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GESCHICHTEN MIT GESCHICHTE

Das Schwarze Auge

Seit dem überwältigenden Erfolg der Herr-der-Ringe-Filme befindet sich das Fantasy-Genre auf einem ungeahnten Höhenflug. Noch heute ist die Begeisterung bei Jung und Alt ungebrochen. Dabei ist das Phänomen Fantasy keine Erfindung des neuen Jahrtausends, sondern ein alter Schuh, der erst jetzt richtig zu passen scheint.

Immer mehr Menschen wagen sich in Welten voller Zauberei, Wunderwerk und Schwertkunst. Film und Fernsehen, Bücher und Computerspiele werden von Elfen, Zwergen und Monstern bevölkert. Doch eines haben all diese Medien gemein: Sie liefern dem Publikum vorgefertigte Geschichten. Allein moderne (Online-) Computerspiele geben ihren Spieler zuweilen neue Möglichkeiten der Partizipation, indem sie mit eigenen Entscheidungen den Verlauf ihres Abenteuers beeinflussen können. Aber auch hier setzt die Programmierung Grenzen.

Die Anfänge des Rollenspiels

Die grenzenlose Freiheit der eigenen Vorstellungskraft war die Antriebsfeder und das Ziel der ersten Rollenspiele, die in den späten siebziger und früher achtziger Jahren entstanden.

Einige der Jungen und Mädchen, die mit den Büchern von Tolkien und Co. aufgewachsen waren, erdachten zu Beginn der 80er Jahre eigene fantastische Welten. Allerdings schrieben sie keine unabänderlichen Geschichten, sondern hatten eine neue, revolutionäre Idee: Jeder sollte die Möglichkeit haben seine eigenen Helden zu erschaffen und mit ihnen Abenteuer zu erleben – und das nur mit Stift, Papier, Würfeln und der eigenen Vorstellungskraft. Die (Pen-&-Paper-) Rollenspiele waren geboren. Irgendwo zwischen Buch, Brettspiel und Bühnenstück angesiedelt, zogen sie im Laufe der Jahrzehnte immer mehr Spieler in ihren Bann.

In Deutschland entwickelte ein Gruppe Rollenspielbegeisterte nach amerikanischem Vorbild ein eigenes Spiel. 1984 erschien Das Schwarze Auge. Der Kontinent Aventurien wurde zum Schau- und Spielplatz unzähliger Abenteuer, die jedoch nicht nur aus den Federn der Autoren, sondern auch aus den Köpfen der Spieler selbst stammten.

Ein großes Erbe

Das Schwarze Auge ist jedoch nicht nur das Kind seiner geistigen Väter Hans Joachim Alpers, Werner Fuchs und Ulrich Kiesow, sondern vieler großer Schriftsteller der deutschsprachigen Phantastik sowie unzähliger talentierter und begeisterter Autoren und Fans. Sie alle arbeiteten Jahre und Jahrzehnte an der Weiterentwicklung des Hintergrunds und des Spielsystems, verewigten ihre Namen in Hunderten von Büchern und Heften.

Nicht zuletzt liegen die Gegenwart und die Zukunft Aventuriens in den Händen der Tausenden Spieler und Spielerinnen, die mit ihren Helden unzählige Abenteuer bestehen. Damit diese Vielzahl an Ideen und Einflüssen nicht verloren gehen oder sich gegenseitig im Weg stehen, werden sie heute von einer dreiköpfigen Redaktion angeregt, gebündelt und in die richtigen Bahnen gelenkt.

Seither wächst die Welt von Das Schwarze Auge immer weiter. Unbekannte Meere werden bereist, fremde Länder entdeckt und neue Geschichten erzählt – und das alles nur mit ein wenig Fantasie.