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Mai272018

Making Of: Havena - Versunkene Geheimnisse

Gerade finanzieren wir Havena – Versunkene Geheimnisse, die erste Stadtspielhilfe für DSA 5, in einem Crowdfunding. Aus einer Vielzahl von Arbeitsschritten, die beleuchtet werden könnten, wirft Autor Anton Weste ein Schlaglicht auf ausgewählte Prozesse der Spieilhilfenentstehung

Die meiste Arbeit am 128-Seiten-Band ist getan und ich blicke auf viele Monate voller Arbeit zurück: Konzeptionieren, Recherchieren, Absprechen, Schreiben. Die ersten Exposés stammen noch aus heißen Julitagen 2016, die letzten Pinselstriche aus dem kühlen Jahresende 2017 und befindet sich nun dank des Crowdfundings im Lektorat.

Struktur, Struktur – der Aufbau einer Stadt

Da Havena der erste Band einer ganzen Reihe von möglichen Stadtbänden werden soll, haben Redakteur Niko Hoch und ich viele Überlegungen zur optimalen Struktur angestellt. Die Einteilung der Kapitel lehnt sich an die bekannten Regionalspielhilfen an, so dass Spieler die Informationen an analoger Stelle finden. Gleichzeitig erfordert die detaillierte Darstellung einer Stadt einen etwas anderen Aufbau als die Vorstellung eines ganzen Landstrichs. So ist zum Beispiel die Anzahl der konkreten Orte größer, der Part über Kultur und Brauchtum kleiner. Der genaue Blick auf bestimmte Orte, Personen und Gruppen führt zu einem größeren Anteil an Meisterinformationen, so dass das Kapitel der Mysteria & Arcana merkbar anwächst.

Planvoll und kartiert

Zu den wichtigsten Elementen einer Stadtbeschreibung gehören ausführliche Gebäudebeschreibungen, die auch einen hübschen Plan bieten. Bei der Auswahl dieses halben Dutzend Orte habe ich mich von verschiedenen Kriterien leiten lassen: Sie sind typisch für die jeweilige Stadt. Sie sind hinreichend verschieden voneinander. Sie werden von Helden entweder häufig aufgesucht oder sie sind potenzielle Orte für eine riskante Unternehmung, in der Zeit und Raum am Spieltisch hoch aufgelöst werden z.B. ein Einbruch, ein Fest, eine Erkundung oder ein Ausbruch. Und so haben am Ende ein Tempel (der Alte Efferdtempel), ein Gefängnis (die Moorburg), eine Immankneipe (das „Esche & Kork“), ein Vergnügungsschiff (die „Rethis“) und ein Museum (das Wachsfigurenkabinett) detaillierte, vollfarbige Pläne erhalten. Daneben gibt es als echte Leckerbissen noch zwei geheimnisvolle Orte der Unterstadt, die als ganzseitige isometrische Darstellung den Band schmücken.
Nach Beschreibungen und Skizzenvorlagen von mir machten sich Illustratoren unter der Aufsicht von Kartenherr Steffen Brand an die Arbeit. Mit Steffen habe ich mich per Skype auch an halbfertige Pläne gesetzt, wo wir noch an Details feilten, ein paar Türen, Wände und Steuerräder versetzten. Bis wir zufrieden mit dem Ergebnis waren. Gruß nach Heidelberg!

Alt vs. Neu

Eine der anspruchsvollsten Aufgaben bestand für mich darin, zu entscheiden, wie viel an altem Material ich für den Havena-Band übernahm und wie viel ich selbst neu ersann: Denn die Stadt ist schon dreimal zuvor ausführlich beschrieben worden, erstmalig in der legendären Havena-Box von 1985. Dutzende Abenteuer und Romane spielen in der Stadt. Ich will einerseits Neuspielern einen leichten Zugang verschaffen, andererseits den erfahrenen Spielern, die DSA teils seit über 30 Jahren die Treue halten, nostalgische Momente gönnen und ihnen bisherige Havena-Erfahrungen bewahren. Das führte zu umfangreicher Recherche und großen Abwägungen, die in einer über 200seitigen Notizdatei mit Referenzen, Quellen und Ideen gipfelte. Sie half mir dabei, zu entscheiden was ich schreiben sollte und was ich nicht schreiben durfte – sehr viel Aufwand, der für viele Spieler am Ende unsichtbar bleiben wird. Ich schätze, dass 70% meiner Arbeitszeit am Band für Recherche draufging. Ich lehne mich zufrieden zurück und glaube, dass Einsteiger zum Beispiel am „Esche & Kork“ genau so viel Spaß haben werden wie „alte Hasen“. Darauf ein Havenabräu!