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Sep172017

Starfinder Vorschau – Navasi die menschliche Gesandte

Starfinder ist ein Science-Fantasy Rollenspiel der Pathfindermacher und basierend auf Pathfinderregeln. Eine deutsche Übersetzung des Spiels könnt ihr bald in einem Crowdfunding ermöglichen.

Wie bei Pathfinder gibt es auch bei Starfinder ikonische Charaktere für jede Klasse. Im Falle der Klasse des Gesandten ist dies Navasi, welche wir euch im Folgenden etwas näher vorstellen, damit ihr einen besseren Eindruck der Welt von Starfinder bekommt:

Navasi

Die Gesandte, welche sich selbst Navasi nennt, wurde als Kind einer bedeutenden Familie der Absalomstation geboren. Sie verbrachte den Gutteil ihrer Kindheit damit, ihren Eltern in der ausgedehnten, sechsgeschossigen „Himmelsvilla“ der Familie am Nyori-Wall aus dem Weg zu gehen. Navasis Mutter hatte eigentlich geplant, dass ihre kluge, aber dickköpfige Tochter das Familiengeschäft übernehmen sollte, während ihr Vater sich vorstellte, dass sie eines Tages wie eine Königin in Seide gekleidet zwischen den Oberen Zehntausend der Station thronen sollte.

Navasi war allerdings weder an der einen Idee noch der anderen interessiert – sie trieb sich lieber mit ihren besten Freunden, den Kindern der Hausangestellten, in den Straßen der Raumstation herum, als sich mit versnobten Spielkameraden ihres Standes oder hochherrschaftlichen Empfängen herumzuschlagen. Der Adrenalinschub, den sie auf einem kreischenden Hoverrad verspürte, war ihr bedeutend lieber als der Pomp der intriganten Reichen und Mächtigen.

Während Navasi sich mit immer mehr Stationsbewohnern anfreundete, die weitaus weniger privilegiert waren, verspürte sie zuerst Unverständnis und schließlich Verachtung und Ekel für ihre Eltern, welche sich in vorsätzlicher Arroganz vom Rest der Gesellschaft fernhielten. Die Ungleichheiten der Raumstation, wo die Reichen in befestigten Enklaven und die Armen in Metallkisten lebten, schmerzten sie regelrecht. Es genügte ihr nicht, ihr Taschengeld zu verschenken, stattdessen begann sie von einem Leben zu träumen, in dem sie den Reichen ihren unverdienten Reichtum nahm und an die Bedürftigen verschenkte. Ihre Idole wurden die Freien Kapitäne der Diaspora, Piraten die nach ihren eigenen Regeln lebten. Navasi glaubte, mit dieser Freiheit nicht nur Spaß zu haben, sondern auch viel Gutes tun zu können.

Am Morgen ihres achtzehnten Geburtstages saß sie in ihrem edel ausgestatteten Zimmer und starrte auf das güldene Holo-Ballkleid, welches sie bei ihrem gesellschaftlichen Debüt tragen sollte. Sie stand vor einer Wahl: Diese falsche Uniform anlegen, der Gala beiwohnen und von ihrer Mutter mit einer wichtigen Position im Familiengeschäft betreut werden – oder verschwinden.

Eine Stunde später war Navasi als blinder Passagier auf einem Schiff in die Diaspora unterwegs. Mit einer Tasche voller gestohlener Credsticks und glänzenden Augen erreichte sie den Bruchfelsen. Dort ging sie bei einer Arbeitsvermittlung namens „Der Sechste Finger“ – im Grunde kaum mehr als eine raumfahrende Diebesgilde – als „Spezialistin für das Organisieren von Dingen“ unter Vertrag. Nun war sie bereit, ihre neue Position zu nutzen, um von Ausbeuterfirmen zu stehlen und zur Heldin der Unterdrückten und Bedürftigen zu werden.

Das wahre Piratenleben dagegen überraschte vollkommen. Ihr Geld war schnell aufgebraucht, so dass sie nicht wählerisch sein konnte, welche Aufträge sie übernahm. Ihre Sturheit verbat ihr jedoch, in Schande nach Hause zurück zu schleichen. Unter dem Druck der Gilde schlug sie Unschuldige zusammen, stahl von den Armen und tat noch Schlimmeres. Dennoch gab sie nie gänzlich ihre Ansichten zur Gleichheit auf, auch wenn sie nun wusste, welch eine naive Idealistin sie gewesen war. Ein paar Jahre auf der Straße lehrten sie, was sie früher alles fälschlich für selbstverständlich erachtet hatte, und sie erkannte, dass sie zuerst ihr eigenes Leben in den Griff bekommen musste, ehe sie anderen helfen konnte. Zumindest dies gelang ihr. Sie erlangte innerhalb der Bande den Ruf, äußerst beredsam zu sein und die Gruppe nach außen repräsentieren zu können wie sonst niemand, zumal sie mutige Pläne schmieden und dank ihres Verstandes auch gewinnbringend umsetzen konnte.

Vom Ganovenleben abgestumpft erkannte Navasi, dass der erbeutete Reichtum ihr keine Freude brachte, wenn sie ihn mit niemandem teilen konnte. Als Komplizen suchte sie sich notleidende Überlebenskünstler und Gauner, die insgeheim weiche Herzen besaßen. In einer Frau erkannte sie sich aber letztendlich wieder – ein tätowierter Neuling mit purpurnen Haaren und großen blauen Augen, die sich gegen die Mächtigen aussprach, sich der Autorität der Piraten widersetzte und im Alleingang jene rechtschaffenen Taten vollzog, von denen Navasi einst geträumt hatte. Navasi hatte noch niemandem von solchem Mut getroffen und die beiden wurden rasch unzertrennlich, auch wenn Navasi immer noch dem Sechsten Finger angehörte.

Dieses Leben fand aber ein Ende an dem Tag, an dem der Sechste Finger ein medizinisches Versorgungsschiff für die Absalomstation zu kapern plante. Den Bandenanführern war die Mission des Schiffes, Flüchtlingen aus einem Kriegsgebiet zu helfen, angesichts der wertvollen Fracht in Form von Medikamenten und Drogen, herzlich egal. Entsprechend wurden auch Navasis Proteste ignoriert. Dies brachte das Fass zum Überlaufen. Navasi und ihre Partnerin überlegten sich einen Plan. Sie setzten das Medoschiff von dem geplanten Überfall in Kenntnis und sabotierten die Raumjäger der Bande. Alles wäre vielleicht unbemerkt geblieben, hätte der Technomagier der Bande nicht die Sicherheitskameras überprüft. So fanden sich Navasi und ihre Partnerin in der Klemme mit dem Rücken zum einzigen noch raumtauglichen Schiff – einem Ein-Mann-Raumjäger, dessen Lebenserhaltungssysteme nur auf eine Person ausgelegt waren. Da Navasi ihre Gefährtin nicht im Stich lassen wollte, war sie zum letzten großen Gefecht bereit, wurde aber von ihrer Partnerin stattdessen ins Cockpit gestoßen. Während Navasi sich noch orientierte, zog die andere Frau die Sicherheitspins ihrer Granaten und warf sich auf den Feind.

An diesem Tag starb die reiche Tochter der Absalomstation ebenso wie die Piratin, zu der sie geworden war. Zusammen mit dem Medoschiff kehrte sie zur Absalomstation zurück. Im Wissen, dass weder ihre geschmähte Familie noch der Sechste Finger je die Suche nach ihr aufgeben würden, gab sie ihre alte Identität auf und nahm den Namen ihrer gefallenen Liebe an: Navasi. Sie schwor, den zusammen begonnenen Kampf nun allein weiterzuführen, nur von denen zu stehlen, die es auch verdienten, und gegen Ausbeuter zu kämpfen, egal auf welcher Seite des Gesetzes diese standen. Auch im Äußeren orientierte sie sich an ihrer toten Partnerin, indem sie ihr zuvor tiefschwarzes Haar purpurn färbte und fortan auf einem Auge eine blaue Kontaktlinse trug. Als sie überlegte, auch die Tätowierungen zu übernehmen, erfuhr sie überrascht, dass es sich um Symbole Weydans handelte, des Gottes der Entdeckungen und der Gleichstellung, welcher dafür berühmt war, als Sterblicher aufzutreten. Obwohl ihre Partnerin nie über ihren Glauben gesprochen hatte, betrachtete Navasi dies als Zeichen und hegte sogar Hoffnungen, dass ihre Gefährtin mehr gewesen war, als sie schien, auch wenn ihr klar war, dass dies wohl nur eine Manifestation ihrer Trauer war.

Mittlerweile ist Navasi als begabte, unabhängige Kapitänin bekannt, welche Gruppen für Abenteurer zusammenstellt, bei denen es sich um planetare Erkundungen, Sicherheitsmissionen oder auch das klassische „Besorgen von Dingen“ handeln kann – sie achtet aber auf die Art von Aufträgen. Ihr Ruf ist vielleicht größer, als dies für jemanden, auf die ein Kopfgeld ausgesetzt ist, gesund ist. Navasi glaubt immer noch daran, dass alle die Freiheit verdienen, dass der Wohlstand verteilt und den Plutokraten Einhalt geboten werden soll. Sie weiß aber auch, dass man Geld zum Leben verdienen muss und ist stolz darauf, auf sich und ihre Mannschaft achten zu können (auch wenn sie immer noch dazu neigt, ihr Geld an Bedürftige zu verschenken). Sie ist eine Ganovin, redet schnell und kann andere gut überzeugen, was sie zu einer brillanten Unterhändlerin macht. Ihr Herz schlägt schnell und glücklich, wenn das Risiko groß ist und sie weiß, wer auf ihrer Seite steht. Sie schaut stets hinter die Fassade und die Masken anderer, da sie weiß, dass nichts wirklich so ist, wie es scheint.

Navasi ist eine Menschliche Gesandte – doch was macht einen Gesandten aus?

Gesandte sind charmant, haben einen schnellen Verstand und ausgeprägten Selbsterhaltungstrieb und wissen, wie sie andere dazu bringen, etwas für sie zu tun. Sie sind Betrüger, Diplomaten, Geschäftsleute, Schauspieler und Trickser. Manche nutzen freundliche Worte, andere schmutzige Tricks. Sie fungieren oft als Planer und Strategen, welche die Fähigkeiten ihrer Verbündeten bestens auszunutzen wissen. Viele repräsentiere ihre Gruppen nach außen und übernehmen das Reden, um in zugangsbeschränkte Bereiche zu gelangen oder Audienzen mit den Mächtigen zu erhalten.

Der Fokus eines Gesandten liegt auf den gesellschaftlichen Fähigkeiten. Mit diesen schließt er Freundschaften, narrt seine Opfer und bedroht er seine Feinde – und wo Worte nicht helfen, gibt es immer noch die gute alte Laserpistole. Gesandte erhalten 8 + IN-Modifikator Fertigkeitsränge pro Stufe und decken mit insgesamt 16 Klassenfertigkeiten ein breites Feld ab – wem das Reden nicht so liegt, kann immer noch Ränge in Fertigkeiten wie Computer und Heimlichkeit investieren, so dass die Klasse des Gesandten sich ebenso für Diplomaten wie für Diebe und Saboteure eignet. Ein Gesandter hat einen durchschnittlichen Angriffsbonus, gute Reflexe und Willenskraft und ist im Umgang mit Einfachen Nahkampfwaffen, Granaten und Handfeuerwaffen geübt.

Im Verlauf seiner Stufenprogression erhält ein Gesandter Zugang zu Improvisationen, die ihnen besondere Tricks im Kampf und das Inspirieren ihrer Verbündeten ermöglichen, und zu Begabungen, mit denen sie ihr Können im Bereich verschiedener Fertigkeiten erweitern. Ein Gesandter ist daher nicht die Rolle des großen Redners oder umherschleichenden Gauners beschränkt, sondern könnte auch ein fähiger Schiffsarzt oder Wissenschaftler sein. – Egal ob du dich an Han Solo, Doktor McCoy, Captain Sheridan oder ähnlichen Figuren beim Erstellen deines Charakters orientierst, die Klasse des Gesandten ist in allen Fällen ein robustes Chassis, auf dem du deinen SC aufbauen kannst.