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Mai082018

Meine Welt der Dunkelheit: Philipp Jerulank, Crowdfunding und Social Media

Noch bis morgen um 14:00 Uhr könnt ihr am Vampire: Die Jubiläumsausgaben Crowdfunding teilnehmen und euch Bücher zu Vampire: Die Maskerade und Vampire: Das Dunkle Zeitalter sichern, die nun, dank zahlreicher Unterstützer, das erste Mal in deutsche Sprache übersetzt werden. Noch immer sind Bonusziele zu erreiche, auf die wir uns auch als Crowdfundingteam freuen.
Darum schreibt Philipp Jerulank heute über seine Welt der Dunkelheit.

Zunächst muss ich gestehen: Mein Einstieg in die Welt der Dunkelheit erfolgte nicht über das klassische Pen-&-Paper-Rollenspiel. Zu der Zeit, als ich in Kontakt mit Vampire kam, habe ich Rollenspiele fast ausschließlich am Computer gespielt. Das lag weniger an meinem mangelnden Interesse, sondern viel mehr an einer fehlenden Spielgruppe in meinem Freundeskreis - ganz gleich, um welches System es sich handelte.

Meine erste Begegnung mit Vampiren aus der Welt der Dunkelheit war das Computerspiel Vampire: The Masquerade – Bloodlines, welches im Jahr 2004 durch Activision erschien. Ich hatte das Spiel ein wenig im Voraus verfolgt und mir gefiel diese düstere Atmosphäre und die Möglichkeit ein Rollenspiel in schicker, neuartiger Grafik zu erleben. Das Spiel erschien damals immerhin in der neuen Source-Engine, die auch bei Half Life 2 zum Einsatz kam. Kurz: Ich war überzeugt und holte mir das Spiel vom eigenen Taschengeld im örtlichen Kaufhaus.

Spätestens nachdem ich das Spiel zum ersten Mal gestartet hatte und mit der Charakterwahl begonnen hatte, war es um mich geschehen. Die Möglichkeit aus verschiedenen Clans zu wählen, alle mit einem eigenen Stil und diese düstere Stimmung, hach … Meine Entscheidung fiel damals auf die Brujah und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich sie ausschließlich auf Grundlage des Aussehens getroffen habe. Die, zugegebenermaßen etwas merkwürdig geschnittene, Einstiegssequenz und die ersten Minuten des Spiels besaßen für mich eine so einzigartig dunkle Stimmung, dass ich mich diesem Universum fortan nicht mehr entziehen konnte. Die verrückten Charaktere, die existenziellen Themen und der Gothic-Style waren für mich einfach so gelungen kombiniert und so in dieser Form noch nicht dagewesen, dass ich dem Bann des Spieles nicht mehr entkommen konnte und wollte.

Ja, das Spiel war natürlich gerade zu Beginn sehr verbugt und teilweise fast unspielbar, aber damals konnte mich das irgendwie nicht davon abhalten, weiterzuspielen. Auch die zahlreichen, wirklich gruseligen Abschnitte im Spiel waren kein Hindernis für mich. (Ich hab’s nicht so mit Grusel …) Der Lohn waren tolle und witzige Dialoge und eine spannende, wenn auch wenig originelle Geschichte.  Ich habe das Spiel dennoch bis heute mehrmals durchgespielt und dies absurderweise oft mit der gleichen Charakterwahl getan.

Meine Welt der Dunkelheit ist auch heute noch durch dieses Computerspiel geprägt und ich bete auch heute noch, dass es einen weiteren Teil geben wird, der uns in dieses grandiose Setting entführt. Natürlich bin ich mittlerweile auch in den Genuss des echten Pen-&-Papers gekommen und schätze die größeren Freiheiten. Ich habe mich auch am Vorgänger Redemption versucht, konnte mich dafür allerdings nie so richtig begeistern. So eine Sogwirkung, wie sie einst Bloodlines auf mich entfaltet hat, wird vermutlich nur ein zweites Bloodlines erzielen können.