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Jan142016

Aventurischer Bote 175: Ein Ausblick

Der Aventurische Bote ist eine zweimonatig erscheinende Zeitung, die entweder über das Abo zusammen mit dem Heldenwerk nach Hause bezogen werden kann oder kostenlos bei Händlern ausliegt. Ebenso kann der Bote kostenlos als PDF bezogen werden.

Dem Aventurischen Boten liegt im Abo stets ein 16-seitiges DSA5-Abenteuer (ein sogenanntes Heldenwerk-Abenteuer) bei. 

Anfang Februar erscheint die neuste Ausgabe des Aventurischen Boten. Und nicht nur das beiliegende Heldenwerk Abenteuer wird sich dieses Mal mit dem sagenumwobenen Südkontinent Uthuria beschäftigen, auch der Bote selbst weiß einiges über das Land jenseits des Feuermeers zu berichten. So tummeln sich auf den Seiten der Ausgabe 175 ein reisender Prinz, ein Nandusgeweihter, der über den Uthuria-Handel sinniert, und nicht zuletzt ein hartgesottener Großwildjäger. Hier ein kleiner Teaser vorab.

 

Belhankaner Beobachter, Efferd 1040 BF

Eine uthurische Großwildjagd


Belhanka. Einer der Gäste, die ebenfalls von der ‚Prinz Sirtan‘ an Land gingen, ist eine abenteuerliche Gestalt, die aus dem fernen Baliho stammt. Caspar Khoramsschreck, seines Zeichens Bestienjäger und Questador, lebt schon seit mehreren Jahren in Uthuria und zieht dort auf Großwildjagd durch den 

Dschungel. Wer sich ein Bild dieses verwegenen Mannes machen will, der stelle sich in einem unrasierten, kantigen Söldnergesicht eine Nase vor, die durch mehrere Brüche so schräg geworden ist wie ein im Sumpf gebauter Wachturm. Er füge einen gleichsam unangenehmen und anziehenden Geruch nach Moschus mit einer harzigen Kautabaknote hinzu und kleide das so entstandene Bild vor Augen in Leder einer uthurischen Dschungelechse, das sich über einen groben, aber muskulösen Körper spannt. Er füge eine Halskette aus Raubtierzähnen hinzu, die einen bornischen Bären vor Neid erblassen ließen, und fertig ist Caspar. Der Bestienjäger reist mit großen Kisten und Käfigen für die Kusliker Fasanerie an. Auf meine Nachfrage nach deren Inhalt, murmelte er nur einsilbig etwas wie „’n Schkala Tier“. Nach einer halben Stunde des Nachhakens ziehe ich ihm einzeln alle Informationen aus der krummen Nase:

 

Offenbar soll in der Kusliker Fasanerie alsbald neben anderen uthurischen Tieren ein gezähmter „Escaladir“ zu bewundern sein. Bei diesen Kreaturen handelt es sich um riesige Ungetüme, die einem Stier mit Reißzähnen und Hornkamm ähneln. Ich konnte ihm noch am Abend unter seinesgleichen in einer der Tavernen des Seefahrerviertels Belhamèr über die Jagd befragen und fasse den unnachahmbar spannend erzählten Bericht so gut es geht zusammen. Caspar untermalte seine Ausführungen immer wieder mit dem Knallen seiner Balihoer Kuhburschenpeitsche oder lautem Gebrüll:

 

Ich sach immer, je ferner die Länder, desto größer die Bestie. Und in Uthuria, ich sach euch, dat is so weit wech, da kriechse Biester vor die Kandare, da is ’nen Waldelefant ’n Köterwelpe dajegen, denkste dir.

Also zieh ich an ein’n Tach aus in’n Dschungel, obwohl’s heiß is’, da schickste keene Sau ins Freie. Nach drei Stunn’n denk ich mir noch, dat hättste dir sparen können, den Tach. Aber dann seh ich n Viech, boah, dat war groß wie n Weidener Hexenhaus, nur um einijes erschreckender. Ich also kühlen Kopp bewahrt (sach ich mir jenfalls und kack mir innerlich die Hosen ein) und denk mir, schleichste dich halt ran. Is auch nur ne große Kuh da vorn. Na ei’ntlich isses mehr nen Stier aus den Niederhöllen, nur dass er keine Hörner hat, dafür mehr Zähne im Maul als en firunverfluchter Ifirnshai. Und 

als ich näher komm, merk ich erst so recht, dat dat Ding ne Höhe hat, sach ich euch, da krichste Halsstarre, wenn de dran hoch guckst. Ehrlich, schon der Hals beginnt erst zwo Köppe über mei’m Kopf. Und das hatte nen Fell, das war… na ich würd sagen, blutschwarz. Und wie das stinkt, das Biest! Schon wie ne Kuh irjendwie. Aber eine, die länger tot rumjehangen hat als wie’n thorwalscher Stockfisch im Winter. Glück, dass ich sonnen krummen Erker im Jesicht hab und kaum riechen kann.

Aber BUMM, preschts auf einmal los, als wärs völlich außer sich. Ich denk noch so, ich war doch schei… leise und mein, na dann rennts halt wech. Aber nix is, das rennt auf mich ZU als säß ihm der Höllensultan im Nacken. Und weisse was? Da sitzt echt was im Nacken, seh ich.

 

 (Quido Berylli,
Dominic Hladek)

Fortsetzung folgt