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Feb212013

Uthuria Jost und die Tempel des Todes

Dominic Hladek, einer der Autoren von Porto Velvenya, berichtet euch heute von einigen Elementen des ersten Bandes der Uthuria-Regionalkampagne Grüne Hölle und erwähnt dabei auch einige der Kreaturen, denen die Helden begegnen können. Je nach persönlicher Spoilerempfindlichkeit sei darum eine Warnung geäußert ;-)

Dichter Nebel liegt über dem Höhlenboden, der sich in Uthuria-Josts überanstrengtem Geist zu gespenstischen Fratzen formt. Er weiß, dass jeder Schritt sein letzter sein könnte. Unter seinem Fuß knackt etwas laut auf. Glück gehabt, nur ein Bambusrohr, denkt er erleichtert. Womöglich sogar brauchbar als Blasrohr für die kleinen Pfeile, die der Schamane aus dem seltsamen Blei vom Fluss gegossen hat. Aus der Ferne erklingt Gebrüll, vielfach gebrochen von den hohen Felswänden. Welches Tier wohl so schreit? Hoffentlich ein Tier! Tiere sind berechenbar, Tiere sind von dieser Welt. Das Bambusrohr steckt er zu dem seltsamen Pulver, das er neben der halb in Bernstein eingeschlossenen Schlange gefunden hat. Jost hat Schlangen auf diesem Kontinent wahrlich hassen gelernt, besonders die mit den zwei Köpfen.

Durch den Nebel erkennt er nun einige uralte Statuen. Gryphonenzeitalter, stellt er fest. Es würde ihm das Herz brechen, sie zu zerstören, aber vielleicht kann er sie dennoch noch irgendwie nutzen. Seiner Erfahrung nach ist jedes Ungeheuer zu töten, wenn nur etwas auf seinen Kopf fällt, das schwer genug ist.

[...]

Er hat seine Klettertour an den Lianen nur kurz pausiert und sich auf der merkwürdigen Plattform in diesem viele Häuser hohen Saal niedergelassen (wer baut so was eigentlich? fragt er sich im Geiste), jetzt aber hört er beunruhigende Geräusche von unten. Er blickt über den Rand der Plattform. Verdammt! Offenbar ist er nicht der einzige, der klettern kann. „Welche götterverfluchte...“ murmelt er. Jost weiß, dass er nun schnell handeln muss. Er blickt sich um: Verstecken? Nein, zu spät. Kann er das Biest da unten irgendwie zu Fall bringen? Ja, das müsste gehen! Der Sturz müsste es umbringen. Er zieht sein Messer und sägt die dicken Lianen in Windeseile an.

Zweifach verdammt bei allen Niederhöllen! Wieso brennt diese Liane eigentlich wie Brabaker Vitriol? Einerlei, er muss das Monstrum jetzt zu den angesägten Lianen locken - und dazu muss er sich zeigen. Also Anlauf, ein beherzter Sprung (seine Gewandtheit verlässt ihn wenigstens diesmal nicht), und schon hängt er oben an den Schlingpflanzen. Sehr weit oben. Werde ich etwa hochgezogen!? Jost blickt hinauf. Trotz der Zahnreihen, auf die er sich da zubewegt, bewahrt er die Fassung und geht seine Optionen durch. Es gibt bestimmt einen Ausweg. Es gibt immer einen. Aber diesmal sieht es nicht gut aus. Ich hab da ein ganz mieses Gefühl...

Da Porto Velvenya, der erste Teil der Regionalkampagne Grüne Hölle, mittlerweile erschienen ist, wollen wir euch einen kleinen Einblick in unsere Schreibwerkstatt geben. Der gerade gelesene Text könnte wohl direkt aus dem Tag eines Helden in der Grünen Hölle stammen, denn eines der Elemente des Abenteuers ist das Erforschen von Dungeons, die - statt bloße Kulisse zu sein - zu einem praktisch nutzbaren Teil der Handlung werden. Beim Design solcher Orte haben wir Wert darauf gelegt, Anreize zu geben, die Helden nicht einfach nur hindurchstolpern zu lassen, sondern durch Interaktion mit dem Gewölbe und seinem Inhalt die Möglichkeit zu bieten, auch abenteuerliche Ideen zu verwirklichen. Ihr dürft euch also auf Lianen, einstürzende Altbauten und rollende Steine freuen!

Natürlich ist Porto Velvenya kein reines Dungeon-Abenteuer, vielmehr bietet es „von allem etwas“: Weite Teile spielen in der namensgebenden Stadt, zu der der Spielhilfenteil eine ausführliche Beschreibung bietet, so dass der Meister alle Mittel zur Ausgestaltung in einem Band an die Hand bekommt. Auch die für die Kampagne namensgebende „Grüne Hölle“ kommt nicht zu kurz, denn die Helden werden durch den Dschungel Uthurias reisen und dort auf Mensch und Kreatur treffen, die Aventuriern noch völlig fremd sind. Auch hier bieten wir viele Informationen zur Gestaltung der Reise und ihren Gefahren im Spielhilfenteil.

Greift also zu Hut und Peitsche oder zu Morion und Sklaventod. Die Grüne Hölle wartet...