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Nov082012

Werkstattbericht Sturmgeboren - Wind kommt auf …

… und säuselt leise sirrend durch gelbtrockenes Gras, wirbelt feinen, alles durchdringenden roten Staub auf, gewinnt an Stärke und peitscht die rote Erde zu dem auf, was die Ebene von Hardorp seit langen Jahrhunderten prägt: den verderbenbringenden Staubstürmen, vor denen schon die Teilnehmer des Abenteuerklassikers Das große Donnersturmrennen eindringlich gewarnt wurden.

Abgesehen von diesen alles erstickenden Staubstürmen gab es aus der Ebene von Hardorp bisher wenig zu berichten. Zumindest galt dies lange Jahre, ehe wir uns vor einiger Zeit die Frage gestellt haben, wie es sein kann, dass die Grenze des Herzogtums Weiden und mithin des Mittelreiches an den Ufern des Rathil endet, jene des Dominiums Donnerbach gemäß des Kartenwerks aber erst am Mandlaril beginnt, während zwischen diesen beiden ‚Reichen‘ eine Ebene liegt, auf die niemand als Rotpüschel und Hardorper Klippechse Anspruch erhebt. Nicht einmal die Uhdenberger Minenloge, die eigentlich dafür bekannt ist, sich zu nehmen, was in ihre Reichweite gelangt? Äußerst eigenartig.

Inzwischen wissen wir dank des Abenteuers Strom der Feinde (in der Anthologie Wetterleuchten) warum die Grenze Weidens am Rathil verläuft. Doch die Frage, warum sich niemand für die dahinter liegende Ebene interessiert, blieb vorerst ungeklärt.

Vielleicht lässt sich das mangelnde Interesse darauf zurückführen, dass bewusste Ebene nicht allzu bekannt ist? Oder die Bemühungen vorwitziger Donnerbacher Siedler wie sie im Aventurischen Boten thematisiert wurden, rangieren angesichts so manchen Großereignisses ‚im Süden‘ – was von Donnerbach aus gesehen den Großteil der Welt meint – in ihrer Relevanz nahe der eines auf Maraskan umgefallenen Sackes Reis.

Doch gar so trivial lässt es sich dann doch nicht an, wenn Menschen sich der vermeintlich freien Ebene bemächtigen wollen und auf Gegner treffen, die sie einerseits zwar erwartet, andererseits aber unterschätzt haben, denn an den Gestaden des Neunaugensees ist nur Weniges so, wie es auf den ersten Blick scheint.

Und genau dies macht auch den Reiz einer Region aus, die von mythischen und unheimlichen Landschaften umgeben ist und deren Geschichte weit hinter den Schleiern der Vergangenheit verborgen liegt. Einem Reiz, dem sich das Autorengespann von Sturmgeboren – das sind Stephan Frings, Dominic Hladek, Rafael Knop, Katja Reinwald und Nina Schellhas – nur zu gerne ergeben hat.

Sturmgeboren lässt sich grob in zwei Teile gliedern. Der erste Teil widmet sich den Ereignissen rund um den zweiten Versuch der Donnerbacher Ritterin Sarhild von Birselburg in der Ebene von Hardorp zu siedeln. Denn dieses Mal ist die Adlige besser vorbereitet und das liegt nicht zuletzt daran, dass sie sich der Hilfe vielversprechender Spezialisten versichert, die im Rahmen mehrerer Szenarien zeigen können, ob ihr Wissen und ihre Fähigkeiten den Kontakt mit der Wirklichkeit überstehen.

Der zweite Teil kommt als umfangreiche Spielhilfe daher und wirft einen genauen Blick auf die Hardorper Ebene, aber auch auf die Ansiedlungen innerhalb ihrer Reichweite und die Kreaturen, die in der Region so kreuchen und fleuchen. Ein ausführliches Kapitel beschäftigt sich zudem mit Regelmechanismen, mit denen die Besiedlung – je nach Vorliebe – genau (regulatorisch) oder ungefähr (erzählerisch) am Spieltisch abgebildet werden kann. Beide Teile werden in diesem Blog bald eingehender vorgestellt werden.

Bilder: