Spielbericht Das Erwachen der Runenherrscher

Re: Spielbericht Das Erwachen der Runenherrscher

Beitragvon Ju-mo » Samstag 27. Mai 2017, 11:20

Wobei du das Problem des Rüstungswettlauf bei allen stufenbasierten Systemen hast. Der Unterschied ist nur, wie schnell und wie weit es eskaliert.

Erstens das

Und zweitens:
Es geht ja mehr darum, warum brauche ich Helden?
Um Sachen zu machen/Gegner zu bezwingen die sonst niemand bezwingen kann.

Wäre ja langweilig, wenn die SC am Weg von oben erwähntem Drachen überfallen werden und ihnen ein Bauer zur Hilfe eilt und ebenbürtig mitkämpft
Dann müssten nie mehr die SC um Hilfe gebeten werden, können eh alles die Dorfbewohner erledigen. Weil ihr Menge ja auch ausreicht.
Und wenn nicht die, dann die Armee.

Damit man wirklich ein weltrettender Held ist, müssen sowohl Dorfbewohner als auch Armee versagen. (Sonst würden die ja den Job machen)
Und damit sieht man schon wo ein wirklicher weltrettender Held vom Machtniveau sein muss.

Klar könnte man PF bei Stufe 5 begrenzen, und ihnen nur kleine Aufträge geben:
Die Goblinbande, der eine Riese, die Banditen.
Aber für alles größere (Drachen, Riesenbande, Orkarmee) müsste man dann ja auch zur Autörität laufen.
Ist ja langweilig als Held, bzw für meine Vorstellung halt.
Allerdings könnte man das machen, man bleibt dann aber ziemlich schnell bei den gleichen Gegner hängen.


Das meinte ich mit dem Spalt, wie größer der Spalt zwischen normal Sterblichen und SC, desto besser können diese als Helden trumpfen.
Wie kleiner, desto mehr verkommen sie.

Wenn es einem zu mächtig wird, dann kann man das ganze sicher ein wenig runterskalieren.
Ich meine PF erschafft ja schon nicht mehr normale Helden, sondern wirklich mächtige Helden. (Und Halbgötter wenn sie Legendenstufen bekommen)
Aber auch normale Helden werden noch immer mächtiger sein als alles normal Sterbliche um sie herum.
Aber eben nicht mehr so viel, wäre dann ein Low-Fantasy Setting.
Zaubergrade absenken (MAG Grad 6, ALC Grad 4, WAL Grad 0),
Magische Items und Gegner beschränken,
Bei Stufe 10 aufhören
Mit nut mehr 10 oder 15 Punkten bauen.

Damit kann man aber nicht offizelles mehr spielen, ohne wirklich gewaltige Änderungen vorzunehmen.


Wenn man das gar nicht möchte, muss man mMn den Ansatz ändern.
Ich glaube Shadowrun macht das.
Da ist man einfach nur ein 08/15 Typ von der Straße, nicht sonderlich viel besser oder schlechter als der Rest.
Und lebt halt sein Leben, klar es ist spannender als das einen Büroangestellten (bei weitem) aber man ist eben kein Held.
Sowas wie "Weltretten", "Nationen stürzen" etc gibt es da nicht.
(Habs selbst nie gespielt, aber das hab ich so davon gehört. Man kann das aber sicher auch anders aufziehen)

Kann man sicher auch auf PF umlegen.
Man bleibt wie oben erwähnt einfach auf den niedrigen Stufen und wirklich alte Drachen sind wie in Shadowrun eig unangreifbar.
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Re: Spielbericht Das Erwachen der Runenherrscher

Beitragvon stebehil » Samstag 27. Mai 2017, 12:14

So meinte ich das auch nicht. Es geht nicht darum (abgesehen davon, dass das eine theoretische Diskussion ist), den Helden ihren Heldenstatus zu nehmen, wobei auch ein Reiz darin liegen kann, wenn "Normalos" gegen übermächtige Bedrohungen antreten, wie das bei Cthulhu der Fall ist. Es ist in der Tat eine Frage der systemimmanenten Skalierung.

Eine HG 20 Begegnung ist für eine Gruppe, die nur wenige Stufen darunter liegt, sehr tödlich - aber das sind eigentlich ja auch schon Superhelden, sie sind bloß nicht "Super" genug. Eine Goblinbande, die ein Dorf existenziell bedroht, ist für Helden der Stufen 5 oder 6 kein Problem. Da habe ich den Eindruck, dass D&D5 nicht ganz so extrem skaliert, ohne dass die Helden deswegen weniger heldenhaft wären. Da braucht der Held halt keine Stärke von 30+ und RK von um die 40, um mitzuhalten, und nicht eine Reihe von Talenten mit Sondermodifikatoren, um den Schaden zu steigern (oder was auch immer damit zu erzielen). Und ich muss nicht ständig stärkere magische Gegenstände raushauen, um die Helden den Herausforderungen anzupassen. Es wird dann auch gerade bei letzterem Punkt irgendwann unlogisch - die Helden finden ständig stärkeres magisches Zeug, aber die Dörfler, die sie letztlich retten, haben nicht mal einen Heiltrank. Je länger ich PF spiele, desto mehr drängt sich mir der Eindruck auf, dass das "over the top" ist.
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Re: Spielbericht Das Erwachen der Runenherrscher

Beitragvon Ju-mo » Samstag 27. Mai 2017, 13:08

Naja das ist dann aber nur das skaling.
Wie gesagt, man könnte einfach auf Low-Fantasy schalten.

Aber einen gewissen Spalt zwischen einem jahrhunderte alten, mächtigem Drachen und kleinen, schwachen Goblins muss es geben.
Heißt sobald die Helden den Drachen töten können sind Goblins keine ernstzunehmende Bedrohung mehr, das ist leider einfach so.

Aber das ist ja auch in der Realität so.
Am Anfang meines Trainings waren 10 Liegestüz eine Herausforderung,
jetzt wo ich auf die 70-80 komme, sind die 10 nicht mal mehr nennenswert.

Da Helden immer weiter trainieren (und im Gegensatz zu mir/uns kein/kaum ein Limit haben), werden sie halt immer stärker.

Und die magischen Items:
Ja das verstehe ich sogar sehr gut.
Die werden viel zu mächtig, wenn man sie selbst crafted ist das mMn okay (man ist ja selbst auch zu mächtig, vom Blickwinkel eines Bauern aus gesehen)
Aber sie einfach so finden ist immer so ne Sache.
Das liegt auch daran, dass 1 GM eig schon ein Vermögen für gewisse Leute ist.

Und man als Held pulvert einfach mal so mir nichts dir nichts 50.000 für ein Schwert hinaus.

Kann man aber auch so wie in der Realität sehen.
Kluft zwischen Arm und Reich:
Manache verdienen kaum genug für Essen und Unterkunft
andere kaufen sich in ihrer Mittagspause einfach mal so nen teuren Sportwagen um eine halbe Million, einfach weil mans kann.

Als Pathfinder Charakter erarbeitet man sich eben dieses "Reich sein".
Auch wenn es nur in Form von magischen Gegenständen da ist.

Zum unlogischen kleine Story aus der Welt der Reichen:
5 Damen gehen 4 Stunden lang brunchen, was geben sie aus?
+ SPOILER
140.000€
Das ist ein kleines Haus oder ein sehr gutes Auto, und das für einen Brunch.
Das gleiche bei PF, man wirft wenn man in der richtigen sozialen Schicht ist, mit dem Geld umsich, dass andere darunter ersticken könnten.

Und ich würde fast wetten, das es manche Anlässe/sozialen Kreise gibt, wo die 140.000€ Peanuts sind.


Also ja ist "over the top", aber das ist nicht so viel anders als bei uns, nur das es bei uns halt reines Geld und bei denen magische Gegenstände sind.
Wenn man es umrechnet, dann kommt man auf eine ähnliche Kluft, also so richig unlogisch ist es nicht.
Im Gegensatz zu unsren Reichen, die Glück an der Börse etc haben, riskieren PF-Helden zumindest ihr Leben dafür.
Sie verdienen es sich also zumindest wirklich und sie geben es auch eig sehr gut aus (immerhin verhindern sie den Weltuntergang etc)
Und leider braucht man es bei PF wie du schon sagtest.


Aber das nur so am Rande.


Wenn das Skaling stört, dann könnte man das anpassen oder System wechseln (kenn das 5.0 leider nicht)
Von Anfang an anpassen, mit den oben erwähnten Low-Fantasy modifikatoren (die es ja ähnlich/genau so auch in den Regeln zu finden gibt)
schwächt man das Skaling ab.
Dann muss man aber entweder alle Monster anpassen, oder andere schwächer Monster hernehmen.
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Re: Spielbericht Das Erwachen der Runenherrscher

Beitragvon stebehil » Samstag 27. Mai 2017, 14:04

Ju-mo hat geschrieben:Naja das ist dann aber nur das skaling.
Wie gesagt, man könnte einfach auf Low-Fantasy schalten.

Aber einen gewissen Spalt zwischen einem jahrhunderte alten, mächtigem Drachen und kleinen, schwachen Goblins muss es geben.
Heißt sobald die Helden den Drachen töten können sind Goblins keine ernstzunehmende Bedrohung mehr, das ist leider einfach so.

Worauf ich hinaus will, ist die Art und Weise, wie die Distanz zwischen dem Goblin und dem Drachen hergestellt wird. Dass es diesen Unterschied geben muss, steht völlig außer Frage. Bei Pathfinder brauchst Du halt die RK von 37, Angriffe mit +30, SR 15, ZR 26, und eine Reihe Talente, damit der Drache (Weiß, ehrwürdig, HG 15) gegen die SC eine angemessene Bedrohung darstellt. Die SC haben dann vergleichbare Werte.

D&D5 schafft es, die SC auf einem insgesamt niedrigeren Niveau zu halten, ohne dass sie deswegen nicht besser als ein Bauer wären. Dementsprechend müssen auch die Bedrohungen nicht so weit überragend sein - der erwachsene Weiße Drache hat dann nur ne RK von 18, was aber ausreichend ist, und seine Angriffe sind nur mit +11 unterwegs. Das hat den Nebeneffekt, dass auch Otto Normalbauer den Drachen treffen kann, ohne auf die etwas sonderbare "20 trifft immer"-Regel zurückgreifen zu müssen. Nur nützen wird es ihm vermutlich genauso wenig wie bei PF, weil der Drache ihn nur scharf anschauen muss, damit er tot umfällt.
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Re: Spielbericht Das Erwachen der Runenherrscher

Beitragvon Ju-mo » Samstag 27. Mai 2017, 14:52

Naja damit hätte man halt das Problem, dass rein theoretisch eine verzweifeltes Dorf wirklich den Drachen töten könnte.
Keine Ahnung von Boni, aber wenn die ähnlich wie bei PF sind, dann reicht dem Bauer eine gute Rüstung und ein Schild und der Drache trifft nicht einmal immer.
Und die Bauern ihn dagegen schon, und machen halt nur tröpfchenweise Schaden, aber das summiert sich halt auch auf.

Klar dazu müssten die Bauern erst einmal den Entschluss fassen, wirklich ihr Leben ineinem Kampf herzugeben.
Und obwohl der beste Freund in Zwei gebissen wurde weiterzukämpfen.
Was auch nicht so mir nichts dir nichts passieren wird.

In PF dagegen kann sich eine ganze Stadt gegen den Drachen auflehnen, und wird trotzdem nichts erreichen.
Und der Drache muss auch nicht ernstzunehmen würfeln um zu treffen.


Da ist halt der Spalt ein wenig kleiner, hat halt den schon erwähnten Nachteil, dass manche Probleme auch von den Otto Normalbauern gelöst werden könnten.
Und wenn nicht von denen, dann von Soldaten.

Hat aber den Vorteil, dass man nicht so über drüber ist.

Was nicht heißt, dass die Helden keine Helden mehr sind, nur halt ein bisschen weniger.
Es ist halt wirklich ein:
"Was für ein Skaling will ich haben" - Spiel
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Re: Spielbericht Das Erwachen der Runenherrscher

Beitragvon stebehil » Sonntag 28. Mai 2017, 12:03

Ja, das ist wohl eine Frage der persönlichen Präferenzen. Ich stelle halt fest, dass hochstufige D&D3.x Spiele anscheinend nicht so mein Fall sind, weil der Machtzuwachs sehr steil ist. Ich habe aber vor, die Kampagne bis zum Ende durchzuspielen (ich rechne mit mindestens noch einem Jahr dafür), und nicht aufgrund meines Unbehagens das jetzt abzubrechen oder auf D&D5 umzusteigen.
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Re: Spielbericht Das Erwachen der Runenherrscher

Beitragvon stebehil » Mittwoch 13. September 2017, 07:03

Wer sich wundert, warum hier nichts mehr kommt: Der Spieler des Zwergs hat seinen Ausstieg erklärt, weil er das System nicht mehr mag. Seither haben wir keinen neuen Termin gefunden - ich habe den Eindruck einer gewissen Ermüdung bei meinen Spielern. Die Pause ist unfreiwillig und nicht final, denke ich. Ein neuer Termin ist noch nicht absehbar. Wenn ich meinen Kalender so anschaue, wird das vielleicht im Oktober was, aber wohl eher November...
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Re: Spielbericht Das Erwachen der Runenherrscher

Beitragvon Delethor » Mittwoch 13. September 2017, 07:47

Sehr ärgerlich. Hat sich das angedeutet oder kam es von jetzt auf gleich, dass der Spieler keine Lust auf PF mehr hat?
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Re: Spielbericht Das Erwachen der Runenherrscher

Beitragvon stebehil » Mittwoch 13. September 2017, 16:34

Delethor hat geschrieben:Sehr ärgerlich. Hat sich das angedeutet oder kam es von jetzt auf gleich, dass der Spieler keine Lust auf PF mehr hat?


Gemerkt hatte ich das schon bei den letzten Sessions - so richtig begeistert war er nicht mehr. Ich glaube, der Paladin war dann ein Katalysator, auch wenn er das so nicht bestätigt hat. Sehr schade, auch weil er einer der erfahrensten Spieler in der Runde war.
Auf der Stufe, auf der wir mittlerweile sind, war ihm das Regelwerk zu heftig Hack&Slay, was ich weiter oben schon geschildert habe. Ich kann es durchaus nachvollziehen. Er hat früher AD&D2 gespielt, da sind die Werte, die jetzt bei PF so kursieren, natürlich meilenweit drüber.
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