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Okt062013

Der Gruppenvertrag – Spaß für alle am Spieltisch

In einer Rollenspielrunde gibt es viele Dinge, über die sich die versammelten Spieler am Tisch einig sein müssen oder über die zumindest im Laufe des Spiels ein Konsens entwickelt werden sollte.

Das können die Regeln, die Charaktere, das Miteinander in der Runde oder der Hintergrund sein. Beispielsweise möchte die eine Gruppe alle Optionalregeln verwenden, um Kämpfe möglichst genau abzubilden. Eine andere Runde verzichtet lieber auf die Expertenregeln für die Zauberei und beschränkt sich einzig auf die Zaubersprüche aus dem Liber Cantiones. Vielleicht möchten die einen eine Hausregel für den Reiterkampf benutzen oder die anderen ihn nur erzählerisch abhandeln.

Es kann aber auch die Einschränkung sein, in einer Runde keine Praiosgeweihten oder Schelme zuzulassen; oder die, keine Exoten wie Orks, Goblins oder Achaz aufzunehmen. Bei den Charakteren kann es auch so weit gehen, dass die Runde sich entscheidet, dass sie Jugendliche spielen wollen, oder einfache Menschen, die gerade vom Lande in die Stadt gekommen sind.

Gerade bei solchen Entscheidungen ist ein Konsens wichtig, damit die Spieler sich im Klaren sind, ob sie alle an einem Strang ziehen und sich die Helden auch auf einem Niveau bewegen.

Genauso ist es wichtig, sich darüber zu einigen, wie die Spieler sich untereinander anreden oder mit den Meisterfiguren interagieren. Manchen Runden reicht es völlig, wenn die Spielerin davon ausgeht, dass sich ihre Magierin in der Welt auskennt und ganz selbstverständlich die richtige Anrede für die Spektabilität des Pentagrammatons in Punin kennt. So kann die Spielerin dann einfach sagen: „Ich gehe auf den Magier zu, begrüße ihn und frage, ob ich diese Schriftrolle in der Bibliothek einsehen kann.“

Anderen Runden ist das nicht stimmungsvoll genug, dort pflegen die Spieler eine direkte Rede mit ihrer Umgebung, die auch aventurisch stimmig ist. Diese Spieler wollen sich gut in der Hintergrundwelt auskennen und dieses Wissen auch nutzen. Die Spielerin der Magierin würde in dieser Runde sicherlich sagen: „Hesinde zum Gruße, Euer Spektabilität. Sagt an, Spectabilitas Kosmaar, meine Gefährten und ich sind auf der Suche nach der fünften Rolle der Manuskripte von Tqelin-Ra’id, und wir bitten Euch, diesen unersetzlichen Schatz einsehen zu dürfen.“

Und dann bleibt natürlich noch die Frage, wie die Spieler mit der Hintergrundwelt umgehen, das können solche Punkte sein, die sich um die Häufigkeit von Magie, dem Auftreten von Dämonen oder leibhaftigen Götterwirken drehen oder die das Verhalten von Meisterfiguren anbelangt, also ob diese sich eher wie in einem Fantasyfilm verhalten oder wie in einer mittelalterlichen Quelle.

Viele Punkte sind sicherlich Geschmacksfragen, aber letztlich müssen alle Versammelten sich darüber einig sein, wie sie mit den Punkten umgehen, damit alle auch den richtigen Spielspaß am Tisch haben. Man merkt häufig erst, dass man stillschweigend eine solche Übereinkunft in der heimischen Runde getroffen hat, wenn man in einer Spielrunde auf einer Veranstaltung, wie zum Beispiel auf der Rat-Con, mit fremden Spielern in einer Runde spielt.

Für DSA5 haben wir uns überlegt, einen sogenannten Gruppenvertrag vorzuschlagen, in dem man die wichtigsten Punkte für das erfüllende Spiel in seiner Runde abfragen und festhalten kann. Damit vermeidet man Probleme und Streitigkeiten und schafft eine befriedigende Atmosphäre, in der alle gerne am Spieltisch sitzen und Freude daran haben, ihre Helden nach Aventurien zu schicken und darin Abenteuer zu erleben.

Wir wollen zu diesem Gruppenvertrag gerne eure Meinung wissen und über einzelne Punkte, die darin aufgenommen werden sollten, gerne mit euch im Forum diskutieren. Dazu eröffnen wir den Redaktionsthread „Der Gruppenvertrag“ und hoffen auf rege Beteiligung.

Einen schönen Sonntag und bis zur nächsten Woche,

Mario Truant