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Mai202017

Making Of: Das DSA-Trefferzonenset

Alex Spohr und Thomas Michalski (Layouter im Hause Ulisses) haben gemeinsam am DSA-Trefferzonen-Set gearbeitet. Im folgenden Making Of schildern sie, wie sie auf die Idee kamen und was bei der Umsetzung zu beachten war. 
 
Hallo liebe DSA-Spieler!
Da es nicht mehr allzu lange dauert, bis das DSA5-Trefferzonenset erscheint, wollte ich (Alex) euch kurz die Arbeiten daran von meiner Seite aus schildern.
 
Die Idee des Sets entwickelte sich schrittweise. Am Anfang stand die Arbeit am Aventurischen Kompendium und die Entwicklung der Regeln zu Trefferzonen. Soweit ich mich erinnere, hatten wir damals überlegt, dass wir nach dem Erscheinen der entsprechenden Regeln auch gerne wieder einen Trefferzonenwürfel herausbringen wollten, denn der neue Würfel würde eine andere Verteilung der Trefferzonen aufweisen.
Das war aber im laufenden Prozess nicht die einzige Änderung die wir beschlossen hatten. Als die Regeln für Trefferzonen voranschritten und überarbeitet wurden, stellten wir fest, dass es sinnvoller war, Zonen für verschiedene Wesen und in unterschiedlichen Größen herauszubringen. Es gab schon länger den Wunsch vieler Spieler (mich eingeschlossen), die gerne unterschiedliche Trefferzonenwürfel gehabt hätten.  Der alte Trefferzonenwürfel bildete z. B. nur einen normalen Menschen ab, war aber bei einem Tatzelwurm oder auch schon bei einem Wolf nutzlos, oder man musste die Ergebnisse stark anpassen. Also entwickelten wir verschiedene Silhouetten und beschlossen, mehrere Trefferzonenwürfel herzustellen.
Einige Zeit später, es muss während den Arbeiten an der Aventurischen Rüstkammer gewesen sein, hatten wir uns in der Regelredaktion noch einmal detailliert mit den Fokusregeln zu den Trefferzonen auseinandergesetzt. Wir beschlossen, dass wir die Trefferzonenwürfel in eine Box packen und ein Begleitheft dazulegen würden, dass weitere Fokusregeln enthalten sollte. Diese sollten sehr detailliert sein und das Thema weitgehend abschließen.
 
Und so sind wir schlussendlich beim Trefferzonenset gelandet. 
Neben den bereits vorhandenen Regeln zu Trefferzonen im Aventurischen Kompendium und der Aventurischen Rüstkammer hatten wir noch zwei weitere Fokusregeln im Blick, die wir für das Set entworfen haben: Lebensenergiezonen und schlimme Verletzungen. 
Die Lebensenergiezonen sollten jeder Trefferzone, Arm, Bein, Kopf usw. einen eigenen Energiewert zugestehen. Die Entwicklung der Regel war gar nicht so einfach, wenn die Gesamt-LeP weiterhin berücksichtigt werden sollte, denn auf einzelne Zonen aufgeteilt war die LeP-Menge an einem Bein oder am Kopf sehr gering. Aus dem Dilemma gab es eigentlich keinen Ausweg und so beschloss ich, dass der Verlust der Lebensenergie einer Zone nicht den sofortigen Tod bedeuten soll (es sei denn, man will es so – dazu haben wir auch eine Optionalregel geschrieben). Dennoch ist die Regel nur für Spieler, die es hart und dreckig lieben, denn sie macht die Kämpfe nochmals deutlich schneller.
Bei den schlimmen Verletzungen haben wir die Trefferzonen noch mal unterteilt, um auch Hand-, Ohr oder Genitaltreffer zu zulassen. Hier war die größte Schwierigkeit die einzelnen Bereiche nicht besser oder schlechter zu machen als ein Treffer in einer niedrigen Fokusstufe. Deshalb ist es so aufgebaut, dass ein Drittel der kleinen Zonen vergleichbare Wirkung mit niedrigen Fokusstufen haben, ein Drittel etwas besser und ein Drittel etwas schlechter ist.
 
Am meisten überrascht hatte mich übrigens, dass ich bei Markus mit dem Riesenamöbenwürfel durchkam. Der zeigt auf jeder Seite die gleiche Zone an...
Damit übergebe ich aber an unseren Layouter Thomas Michalski.
 
 

Für mich aus Layouter-Sicht gibt es im Kern zwei verschiedene Projektarten bei uns. Auf der einen Seite gibt es die Produkte, die wir mit einer gewissen Routine herstellen – Bücher beispielsweise. Die haben auch alle ihre Herausforderungen – über die wir hier in kommenden Blogartikeln sicher auch mal mehr erzählen werden – und in den allerwenigstens Fällen werden die einfach „abgearbeitet“, aber die Eckpunkte sind natürlich dennoch eher immer dieselben. Die formale Herangehensweise an Umschläge, Buchblöcke und dergleichen unterscheidet sich nicht groß von Buch zu Buch.

Auf der anderen Seite stehen dann aber Produkte, die mit eben dieser Routine völlig brechen – und zu denen gehört das Trefferzonen-Würfelset.

Da war zunächst die Metalldose. Am Anfang eines solchen Layouts steht immer ein schematischer Aufbau, oft von der Druckerei bereitgestellt, anhand dessen dem Layouter dann klar ist, wo er was platzieren soll. Im Falle einer Dose wie dieser hier, war es dann aber doch nötig, dass wir uns erst einmal in die Sache „hineindachten“.

 

 

Welche Elemente würden wo zu sehen sein? Wenn der Deckel an den Rändern umgebogen würde, was würde nach vorne ausgerichtet sein, was zur Seite? Und wenn der Deckel über den Boden gestülpt würde, wie viel von der Seitenfläche würde er verdecken, wie viel nicht?

Wir tüftelten, schauten uns vergleichbare Dosen an und konstruierten etwas. Dabei stellten wir jedoch zum Beispiel fest, dass die Ornamente, die unsere Cover umschließen, sich so wie sie waren nicht schön um die Rundungen der Dose legen ließen, weshalb wir das Design an der Stelle noch erweiterten.

Dann ging dieser erste Entwurf zunächst einmal zur Druckerei, die ihrerseits einen Prototyp hergestellt hat und nach Waldems schickte. Anhand des Prototyps konnten wir dann letzte kleine Details korrigieren und die Farben so anpassen, dass sie auch auf Metall so wirken, wie wir uns das wünschen, um dann schließlich bei unserem finalen Design anzukommen.

Die andere Herausforderung kam schon wieder näher an das „routinierte Feld“, denn der Box liegt ja auch noch ein Heft bei. Dafür konnten wir aber nicht 1:1 das bestehende Layout nutzen, denn das Heft musste kleiner sein, um in das 20x20cm Format der Dose zu passen. Dabei war unsere erste Fassung doch noch zu groß, denn die Dose hat ja abgerundete Ecken und das „kostete“ uns noch mal ein wenig Innenfläche. Wir überlegten kurz, auch die Ecken des Heftes abzurunden, entschieden uns dann aber für eine Anpassung des gesamten Formats.

Das Layout an sich war hier dann aber wiederum vertrautes Territorium und ich denke, abgesehen vom Seitenformat fügt sich das Beiheft optisch nahtlos in die bestehende DSA5-Produktpalette ein. Was abschließend zu dem Zeitpunkt, an dem ich das hier schreibe, bleibt, ist das gespannte Warten auf die Anlieferung des finalen Produktes. Die Lieferung auszupacken und die Box das erste Mal final in den Händen zu halten, das ist für uns schließlich auch nicht weniger spannend als für euch.

Alex Spohr und Thoas Michaski

Das Set lässt sich übrigens hier bestellen.