiki zustimmen. Sehe das mit der Verspätung nicht ganz so kritisch, da die Feiertage einfach im Weg waren/sind...


Ja, wirklich schlimm ist das nicht und sicherlich werden die Feiertage eine Rolle gespielt haben; ich möchte auch gewiss niemanden zwingen, am Weihnachtsabend die Artikel zu schrieben. Andererseits wurde die Ankündigung kurz vor den Feiertagen gemacht und die Daten von Weihnachten und Silvester sind nicht gerade unvorhersehbar. Wobei sich die Wiki selbst auch über einen Monat verzögert hatte. Allgemein habe ich mitunter den Eindruck, dass die Redaktion aktuell an ihrer Leistungsgrenze operiert bzw. vollends ausgelastet ist.


Beörn hat geschrieben:...Ich bin gedanklich immer nah daran doch auf DSA4.1 zu wechseln, hab aber den großen Teil der DSA4.1 Zeit pausiert daher wäre es auch kein einfacher umstieg für mich bzw. uns (alle anderen sind pen'n'paper Neulinge)...


Spielt doch zum Vergleich einfach ein, zwei Abenteuer mit dem DSA4-Grundbuch, denn wesentlich weiter ist DSA5 auch nicht. Problematisch ist der Umstieg zu DSA4 nur, falls ihr alles in Buchform vorliegen haben wollt. Seid ihr hingegen auch mit pdf-Dateien zufrieden, ist DSA4 noch immer sehr günstig zu erhalten und, wenn die Präferenzen ähnlich liegen, wie in unserer Gruppe oder zu Beginn dieses Threads von Anon beschrieben, definitiv das bessere System.
Das DSA4-Grundbuch liegt als pdf-Datei übrigens dem PC-Spiel Drakensang bei: https://www.amazon.de/dtp-Entertainment ... B000IOMVUU


Beörn hat geschrieben:...Wir haben auch heute eine Hausregel eingeführt die magischen Dinge (SF, Zauber/Liturgien, etc.) verbilligt, da wir das Gefühl haben dass die magischen einfach nicht "rund" genug zu bauen sind...


Das sind sie auch tatsächlich nicht und eine generelle Verbilligung dieses Bereichs ist imho auch eine bessere Lösung als zu Beginn zusätzliche AP herauszugeben, welche sich nach wenigen Abenteuern ohnehin wieder relativiert haben.


Beörn hat geschrieben:...Dinge die ich z. B. gut an DSA5 finde:
  • AP zum Generieren
  • KaP Regeneration
  • Schicksalspunkte
  • weniger Talente (hat auch Nachteile: profane Helden sind billiger, unübersichtliche Anwendungsgebiete)
...


Ja, die GP sind schlicht überflüssig.
In DSA4 musste der Geweihte eine hohen Wert in Liturgiekenntnis besitzen, um anständige Mengen an KaP regenerieren zu können, statt nur fest 1 KaP je Tag. Außerdem haben sich Liturgien häufig erst nach dem Aufstufen gelohnt, dafür dann aber umso mehr.
Schicksalspunkte gab es hingegen bereits seit DSA3, bloß haben sie ein wenig anders funktioniert. Wobei wir solche positiven Aspekte schnell und völlig problemlos nach DSA4 konvertiert haben. Andersherum wäre uns dies zu aufwändig; bis wir das Positive aus DSA4 nach DSA5 gebracht hätten, wäre vermutlich bereits DSA6 auf dem Markt.
Ich würde dies so ausdrücken, dass die Anzahl der Talente mit DSA5 explodiert ist und absolut niemand mehr sagen kann, wie viele es eigentlich sind. Zwar wurde die Anzahl der Überschriften etwas reduziert, doch hinter jeder Anwendung lauert ein spezielles Anwendungsgebiet oder schlimmer Berufsgeheimnis, welches aus originär einem Talent wieder mehrere macht. Wenn ich frage, was z.B. das Talent X erlaube, könnte ich jeder Antwort ein bestehendes oder neues Berufsgeheimnis entgegen werfen, das dies wieder verbietet.


Beörn hat geschrieben:...Das schlimmste an DSA5 ist meiner Meinung nach die Zersplitterung, die auch auf Regionalbände übergreift...


Einerseits vermute ich Überforderung bei der Planung und Durchführung, andererseits gezielte Aufteilung, um den Gewinn zu maximieren. Anstatt einmal "Unter dem Westwind" (Thorwal, Gjalskerland, Nostria, Andergast) für 28 € (0,14 € je Seite) zu verkaufen, gibt es nun "Die Streitenden Königreiche Nostria und Andergast" (nur Nostria und Andergast, ohne Karten, Gegenstände usw.) für 39,95 € (0,21 € je Seite). Wer wenigstens bezüglich Nostria und Andergast wieder auf dem Stand von "Unter dem Westwind" sein möchte, muss noch einmal 41,85 € ausgeben. Gehe ich optimistisch davon aus, dass der DSA5-Band zu den Regionen Thorwal und Gjalskerland bloß ebenso viel kosten wird, müssen letztendlich statt 28 € (DSA4) 163,60 € (DSA5) ausgegeben werden. Anbei sind in dieser Rechnung die neuen Angebote, z.B. das Spielkartenset und der Soundtrack zur Region, nicht enthalten. Sicherlich enthalten die DSA5-Werke ein wenig mehr Informationen und sind mit mehr hübschen Bildern versehen, breiten jedoch vieles auch nur sehr langatmig aus.



Beörn hat geschrieben:...Die Frage welcher der bessere Weg für mich persönlich wäre kann ich beantworten nur, ob das die gesamte Spielerschaft und der amerikanische Markt genau so sieht kann ich nicht beantworten. Wichtig für mich ist aber generell das Ulisses nicht die nächste Firma wird die an DSA pleite geht. Da muss man Entscheidungen die für den Verlag besser sind akzeptieren. Möglicherweise sind wir auch von den Wegen-Bänden zu sehr verwöhnt...


Dass dies der richtige Weg ist, wage ich sehr zu bezweifeln. Wie du selbst schreibst, waren die Wege-Bände besser und das Zoo-Botanica Aventurica schlägt, wie viele andere DSA4- und DSA3-Produkte, jedes Aventurisches Bestiarium (nicht zu verwechseln mit dem Bestiarium Aventuricum aus "Drachen, Greifen, Schwarzer Lotos"); hier wird der Preisunterschied wohl eher bei 35 € zu 850 € liegen, von Übersicht und Struktur ganz zu schweigen. Wer DSA4 kennt, dem wird dies kaum gefallen. Außerdem sind solche Preiskategorien für ein jüngeres Publikum bestimmt ungeeignet.
Bezüglich des amerikanischen bzw. allgemein englischsprachigen Marktes habe ich ebenfalls meine Zweifel. Der Markt ist voll, nicht nur mit sehr guten und günstigen Computer-RPGs, sondern auch mit klassischen P&P-RPGs, welche länger bestehen, mehr Kunden haben, großer und günstiger sind. Wenn nun DSA nicht einmal durch seine besonderen Qualitäten oder "deutschen Eigenarten" auftrumpfen kann, sondern aus dem Zoo-Botanica Aventurica ein beliebiges DnD Monster Manual macht, sehe ich keine Zukunft auf diesem Markt.


Beörn hat geschrieben:...Dafür kann man die aktuellen Abenteuer spielen...


Daran dachte ich zuerst auch, doch dann fragte ich mich, worin dabei eigentlich der Vorteil sein soll. Auf der einen Seite werden die neuen Abenteuer vielleicht gut, vielleicht aber auch nicht, doch auf der anderen Seite existieren so viele gute alte Abenteuer, von denen ich noch nicht einmal die Hälfte gespielt habe und sehr viele (legal) kostenlos verfügbar sind.


Beörn hat geschrieben:...Zudem gibt es auch positive Entwicklungen...


Richtig, die gibt es. Deshalb schnappe ich mir von DSA5, was mir gefällt und lasse den Rest liegen :)


Beörn hat geschrieben:...Dies ist kein riesiges Problem, wenn man die Pdf's hat und die Errata eingepflegt werden (werde mir aber definitiv keine gedruckte Fassung kaufen).


Ich weiß nicht, ob dieser subjektive Eindruck von mir einer genauen Untersuchung standhalten kann, doch wenn ich z.B. Wege der Helden mit Elementare Gewalten vergleiche und diesen Trend als gegeben voraussetze, würde ich prinzipiell keine gedruckten Versionen mehr erwerben, ganz besonders keine Erstauflagen. Obwohl dies dem Verlag nicht gefallen mag und ich viel lieber ein echtes Buch in der Hand halte, enthalten mir diese schlicht zu viele Fehler; pdf-Dateien sind transportabler, lassen sich automatisch durchsuchen und erratieren.
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