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Dez212016

Werkstattbericht zur Theaterritter-Kampagne

Niklas Forreiter und Daniel Heßler, die Autoren der Theaterritter-Kampagne, haben diesen Werkstattbericht für uns verfasst. Viel Spaß!

Achtung: enthält Spoiler!

 
Was macht Kor im Bornland? Der Korsforst zwischen Birkholt, Sirmgalvis und Schwertbergen ist der einzige bekannte Ort Aventuriens, an dem der Halbgott den Legenden nach persönlich erschienen ist.
 
In einer der großen Schlachten der Theaterritter gegen die Goblins wendete er das Schlachtenglück zugunsten der Ritter, und die Geschichten erzählen auch, dass seine Präsenz an Geist und Seele der Anwesenden Spuren hinterlassen habe.
 
Es stellt sich vor allem die Frage, warum nicht Rondra hier erschien, hatte sie doch die Theaterritter zuvor in der Schlacht von Kungutzka mit einem Wunder unterstützt, bei dem sie persönlich die Waffen der Ritter segnete, die später als Schwerter des Nordens berühmt wurden. Anscheinend muss das Verhältnis von Rondra und Kor zu Zeiten der Theaterritter als Konkurrenz verstanden
werden.
 
Während Rondra für Ehre, Heldentum und Ritterlichkeit steht, wird Kor mit Pragmatismus, Söldnertum und Gold assoziiert. Mit Grausamkeit und Morden aus Geld- und Machtgier haben beide nichts zu tun, diese sind als „Pervertierung“ Belhalhar und dem Namenlosen zugeordnet. Somit spiegelt sich im Verhältnis Rondra-Kor auch das Verhältnis Adel-Bürgertum im Bornland.
 
In der Kampagne gehen wir unter anderem dieser Frage nach. Es geht viel um die Interpretation des „Erbes der Theaterritter“. Was genau ist dieses Erbe? Die Schlacht am Grauzahn zum Beispiel dreht sich in gewisser Weise um diese Frage, ebenso wie die Konflikte im gesamten Grünen Zug und das Ereignis, das ihn auslöst. Auch in den vorangegangenen und folgenden Teilen der Kampagne finden sich Anknüpfungspunkte, wie zum Beispiel der rondragefällige Wettbewerb in Irberod, der Konflikt am Klammwasser, das Schicksal der Gefangenen auf Burg Korswandt – nicht zuletzt tragen auch unsere Hauptfiguren Olko und Leudara diesen Konflikt auf sehr persönlichen Ebenen aus.
 
Zu Zeiten der Theaterritter hatte Kor mit seinem Erscheinen und der Silbernen Horde Aufwind, für die Kor eine wichtige Rolle spielte. Doch dann gab es die unglücklichen Verwicklungen mit den namenlosen Dienern an der Spitze des Theaterordens. Anshag von Glodenhof, als Angehöriger oder zumindest Verbündeter der Silbernen Horde, hätte womöglich einen deutlich anderen Staat im Bornland begründet als den heutigen. Aber dann kamen die Priesterkaiser. Durch die sich noch vieles andere geändert haben dürfte, unserer Meinung nach besonders im Hinblick auf Fragen von Grundbesitz und Leibeigenschaft.
 
Die Kampagne treibt also die Machtverschiebung zwischen Adel und Bürgertum voran und bereitet eine weitere Polarisierung im Bornland vor, zwischen Sewerien und Hochmark auf der einen Seite mit starken Bronnjaren, Leibeigenen und viel Ehre. Auf der anderen Seite die Niedermark und Festenlande mit Handel, Wandel, Söldnern, zunehmend freien Bauern und wirtschaftlich orientierter Produktion, inklusive ersten Manufakturen in Festum.
 
 
Der 5. Teil der Theaterritter-Kampagne, Die Silberne Wehr, ist gerade erschienen und kann hier bestellt werden.